G-20: die Koordination der wichtigsten Industrie- und SchwellenlÀnder findet ohne die Schweiz statt

Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und SchwellenlĂ€nder (G-20) besteht aus 19 Staaten und der EuropĂ€ischen Union. Sie ist ein informeller Zusammenschluss, um sich in Fragen des internationalen Finanzsystem zu konsultieren und zu koordinieren. Seit neuesten dienen diese ZusammenkĂŒnft als Weltfinanzgipfel, um gegen die aktuelle Finanzkrise vorzugehen.

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An den Treffen der G-20 nehmen die Finanzminister und Zentralbankchefs der G7 und zwölf weiterer Staaten, die EU-PrÀsidentschaft, der PrÀsident der EuropÀischen Zentralbank, sowie die Spitzen der internationalen WÀhrungs- und Finanzorganisationen teil.

Die gegenwĂ€rtigen Mitgliedstaaten sind Argentinien, Australien, Brasilien, die Volksrepublik China, Deutschland, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, SĂŒdafrika, SĂŒdkorea, die TĂŒrkei, das Vereinigte Königreich und die USA sowie die EuropĂ€ische Union.

In der Gruppe der Zwanzig wichtigsten Industrie- und SchwellenlÀnder leben rund 62 Prozent der Weltbevölkerung, die rund 77 Prozent des Welt-Bruttonationaleinkommens vereinigen.

2008 fand auf Initiative des französischen PrÀsidenten Nicolas Sarkozy und des englischen Premierministers Gordon Brown erstmals ein Weltfinanzgipfel statt, an dem ausser den G-20-Mitgliedern auch Spanien und die Niederlande teilnahmen. Er soll am 2. April 2009 in London fortgesetzt werden.

Die zentralen Themen werden die neue, von Gordon Brown vorgeschlagene Finanzarchitektur und die aktuellen KrisenbewĂ€ltigung sen. Ziel ist es Protektionismus und Wettbewerbsverzerrungen zu ermeiden. Gordon Brown kĂŒndigte jĂŒngst an, das Vorgehen gegen Steueroase mit hoher PrioritĂ€t zu behandeln. Zur Vorbereitung dieses Gipfel am 2. April 2009 in London treffen sich die G-20 Mitglieder an diesem Wochenende in Berlin.

Die Schweiz hat sich letztmals am WEF in Davos bemĂŒht, unter die 20 wichtigsten Industrie- und SchwellenlĂ€nder aufgenommen zu werden. Grossbritannien lehnt einen analogen Status wie ihn Spanien und die Niederlande kennen ab. Die Schweiz, und mit ihr die FinanzplĂ€tze ZĂŒrich und Genf, bleiben von den Verhandlungen ausgeschlossen.

Claude Longchamp