Die Prognose zu den Wahlen ins EU-Parlament

www.Predict09.EU geht bei den kommenden Wahlen fĂŒr das EuropĂ€ische Parlament von insgesamt stabilen VerhĂ€ltnissen aus. StĂ€rkste Fraktion dĂŒrften wiederum die Christdemokraten werden, gefolgt von den Sozialdemokraten, obwohl beide Parteien Sitzanteile verlieren dĂŒrften. Relativ gestĂ€rkten werden könnten die GrĂŒnen und die rechten Parteien.

untitled4

Simon Hix und Michael Marsh sind keine Unbekannte unter Wahlforschern. Bei ihrem neuesten Projekt zu den EU-Wahlen werden die beiden Politikwissenschafter aus London und Dublin durch Nick Vivyan unterstĂŒtzt, der ebenfalls an der LSE arbeitet. Gemeinsam haben sie ein statistisches Modell entwickelt, das sowohl nationale Wahlergebnisse wie auch aktuelle Umfragewerte berĂŒcksichtigt, um die Sitzverteilung in jedem Mitgliedstaat und im EU-Parlament insgesamt zu errechnen.

Ihre Prognose unmittelbar vor der Wahl sieht die Christdemokraten vorne, gefolgt von den Sozialdemokraten und den Liberalen. An vierter Stelle dĂŒrften sich die neue Fraktion etablieren, die sich durch die Abspaltung der britischen von den europĂ€ischen Konservativen etablieren wird. Ihr Vorsprung auf GrĂŒne und Linke ist gering. Es folgen Rechtsextreme und Anti-EU-Abgeordnete.

StĂ€rker als bisher dĂŒrften gemĂ€ss Prognose die GrĂŒnen und die Konservativen vertreten sein, schwĂ€cher als bisher werden die beiden grössten Fraktionen der Christ- und Sozialdemokraten dastehen. Das dĂŒrfte zu einer grösseren Fragmentierung im Parlament fĂŒhren.

Direkte Vergleiche mit dem bestehenden Parlament mĂŒssen wegen der verĂ€nderten Sitzzahl jedoch ausbleiben. Zudem wird das konservative Lager durch Abspaltungen neu geordnet. Dennoch rechnen die Wahlforscher damit, dass die bisherge Mitte/Rechts-Mehrheit bestehen bleibt; theoretisch könnte mitte-links mit den Liberalen ebenfalls mehrheitsfĂ€hig sein.

Eine Frage bleibt mir allerdings auch so: Allgemein rechnet man nach dem eher lauen Wahlkampf mit einer sehr tiefen Wahlbeteiligung. Diese wird eindeutige geringer ausfallen als bei nationalen Wahlen. Mit anderen Worten: Wer kann wie gut mobilisieren und sich damit Vorteile bei der Sitzverteilung verschaffen?

Claude Longchamp