Bisherige und neue Allianzen im Kanton Glarus.

Erneut hat die BDP mit den Wahl ins Glarner Parlament eine kantonale Wahl f√ľr sich entscheiden k√∂nnen. 10 von 60 Sitzen hat sie nun, und ihr W√§hlerInnen-Anteil liegt bei rund 16 Prozent. Was heisst das f√ľr die Allianzbildung in der Glarner und der Schweizer Politik?

glarus

Die Formel „bisherige ParlamentarierInnen der SVP, kombiniert mit neuen W√§hlerInnen im b√ľrgerlichen Lager“ setzte sich nach dem Kanton Bern auch im Kanton Glarus durch. Woher die Stimmen der neuen BDP kommen, wird man in Glarus wohl nie wissen. Verkleinerter Landrat und ver√§nderte Wahlkreise machen jede Wahlanalyse zur Spekulation. In Analogie zu anderen Kantonen wird man aber annehmen k√∂nnen, dass es W√§hlende der FDP, wohl auch aus der CVP, beschr√§nkt der SVP sind, die gewonnen werden konnten. Wohl sind auch bisherige Nicht-W√§hlerInnen darunter.

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National gesehen wird sich diese BDP-Entwicklung kaum im gleichen Masse wiederholen. Denn die BDP kann nur in den Kantonen Bern, Glarus und Graub√ľnden auf LokalpolitikerInnen z√§hlen, die be- und anerkannt sind. In allen anderen Kantone mag es einzelne davon geben, als Gruppe werden sie aber kaum auf dem politischen Parkett agieren k√∂nnen. Das macht die BDP in anderen Kantonen weniger attraktiv.

Gesamtschweizerisch d√ľrfte die BDP heute etwa 5 Prozent stark sein. Die imagin√§ren H√ľrde, selber einen Bundesrat stellen zu k√∂nnen, bleibt die Partei unver√§ndert sehr hoch. Aus eigener Kraft wird sie die 10 Prozent-Marke im Nationalrat wohl kaum schaffen.

Deshalb organisiert sich die BDP national im Verbund gemeinsam mit der CVP, zu der sie nur beschränkt in elektoraler Konkurrenz steht, in der neuen Allianz der Mitte. Zu der bekennt sich auch die schweizerische FDP. Es wird interessant sein zu sehen, was daraus im Kanton Glarus wird: Die Zeichen, das sich das im kleinen Alpenkanton wiederholt, stehen nicht schlecht.

Inhaltlich vertreten FDP und BDP h√§ufig √§hnliche Positionen. In den Berner St√§dten ist die neue BDP meist ein wenig links der FDP, auf dem Land eher rechts davon. Wenn die personelle Chemie stimmt, heisst das auch, dass man sich untereinander absprechen kann. Daran m√ľsste in Glarus auch die FDP interessiert sein. Denn im neuen Landrat hat sie mit der SVP keine Mehrheit. Sollte sie sich dennoch an prim√§r an die SVP anlehnen¬®wollen, w√§re sie der Juniorpartner im Gespann.

Organisieren sich FDP und BDP als neues b√ľrgerlichen Zentrum der Glarner Politik, haben sie zwei Spielm√∂glichkeiten, im Kantonsparlament eine Mehrheit zu finden: Entweder mit der SVP, oder mit CVP und einer der rotgr√ľnen Parteien.

Die SVP ist bei den j√ľngsten Wahlen in Glarus zwar zur gr√∂ssten Partei geworden. Dies aber kaum, weil sie elektoral st√§rker geworden w√§re, vor allem weil die traditionellen Mitte-Parteien eingebrochen sind. Das wird auch ihre Position im Landrat relativieren. Letztlich kann sie nur mit der FDP und der BDP die Mehrheit bilden, w√§hrend diese beiden Parteien darauf nicht so exklusiv angewiesen sind.

PS: Das ganze Gespr√§ch mit der S√ľdostschweiz finden Sie hier.