Der Bundesrat im internen HĂ€rtetest

Die welsche Zeitschrift „IllustrĂ©“ veröffentlichte diese Woche erstmals ihre Umfragewerte zur Akzeptanz der BundesrĂ€tInnen seit Beginn der Finanzkrise. Fazit: Der Bundesrat als Ganzes hĂ€lt sich, 4 seiner 7 Mitglieder erleiden aber teilweise massive EinbrĂŒche in ihrer Akzeptanz.

bundesrat
Die Beurteilung des Schweizer Bundesrates im lÀngerfristigen Trend

Ueli Maurer, der neue SVP-Bundesrat, erscheint erstmals im Bundesratsbarometer, das MIS seit 1996 zwei Mal jĂ€hrlich auf der Basis einer Bevölkerungsbefragung erstellt. Er konnte sich gleich auch Platz 3 hieven. 75 Prozent der abgegebenen Beurteilungen ĂŒber ihn waren positiv. Damit ist sein Start klar besser geglĂŒckt als seinerzeit der von Christoph Blocher.

UeberflĂŒgelt wird der Neue aus der SVP allerdings durch die AbtrĂŒnnige aus der SVP. Denn Eveline Widmer-Schlumpf, heute BDP, ist nur ein gutes Jahr nach ihrer umstrittenen Wahl in den Bundesrat zur anerkanntesten Magistratin der Schweiz aufgestiegen. 89 Prozent (+7%punkte) der Bewertung fallen bei ihr positiv aus.

Zwischen den beiden befindet sich Doris Leuthard. Die CVP-BundesrĂ€tin kennt immer noch Spitzenwerte, wenn sie auch erstmals an Zustimmung verlor (79%; – 8%).

Von der AktualitÀt leicht profitieren konnte dagegen Micheline Calmy-Rey (66% positiv; +2%punkte). Bei der SP-BundesrÀtin scheiden sich die Geister aber entlang der Sprachgrenzen und auch zwischen Stadt und Land zusehends.

Der grösste Verlierer ist Pascal Couchepin, der kaum mehr UnterstĂŒtzung unter den BĂŒrgerInnen hat (22% positiv, -18%punkte) und eindeutig das Schlusslicht im Barometer der Bundesregierung markiert. Viel an Zustimmung (61%; – 18%) eingebĂŒsst hat auch der andere FDP-Bundesrat, Hans-Rudolf Merz. Der Spitzenplatz wĂ€hrend seiner krankheitsbedingten Abwesenheit ging unter den akuellen UmstĂ€nden klar verlustig.

Moritz Leuenberger schliesslich, der SP-Vertreter aus ZĂŒrich, bringt es noch auf 58% Zustimmung, was im Vergleich 6 % weniger sind und auch nur zum Platz 6 reicht.

Der Bundesrat als Ganzes hielt sich ĂŒbrigens, obwohl die Umfrage unmittelbar nach der Bekanntgabe der neuen Bankgeheimnispolitik am 13. MĂ€rz 2009 erfolgte: 55% der Antworten aus der ReprĂ€sentativ-Befragung waren positiv, 4 Prozent mehr als vor 6 Monaten. Vom Spitzenwert im April 2000, der bei 78% lag, ist man allerdings weit entfernt.

Claude Longchamp

FrĂŒhere Umfragen von MIS hierzu.