Was jetzt, Herr BundesprÀsident?

“Wenn ich hier nicht reĂŒssiere, dann habe ich das Gesicht verloren”, dass sagte der Schweizer BundesprĂ€sident Hans-Rudolf Merz, als er vor 10 Tagen aus Tripolis kommend den Vertrag verteidigte, den er mit dem libyschen MinisterprĂ€sidenten geschlossen hatte. Im Medienkommunique dazu hatte er verlauten lassen, dass die beiden Schweizer GeschĂ€ftsleute, die in der Schweizer Botschaft aufgehalten werden, bis Ende August in ihre Heimat zurĂŒckkehren könnten. “Ich ĂŒbernehme die volle Verantwortung, mit allen Konsequenzen”, fĂŒgte er bei und setzte sich damit selber unter enormen Druck.
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Da die Frist zwischenzeitlich abgelaufen ist, stellt sich fĂŒr uns alle die Frage: Was jetzt, Herr BundesprĂ€sident?

Sollen wir ihre Aeusserungen vor laufender Kamera einfach vergessen? Sollen wir Sie weiter stĂŒtzen und weiter hoffen, ein baldiges Happy End stehe bevor?
Sie machen es uns nicht leicht! Denn man lĂ€sst sich nicht leichtfertig von einem auslĂ€ndischen Staatschef ein Regierungskrise verpassen. In diese Falle stĂŒrzt niemand mutwillig.
Doch fragt sich auch, ob Sie mit ihrem mutigen Alleingan nicht zu weit gegangen sind, die WĂŒrde des höchsten Regierungsamtes aufs Spiel gesetzt und dabei auch ihre GlaubwĂŒrdigkeit riskiert haben.
Sie wollten den gordischen Knoten durchschlagen, der mit der Arrestierung zweier Schweizer GeschÀftsleute in Libyen entstanden ist. Jetzt stehen wir vor der Frage, was wir mit dem gordischen Knoten machen, der mit der jetzigen Situation geflochten wurde.

Meinungen aus dem Kreise der BĂŒrgerInnen sind gefragter denn je!

Claude Longchamp