An der Grenze der Bi-Polarisierung angelangt

12 Parlamente hat der Kanton ZĂŒrich auf Stadtebene. Die Ergebnisse können als Indikator fĂŒr die Entwicklung der ParteistĂ€rken im urbanen Raum gesehen werden. Demnach war 2002 das Jahr der Bi-Polarisierung zwischen SVP und SP, wĂ€hrend seither Trends zur Neuformierung der Mitte vorherrschen.

gemeinde

Konsequente Verliererin der beiden letzten kommunalwahlen war die FDP. Sie verlor 2002 und 2006 Sitzanteile, kam das letzte Mal noch auf knapp 15 Prozent. RegelmÀssig zulegen konnte die politische Mitte. Die CVP (knapp 10%), die GP und die EVP (je zirka 7 %). Schwankende Ergebnisse kannten SP und SVP.

Die Bi-Polarisierung der ZĂŒrcher Parteienlandschaft kannte 2002 ihren Höhepunkt. Die SVP ĂŒberflĂŒgelte die SP, obwohl beide Parteien gewannen. 2006 gehörten sie mehrheitlich zu den Verliererinnen, bleiben aber mit je rund 26 Prozent an der Spitze.

Letzteres hat sich auf dei Erfolge der Parteilosen abgefÀrbt. 2002 war gar nicht ihr Jahr. 2006 legten sie indessen bereits wieder zu. Jede(r) 11. ParlamentarierInnen gehört aktuell hierzu.

Die Uebersicht, vermittelt vom Statistischen Amt des Kantons ZĂŒrich, gibt die Trends der unmittelbaren Vergangenheit in den urbanen Regionen wieder. Zwar werden sie nicht nach Bevölkerungsgrösse der StĂ€dte gewichtet, nur nach Parlamentsgrösse. Deshalb sind die Werte selber mit Vorsicht zu verwenden. Die Tendenzen dĂŒrften davon nicht direkt betroffen sein.

Politisch gesprochen heisst das, die Grosswetterlage von der Polarisierung aus den 90er Jahren hin zur Formierung der Mitte verĂ€ndert hat. Das könnte sich mit dem Auftritt insbesondere der GrĂŒnliberalen bei den diesjĂ€hrigen Wahlen noch verdeutlichen. Denn politische sind sie wohl leicht links der Mitte, faktisch aber dem Zentrum zuzuordnen.

Oder sieht jemand noch neuere Trends aufkommen, die in ZĂŒrich Marken auf dem Weg bis 2011 setzen könnten?