UKPOLLINGREPORT

Am 6. Mai 2010 w√§hlte Grossbritannien sein neues Parlament. Umfragen berichten √ľber den Stand der Meinungsbildung. Und UKPOLLINGREPORT berichtet bis zum Wahltag √ľber die demoskopischen Berichte. Ein Portr√§t der Metaberichterstattung.

Die Umfragen zu den britischen Parlamentswahlen √ľberschlugen sich die letzten drei Tage. Mit der TV-Debatte zwischen den Spitzenkandidaten √§nderte sich die fast fixe Hackordnung unter den Parteien. Die Liberaldemokraten setzten sich gem√§ss Umfragen von BPIX und YouGov knapp an die Spitze, gefolgt von den Konservativen und den Sozialisten. Vergleiche der Vor- und Nachbefragungen zum Medienevent zeigten, dass insbesondere die unter 40j√§hrigen, etwas weniger auch die Frauen mit urspr√ľnglich konservativer Pr√§ferenz zur Meinungs√§nderung beitrugen, der schon festgeschriebene Umschwung das Wochenende aber kaum √ľberlebte.

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Stand der Dinge bei den britischen Parlamentswahlen: Uebersicht √ľber die einzelnen Umfragen zu den Wahlabsichten gem√§ss UKPR

UKPollingReport ist eine Plattform zu Umfragen vor den britischen Parlamentswahlen. Sie wird in Kooperation mit YouGov betrieben, ber√ľcksichtigt aber alle publizierten Polls. Das alleine hilft, die Uebersicht zu bewahren. Zudem erstellt UKPR einen Index der Parteist√§rken, der alle Resultate der letzten 20 Tage ber√ľcksichtigt. Und es findet sich eine Umrechnung der ermittelten Parteist√§rken auf erwartete Sitze im Unterhaus.

Beide Indikatoren sind naturgemäss stabiler als einzelne Ergebnisse. Demnach können die Konservativen unter David Cameron mit 34 Prozent der Stimmen rechnen, Labour unter Premier Gordon Brown mit 28 und die Liberaldemokraten unter Nick Clegg mit 27. Umgerechnet in Sitze könnte Labour mit 271 Vertretern stärkste Kraft bleiben, dicht gefolgt von den Conservativen mit 265 Sitzen und den Liberaldemokraten mit 82 Abgeordneten. Mit anderen Worten: gerechnet wird mit einem hung parliament, das heisst einem Unterhaus ohne Mehrheitspartei.

Selbstredend hängt das alles von den Methoden der Umrechnung und der Gewichtung von Umfragen im Index ab. UKPR weiss darum. Doch die alles entscheidende Frage ist welche. Und da gehen die Annahmen auchin Grossbritannien auseinander. Deshalb empfiehlt die Plattform die vergeschlagenen Index als gesichertere Annäherungen, die von tagesaktuellen Ausschlägen und methodischen Unterschieden zwischen den Instituten bereinigt sind.

Ein Blog macht die Plattform zusätzlich interessant. Teilweise resultieren Unmengen von Reaktionen auf Beiträge, wie etwa auf die Umfrage mit den Liberaldemokraten an der Spitze. Da meldeten sich schon mal 1000 Kommentatoren in weniger als 72 Stunden, um ihrer eigenen Analyse Ausdruck zu geben.

Am 6. Mai weiss man, welches Institut genauer resp. welcher Kommentar treffender war, als das rollende Mittel durch den Wahlkampf. Vorher ist dieses sicher zuverlässiger als die Aufgeregtheit einer einzelnen Stellungnahme zu einem einzelnen Medienbericht. Das könnte sich auch die Berichterstatter in den Schweizer Medien zu den britischen Parlamentswahlen zu Herzen nehmen.