Spenden gegen Ostzuwanderung

Mit dem Blog “Ostzuwanderung” eröffnet der jĂŒngste Nationalrat der Schweiz, Lukas Reimann von der SVP, eine neue dynamische Website, die gezielt auf die Volksabstimmung vom 8. Februar 2009 hinarbeitet. Zu den Neuerung darauf zĂ€hlt auch der Versuch, den Blog als Spendenquelle zu erweitern.

Der Aufmacher ist typisch: Ein junger Mann, Ă€rmlich aussehend, wohl auch erwerbslos, schaut einem entgegen. Das Spendenbarometer dazu ist aber keine GlĂŒckskette, sondern Teil der Kriegskasse der EU-Gegner in der laufenden Kampagne zur PersonenfreizĂŒgigkeit.

Viel Geld verzeichnet das Spendenbarometer gegen die Ostzuwanderung noch nicht. Gut 400 Personen haben den neuen Link bisher angeclickt, und knapp 1500 Schweizer Franken sind dabei zusammen gekommen.

Das reicht zweifellos nicht, um erfolgreich gegen die PersonenfreizĂŒgigkeit werben zu können. Denn als Faustregel gilt, dass man Kampagnen mit weniger als 1 Million Schweizer Franken nicht flĂ€chendeckend wahrnimmt.

Das ist wohl auch nicht die Absicht des neuen gegnerischen Kampagnenblogs. Wohl geht es mit der Neuerung auch darum, ein Spannungselement fĂŒr die Zielgruppe “junge Gegnerschaft” aufzubauen und ĂŒber diese Abstimmung hinaus ĂŒber Adressen aus diesem Segment zu erhalten, die man spĂ€ter wieder bewirtschaften kann. So jedenfall liesst sich der Aufruf: “Jeder Eintrag zĂ€hlt!”

Mehr Transparenz in Geldfragen wĂ€hrend politischen Kampagnen ist auf jeden Fall zu begrĂŒssen. Die Transparenz, die so entsteht, kann fĂŒr die Initianten der Innovation aber auch tĂŒckisch werden. Denn bisher haben die EU-Gegner immer wieder betont, ihre Kampagnen wĂŒrde weitgehend ĂŒber Kleinspenden finanziert. Nun kann man anhand des Online-Spendenbarometer auch nachprĂŒfen, ob das auch stimmt.

Claude Longchamp