Start zum Wahlbarometer 2011

2011 stehen nationale Wahlen an. Unser Institut realisiert wie 1999, 2003 und 2007 das Wahlbarometer f√ľr die SRG SSR Medien – mit einigen Neuerungen.

Sechs grosse Umfragen sind f√ľr das Wahljahr 2011 vorgesehen. Je drei werden in der Vorwahlkampf- und in der Hauptwahlkampfphase erscheinen. Gestartet wird die Berichterstattung morgen um 17 Uhr, beendet wird sie am 12. Oktober, dem letztm√∂glichen Publikationstag von Umfragen vor den eidgen√∂ssischen Wahlen.

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Erklärungsmodell im Wahlbarometer, mehr dazu ab 28. Januar 2011, 17 Uhr, hier.

Die Befragungen selber werden einen grösseren, konstanten und einen kleineren, variablen Teil haben. Immer gleich befragt werden die Absichten zur Wahlteilnahme und zum Parteienentscheid. Geklärt wird zudem, welche Themen(bereiche) am meisten interessieren und wie Parteien in diesen beurteilt werden. Erfragt wird schliesslich auch das Image der Parteipräsidenten und der parteispezifischen Wahkampagnen.

Die Bewertungen dieser Angebote erfolgen aufgrund der l√§ngerfristigen Nachfragen aus der wahlberechtigten Bev√∂lkerung: der Position auf der Links/Rechts-Achse und der Bedeutung zentraler Werte wie die Oeffnung/Abkapselung der Schweiz gegen√ľber dem Ausland. Zudem kontrollieren wir die Bedeutung des Regierungsvertrauens/-misstrauens. Variabel werden wir je ein Schwerpunktsthema befragen, wie es sich aus den Wahlkampfaktivit√§ten ergibt.

Die Interviews werden telefonisch gef√ľhrt. Befragen wird der gfs-Befragungsdienst je 2000 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgew√§hlte Wahlberechtigte mit Wohnsitz in der Schweiz. Interviewt werden immer wieder andere Personen. Erhoben werden die Daten in jeweils 10 Arbeitstagen. Unmittelbar nach der Entscheidung wird auch eine Wahltagbefragung durchgef√ľhrt werden.

Nicht (mehr) befragen k√∂nnen wir die AuslandschweizerInnen, da es aus Datenschutzgr√ľnden keinen Zugang (mehr) zum zentralen Verzeichnis der registrierten Wahlberechtigten im Ausland gibt.

Die Ergebnisse werden immer am Freitag nach der Befragungswoche ab 17 Uhr in den SRG/SSR-Medien ver√∂ffentlicht werden, und gleichzeitig auf Internet erscheinen. Sechs gr√∂ssere Regionalzeitungen aus der ganze Schweiz erhalten berichten jeweils am Samstag nach der Erstver√∂ffentlichung ausf√ľhrlich und hintergr√ľndig √ľber die Resultate. Selber publizieren werden wir einen Bericht und eine Grafikdatenbank mit allen relevanten Informationen. Letzteres machen wir zum ersten Mal.

Im Schweizer Fernsehen wird es zudem nach jeder Publikation eine Spezialsendung „Wahlbarometer“ geben, die am Tag der Ver√∂ffentlichung nach der Sendung „10vor10“ ausf√ľhrlich √ľber die Resultate berichtet. Neu werden auch 5 gr√∂ssere Regionalzeitungen am Folgetag der Ver√∂ffentlichung √ľber die Hintergr√ľnde der Ergebnisse informieren.

Im Wahlbarometer werden wir keine kantonalen Aussagen machen. Damit wird es nicht möglich sein, WählerInnen-Stimmen direkt auf Sitze umzurechnen. Entsprechend werden die Ständeratswahlen im Wahlbarometer auch nicht erfasst sein.

2007 kam das Wahlbarometer den effektiven Wahlergebnisse sehr nahe. Die Abweichung bei den gr√∂sseren Parteien lag im Schnitt bei einem Prozent, bei der Wahlbeteiligung bei 1,5 Prozentpunkten. Bei allen Parteien wurde richtig erkannt, ob sie gewinnen oder verlieren werden, und auch bei der Wahlbeteiligung stimmt der Zuwachs mit der Erwartung √ľberein. Das Wahlbarometer war damals das genauest Messinstrument zu den Nationalratswahlen √ľberhaupt.

Claude Longchamp