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Wie meine Abstimmungsprognosen entstehen

Kann man Abstimmungsergebnisse vorhersehen. Ich bin ĂŒberzeugt, dass die Antwort Ja lautet, sie aber nicht unabhĂ€ngig vom Zeitpunkt gegeben werden kann.

Meine 5 Abstimmungsvoranalysen fĂŒr Nau.ch in den letzten Tagen beinhalteten stets eine mehr oder weniger klar. Konkret ging ich davon aus,

das Covid19 Gesetz werde angenommen
das CO2 Gesetz resp. das PMT Gesetz habe mehr Chancen auf ein Ja als ein Nein und
die bei den beiden Landwirtschaftsinitiativen sei das genau umgekehrt.

Bisherige Tools
Um eines klar zu machen: Das sind nicht meine prÀferierten Abstimmungsergebnisse. Es sind die Resultate eine AbklÀrung mit vorerst 5 Tools. Namentlich sind dies:


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. Mehrheiten Nationalrat: Ich beschrĂ€nke mich jeweils auf die Schlussabstimmung im Nationalrat, da sich GegensĂ€tze im StĂ€nderat am Ende hĂ€ufig einebnen. Generell gilt: Ja klarer der Nationalrat fĂŒr eine Vorlage ist, desto eher wird es in der Volksabstimmung angenommen. Allerdings schliesse ich nicht direkt. Vielmehr werden Initiativen und Behördenvorlagen gesondert umgerechnet, was aus der Erfahrung der wahrscheinlichste Ja- resp. Nein-Wert ist. Das Verfahren liefert sehr frĂŒh Anhaltspunkte, ist aber mit einem erheblichen Streufehler verbunden, das es die Dynamiken des Abstimmungskampfes nicht vorwegnimmt.
. Textanalysen AbstimmungsbĂŒchlein: Dieses Verfahren ĂŒbernehmen ich direkt von www.stellus.ch. Es basiert auf einer systematischen Textanalyse des AbstimmungsbĂŒchleins, die in Beziehung zum Abstimmungsergebnis gesetzt wird. Das VerhĂ€ltnis wird mittels Machine Learning bestimmt. Sehr hĂ€ufig folgt es der Regel, dass Behördenvorlagen angenommen und Volksinitiativen abgelehnt werden. Das Verfahren ist robust, wenn auch nicht fehlerfrei.
. Parteiparolen: Gesammelt werden alle Parteiparolen der Mutter- und Jungparteien. Sie werden danach bewertet, wie hĂ€ufig sie in der Vergangenheit mit dem Abstimmungsausgang ĂŒbereinstimmten. Prognosen ergeben sich, wenn die Parteiparolen vorliegen. Das sind in aller Regel die Empfehlungen der Zentrumsparteien. Aktuell am zutreffendsten sind die Parolen der GrĂŒnliberalen resp. der DieMitte.
. Wettbörse: Dieses Verfahren ĂŒbernehme ich von www.50plus1.ch. Das ist die fĂŒhrende Wettbörse bei Schweizer Volksabstimmungen. Sie fĂŒhrt in einem Panel sehr interessierter Menschen regelmĂ€ssig eine Wette auf den Abstimmungsausgang durch. Das Verfahren isst vor allem zu Beginn geeignet. Sobald Abstimmungen vorliegen, wird es aber nachhaltig durch diese beeinflusst. Die Prognosekraft ist gegeben, wenn auch nicht fehlerfrei.
. Erste Umfrage bei Stimmberechtigten: Die erste Umfrage stammt regelmÀssig aus dem Hause Tamedia. Gemacht wird sie von www.leewas.ch. Sie wird aufgrund einer gewichteten Mitmacherhebung gemacht. Bei Volksinitiativen ist sie anfÀnglich zu stark im Ja, bei Behördenreferenden bisweilen zu kritisch. Ohne Umrechnung der VerÀnderungen im Abstimmungskampf kann man keine Prognosen machen, mit schon.

Bedingungen fĂŒr Vorhersagen
Da kein Verfahren fehlerfrei ist, verwende ich das Vorgehen, das die Prognoseliteratur zur Absicherung hĂ€ufig vorschlĂ€gt. Die verschiedenen Prognosen werden gleichwertig neben einander gestellt. Kommen sie alle zu identischen SchlĂŒssen, ergibt sich eine gesicherte Vorhersage. Ohne das muss der Ausgang offen gelassen werden.
Zwei Voraussetzung mĂŒssen erfĂŒllt sein:
Erstens, die Tools mĂŒssen unabhĂ€ngig voneinander sein. Das sind sie, vielleicht ausser bei der Wahlbörse und der Umfrage.
Zweitens, bei Prognosen spielt der Zeitpunkt keine Rolle, bei Momentaufnahmen nimmt man den Endpunkt von Trends. Das gilt jetzt und bis zum Abstimmungstag fĂŒr Umfrageserien und fĂŒr Wettbörsen. Das sind nicht schlechtere Vorhersagen, sondern solche die Strukturen und Dynamiken miteinander verbinden.
Sobald Zeitpunkt-abhĂ€ngige Vorhersagen berĂŒcksichtigt werden, gilt auch die bilanzierte Gesamtprognose nicht absolute, sondern muss regelmĂ€ssig aufdatiert werden.
Am Ende des Abstimmungskampfes werden noch zwei weitere Tools hinzu kommen: die Medien- resp. die Werbeanalyse von APS und Fög.
Selber arbeite ich an Prognosen aufgrund des Konfliktmuster, das sich aus den Parolen ergibt. Da bin ich noch nicht soweit, dass ich das schon quantifizieren kann.

Ausblick
Alle diese Verfahren beziehen bezieht sich nur auf das Volksmehr. Das StÀndemehr kann so nicht abgeschÀtzt werden. Dazu spÀter mehr.
Uebrigens: Dies hier sind Vorarbeiten fĂŒr meine Forschungsseminar auf Masterstufe, das ich im Herbstsemester am Institut fĂŒr Politikwissenschaft der Uni Bern halten werde.

Was die Wettbörse 50plus1.ch kann – und was sie zum 13. Juni 2021 zeigt

Gestern veröffentlichte die Wettbörse «50plus1.ch» ihre ersten Aussichten zum Ausgang der eidg. Volksabstimmungen vom 13. Juni 2021. Hier die ersten Ergebnisse und exklusiv eine Evaluierung der Wahlbörse.

Aktuelle Aussagen
Die Wettgemeinde bei @50plus1ch erwartet fĂŒr den kommenden Abstimmungssonntag

. drei Ja zu den Behördenvorlagen (Covid19 Gesetz, CO2 Gesetz, PMT Gesetz) resp.
. zwei Nein zu den Volksinitiativen (Trinkwasserinitiative, Pestizidinitiative)

Dreimal ist sich die Wettgemeinde (ziemlich) sicher, zweimal ist sie gespalten. Bei der PMT- Abstimmung gehen 51 % von einem Ja aus; der hÀufigste Tipp liegt aber zwischen 40-49 Prozent. Bei der Trinkwasserinitiative wird am meisten auf ein knappes Ja zwischen 50 und 59 Prozent gewettet. Aeusserst knappe 50.2 Prozent denken aber, am Ende resultiere ein Nein.
Beides ist noch etwas verwirrlich. Das heisst auch, dass es noch keine klare Tendenz unter den BörsianerInnen gibt.


Bemerkung: Angaben in Klammern sind SchÀtzungen meinerseits aufgrund des Stimmverhaltens im Nationalrat
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Mindestens in zwei der fĂŒnf Abstimmungen ist damit höchste Spannung angesagt.
Das belegt auch der Parolenspiegel. Denn in beiden FĂ€llen sind die Lager unĂŒblich unklar. Beim PMT reicht die Opposition von links bis in die GLP. Bei der Trinkwasserinitiativen umfasst sie auch die EVP. Und in beiden FĂ€llen gibt es noch weiter reichende Abweichungen vor allem bei Jungparteien.

Kurzevaluierung der Wettbörse
Nach Parolen, Umfragen und Medienanalysen haben sich Wettbörsen als brauchbare Instrumente der Vorschau entwickelt. FĂŒhrend ist in der Schweiz das Tool von Prof. O. Strijbis am Institut fĂŒr Politikwissenschaft an der Uni ZĂŒrich.
Die Treffergenauigkeit des Instruments kann anhand des Startwertes fĂŒr Zustimmung/Ablehnung, des Endwertes hierzu und am hĂ€ufigsten vorausgesagten Endwertbereich beurteilt werden. Die nachstehende Tabelle zeigt dies fĂŒr alle 12 Vorlagen der laufenden Legislaturperiode.


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Am höchsten ist die ZuverlĂ€ssigkeit bei der Wahrscheinlichkeit fĂŒr ein Ja oder Nein kurz vor der Abstimmung. In 11 von 12 FĂ€llen wurde hier das Richtige vorweggenommen. Der Ausreisser betrifft die VerhĂŒllungsinitiative. Da prognostizierte die Wettbörse fĂ€lschlicherweise ein Nein. Bei der Konzernverantwortungsinitiative gelang ihr dafĂŒr ein veritabler Volltreffer en bei der Konzernverantwortungsinitiative. Denn es wurde korrekt ein Volks-Ja und StĂ€nde-Nein vorausgesagt.
Interessanterweise ist selbst der Startwert (10 Tage nach Börsenöffnung) recht robust. Hier wird in 9 von 12 FĂ€llen (oder 75% der FĂ€lle) bereits die richtige Mehrheit vorausgesagt. Falsch war sie wiederum bei der VerhĂŒllungsinitiative. Das Gemeldete traf anfĂ€nglich auch bei den KinderabzĂŒgen und der elektronischen Identifizierung nicht zu. Immerhin wurde in diesen beiden FĂ€llen der Meinungsumschwung richtig erkannt. (Relativierend muss hier beigefĂŒgt werden, dass die Umfragen die Trendwende vorwegnahmen.)
Dabei folgen die Börsianer nicht immer der einfachsten Prognoseregel. Demnach wĂŒrden Behördenvorlagen immer angenommen, und Volksinitiativen stets abgelehnt. Beispielsweise war sich die Wettgemeinden von Beginn weg im Klaren, dass das Jagdgesetz scheitern wĂŒrde.

Weniger genau ist der vorhergesagte Endwertbereich, diese selbst in der letzten Publikation nicht. Obwohl bisweilen mit einem grossen Range geschĂ€tzt, stimmte er drei Mal nicht – selbstredend beim VerhĂŒllungsverbot nicht, aber auch bei den «bezahlbaren Wohnungen» und den KinderabzĂŒgen war er nicht zutreffend.

Mit anderen Worten: Wahlbörsen sind schon frĂŒh recht gut brauchbar, um ein Ja oder Nein in der Volksabstimmung zu erkennen.

Was das fĂŒr die Abstimmungen vom 13. Juni heisst
An den drei eindeutigen EinschĂ€tzungen der Wettbörse von gestern gibt es kaum etwas zu rĂŒtteln. Angenommen werden dĂŒrften das Covid19- und CO2-Gesetz. Geringe Chancen hat dafĂŒr die Pestizidinitiative. Unsicherheiten bestehen eigentlich nur dann, wenn es im Abstimmungstag zu grossem Ueberraschungen kommen sollte. Die wĂŒrden durch Ereignisse sichtbar, mit denen die Opposition erst wĂ€hrend der konkreten Meinungsbildung punkten könnte.
Bei den beiden Vorlagen, bei denen die Wettbörse klar gespalten ist, machte jede frĂŒhe Prognosen dagegen keinen Sinn. Der Ausgang der Trinkwasserinitiative resp. des PMT Gesetzes ist offen. Da entscheidet der noch weitgehend ausstehende Abstimmungskampf.

Indonesien-Abkommen: Die Ja-Seite hat die etwas besseren Chancen

Der Ausgang der Volksabstimmung ĂŒber das Indonesien-Abkommen ist noch unsicher, sagt Politologe Claude Longchamp. In der Analyse fĂŒr Nau.ch tippt er dennoch auf ein Ja zum Freihandelsabkommen.

Zwischenbilanz zum Stand der Dinge

Drei Wochen vor der Abstimmung ĂŒber das Freihandelsabkommen mit Indonesien kann man Folgendes festhalten:
– Erstens, die Aufmerksamkeit der Vorlage im Abstimmungskampf ist vergleichsweise gering.
– Zweitens, die Meinungsbildung der Teilnahmebereiten bleibt auffĂ€llig vage.
– Drittens, es stehen sich Wirtschafts- resp. Umwelt-/Klimaargumente gegenĂŒber.
– Viertens, das Nein-Lager bleibt minderheitlich. Selbst die GLP macht da nicht mit.


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ErlÀuterung: fest entschieden=bestimmt Ja + bestimmt Nein

Die Parlamentsentscheidung
Die eidgenössischen RĂ€te stimmten dem neuen Indonesien-Abkommen zu. Der Nationalrat war mit 119 zu 56 dafĂŒr. Der StĂ€nderat unterstĂŒtzt es mit 34 zu 8 Stimmen. In der grossen Kammer enthielten sich 21 Mitglieder, in der kleinen 2. Sie kamen aus den Reihen der SP respektive der SVP. Klar fĂŒr das Freihandelsabkommen waren die FDP, Die Mitte (vormals CVP respektive BDP) und die GLP.
Regierung und Parlament begrĂŒndeten ihre Entscheidungen mit der Wichtigkeit des Abkommens. Es berĂŒcksichtige sowohl die wirtschaftlichen Interessen beider LĂ€nder als auch das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung.
Normalerweise wird eine so klar verabschiedete Vorlage in der Volksabstimmung angenommen. Ein Ergebnis im 50 bis 60 Prozent Bereich kann erwartet werden. DafĂŒr spricht auch die Wahlbörse «50plus1», die ein solches Resultat fĂŒr das wahrscheinlichste hĂ€lt. Allerdings gibt es keine direkten Referenzabstimmungen. Denn bisher wurden solche FreihandelsvertrĂ€ge in der Regel nicht dem Referendum unterstellt und ohne Volksabstimmung in Kraft gesetzt.

Das Referendum aus der Westschweiz
Angestossen wurde das Referendum vom Bio-Winzer Willy Cretegny aus Genf. Ihm angeschlossen haben sich verschiedene bÀuerliche und zivilgesellschaftliche Kreise.
UnterstĂŒtzt wird das Referendumskomitee namentlich von Uniterre, den Kleinbauern, der Pro Natura, Greenpeace, dem Bruno-Manser-Fonds und Paneco. Hinzu kommen die GrĂŒnen, die PdA und die EVP. Auch die Jungen GrĂŒnen und die Juso sind mit dabei.
Gesammelt wurden knapp 60’000 gĂŒltige Unterschriften. Das Komitee kritisiert dabei, dass das mit dem Abkommen verbundene Versprechen der Nachhaltigkeit der Palmölproduktion nicht eingelöst werde. DafĂŒr fehle es an wirksame Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten. Billig importiertes Palmöl fĂŒhre weiter zur Zerstörung von UrwĂ€ldern und konkurrenziere die einheimische Produktion an Sonnenblumen- und Rapsöl.

Erschwerte Lagerbildung links
Schon die Unterschriftensammlung zeigte Bruchlinien im bĂ€uerlichen wie auch im linken Lager. Der Schweizerische Bauernverband stellte sich frĂŒh und klar hinter die Vorlage. Nur kleinere Interessenorganisationen der Landwirtschaft verblieben in der Opposition.
Uneinheitlich treten schliesslich auch die Umweltorganisationen auf. Namentlich der WWF befĂŒrwortet anders als Pro Natura und Greenpeace die Vorlage. Von einer einheitlichen Front der ökologischen Organisationen wie etwa beim Jagdgesetz ist man recht weit entfernt.
Die Parolenfassung der SP sorgte fĂŒr die bisher grösste Spannung im Abstimmungskampf. Am Vorabend der Delegiertenversammlung debattierten Fabian Molina und Ronja Jansen in der «SRF-Arena» das Pro und Contra live.
Am anderen Tage entschied die online durchgefĂŒhrte Delegiertenversammlung knapp, die Vorlage abzulehnen. Durchgesetzt hat sich die Position der Juso. Erstmals verloren hat die neue Parteileitung der SP, die sich fĂŒr die Annahme eingesetzt hatte.
Im linken Lager sind die GrĂŒnen der Tagessieger, da sie ohne Slalomfahren konsequent fĂŒr die Ablehnung plĂ€dierten.
Trotzdem, die AllianzstĂ€rke des Nein-Lagers bleibt zurĂŒck. Gemessen an der ParteienstĂ€rke bei Nationalratswahlen und den bundesweiten Parolen stehen stehen 63 Prozent im Ja-Lager.

Der bisherige Abstimmungskampf
Der bisherige Abstimmungskampf verlief ausgesprochen flau. Auf jeden Fall steht er im Schatten der stĂ€rkeren Kontroversen zu den beiden anderen Vorlagen, ĂŒber die am 7. MĂ€rz 2021 entschieden wird.
Bundesrat Parmelin vertritt die klassischen, wirtschaftsliberalen Argumente zum Freihandel. Er betont die Chancen der Schweiz, sich einen grossen Absatzmarkt in SĂŒdostasien erschliessen zu können. Investitionen von Schweizer Firmen seien von allgemeinem Interesse. Den ökologischen Bedenken habe man zudem auf dem Verordnungsweg extra Rechnung getragen.
Die Gegnerschaft greift die schon lĂ€nger dauernde Debatte zur Zerstörung der UrwĂ€lder in verschiedenen LĂ€ndern auf. Sie fordert aus umwelt- und klimapolitischen GrĂŒnden einen generellen Stopp der Palmöl-Abholzung.

Leicht positiver Medientenor
Medial sichtbare Akteure auf der Pro-Seite sind der Bundesrat, umgeben von den WirtschaftsverbĂ€nden und allen Parteien ausser den GrĂŒnen. Das prĂ€gt den vorlĂ€ufigen Medientenor, namentlich in der deutschsprachigen Schweiz ist leicht zugunsten der Vorlage. Anders ist es in der Suisse romande, wo die Gegnerschaft fĂŒhrt.
Medial sichtbare Akteure auf der Pro-Seite sind der Bundesrat, umgeben von den WirtschaftsverbĂ€nden und allen Parteien ausser den GrĂŒnen.
Auf der Nein-Seite dominiert das Referendumskomitee, verstĂ€rkt durch Fachleute und Zivilgesellschaft. AuffĂ€llig ist die ZurĂŒckhaltung eben dieser GrĂŒnen. Die Abholzung von UrwĂ€lder steht zwar im Zentrum der Kampagne, doch ist dies verglichen mit anderen zahm.
Prominent auf die Ja-Seite gestellt hat sich mit einem Leitartikel der Tagesanzeiger. Klar im Nein-Lager angesiedelt ist die Wochenzeitung.
Noch liegen keine Werbeanalysen vor. Sie dĂŒrften aber einen Ueberhang der Ja-Seite zeigen.

Erste Abstimmungsumfragen
Die ersten Vor-Umfragen zu den Stimmabsichten zeigen einheitlich, dass die Meinungen zum Indonesien-Abkommen erst beschrÀnkt vorhanden sind. Erstaunlich ist das nicht, denn es besteht keine grosse Erfahrung mit entsprechenden Abstimmungsvorlagen. Das spricht gegen klare themenspezifische PrÀdispositionen.
GemĂ€ss der zweiten Tamedia-Serie verfĂŒgt keine Seite ĂŒber eine Mehrheit bei den Stimmabsichten. In der SRG-Befragung ĂŒberwiegt das Ja, indessen nicht entscheidend. PopulĂ€rstes Argument dafĂŒr ist der neue Marktzugang, wĂ€hrend die Palmölproduktion das verbreitetste Nein-Motiv ist.
Wie die Tamedia-Reihe zeigt, findet unter den teilnahmewilligen Stimmberechtigten ein Meinungsaufbau statt. Eine Richtung hat er aber bisher nicht angenommen. Mehrheitlich im Ja sind MĂ€nner, die WĂ€hlenden der FDP und der Mitte. Mehrheiten dagegen zeichnen sich im linken Spektrum und allenfalls in der Suisse romande ab.
Der Ausgang der Volksentscheidung ist auch einen Monat vor dem Abstimmungssonntag weiterhin offen. Relevant Unentschiedene gibt es vor allem im SVP-Lager resp. bei jungen Menschen und Frauen.

Fazit
Im Vergleich zu den beiden anderen Abstimmungsvorlagen vom 7. MĂ€rz 2021 ist die Vorbestimmtheit bei diesem Thema am geringsten. Das bedeutet, dass die Schlussphase des Abstimmungskampfes hier entscheidet.
Deshalb ist der Ausgang der Volksabstimmung weiterhin offen. Doch hat die Ja-Seite aufgrund des Parolenspiegels und des Medientenors die etwas besseren Chancen auf eine Mehrheit.

Aussang bei Konzernverantwortung offen, eher Nein bei KriegsgeschÀfte

Das Bild zum Ausgang der Volksabstimmungen vom 29. November 2020 verdichtet sich: Zwischenzeitlich liegen die frĂŒhen Umfragen, die Wettbörse, die Inhaltsanalyse des BundesbĂŒchleins und die Extrapolation der Schlussabstimmungen im Parlament auf den Abstimmungstag vor. Bei der KriegsgeschĂ€fteinitiative zeichnet sich eher ein Nein ab, wĂ€hrend der Ausgang bei der Konzernverantwortungsinitiative offen ist.


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Bei der Konzernverantwortungsinitiative sind die SP und die GrĂŒnen dafĂŒr. Hinzu kommen noch die GLP, BDP, EVP und EDU. Dagegen sprechen sich national die SVP, FDP und CVP aus. Das entspricht einer modifizierten Links/Rechts-Polarisierung. Vergleicht man den Parolenspiegel mit dem zur KriegsgeschĂ€fteinitiative vergleicht, wird dies noch deutlicher. Da sind, wie bei einer Rechts/Linksspaltung gewohnt, SP und GPS dafĂŒr, – und einzig die EVP macht mit ihrem Ja eine Ausnahme.
Damit angesprochen wird die Konfliktlinie. Sie ist eine Determinante der politischen Entscheidung, sprich des Abstimmungsresultats. Andere wie die Vorlage selber, der Abstimmungskampf in Medien und Werbung, die Meinungsbildung der BĂŒrgerInnen, ihre Mobilisierung und das politische Klima der Entscheidung kommen hinzu.
Die Abstimmungsforschung hat eine Reihe von Tools entwickelt, um den Ausgang von Volksentscheidung im Voraus zu analysieren. Da sind einmal Bevölkerungsumfragen und Wahlbörsen, welche die Dynamik der Meinungsbildung spiegeln. Und es gibt Inhaltsanalysen der amtlichen Unterlagen sowie Umrechnungen der Schlussabstimmungen, welche einmalige Vorhersagen erlauben.
Jedes Tool hat StÀrken und SchwÀchen. In ihrer Gesamtheit erlauben sie es allerdings, den Ausgang von Volksabstimmungen qualitativ hinreichend einzugrenzen.

Was heisst das mit Blick auf den 29. November 2020?

Erstens, bei der KriegsgeschĂ€fte-Initiative ist das einfacher. Die Schlussabstimmungen in beiden Parlamentskammern, die Extrapolation dieser auf das Volksmehr, die Inhaltsanalyse des BundesbĂŒchleins und die Wettbörsen sehen das genauso. Nur die Umfragen sind gegenwĂ€rtig knapp im Ja. Doch sind das Momentaufnahmen, keine Prognosen. Vor allem bei Volksinitiativen mit einem klaren Links/Rechts-Profil rechnet man am besten mit einem RĂŒckgang der Zustimmungsbereitschaft. Denn die Nein-Kampagnen vor rechts zeigen unter diesen Bedingungen Wirkungen in der bĂŒrgerlichen WĂ€hlerschaft.

Zweitens, genau das ein auffĂ€lliger Unterschied zur Konzernverantwortungs-Initiative. Sie kann sich gemĂ€ss Tamedia-Umfrage auf 57 Prozent, bezogen auf die Erhebung fĂŒr die SRG gar auf 63 Prozent stĂŒtzen. Zwar dĂŒrften auch diese Werte mit dem Abstimmungskampf zurĂŒckgehen. Doch bleibt es hier offen, ob es auch zu einer Wende kommt.
FĂŒr ein knappes Ergebnis bei der KVI sprechen zuerst die Schlussabstimmung im Nationalrat. Hochgerechnet auf das Abstimmungsergebnis kann man von einem Ja/Nein-VerhĂ€ltnis von 49 zu 51 ausgehen. Das ist zudem nicht zwingend, denn es unterstellt eine Normalkampagnen. Diese ist aber, wenn man den bisherigen Verlauf verfolgt, nicht eindeutig. So sind das Engagement von JuristInnen und der Kirche zugunsten der Vorlage hoch – und ĂŒberwiegend wohlwollend. In beiden Umfragen zeigt sich die entscheidende Bedeutung der CVP-WĂ€hlerschaft. Die kennt ein Nein der Mutterpartei und ein Ja der Jungpartei; hinzu kommen verschieden Kantonalparteien von Genf bis Thurgau. Gleich wichtig sind die Parteiungebundenen, also jene WĂ€hlende, die sich keine Partei nahe fĂŒhlen und deshalb verstĂ€rkt auf Argumente von allen Seiten reagieren.
Abstrahiert von diesen AktivitĂ€ten kommt die Inhaltsanalyse des BundesbĂŒchleins zu einem Nein, wenn auch nur mit 55prozentiger Wahrscheinlichkeit. FĂŒr ein Ja sprechen der ersten Angaben aus der Wahlbörse. GemĂ€ss diesem Tool wir mehrheitlich mit einer Zustimmung gerechnet, am ehesten mit einem Endwert zwischen 50 und 60 Prozent. Das deckt sich letztlich mit den Umfragewerten.
Keine direkten SchlĂŒsse lassen sich daraus fĂŒr das StĂ€ndemehr ziehen. Diese mĂŒsste separat analysiert werden.

Noch ist offen, was bei der Konzernverantwortungsinitiative weiter geschieht. Der Normalfall ist der RĂŒckgang der Zustimmung. Bei Spezialfall ist das nicht so, weil der Problemdruck, wie ihn die Stimmenden sehen, ĂŒberparteilich als hoch angesehen wird.
Was hier Sache ist, kann noch nicht abschliessend beurteilt werden. Bei der Atomausstiegsinitiative der GrĂŒnen reichte es nicht fĂŒr eine Stabilisierung der Zustimmung, die anfĂ€nglich gleich hoch war wie bei der Konzernverantwortungsinitiative. Sie scheiterte nach dem Abstimmungskampf. Hingegen war der öffentliche Druck seitens der Bevölkerung stark genug, dass es bei der Abzocker-Initiativen nicht dazu kam.
Weitere Umfragen, verbunden mit Medien- und Werbeanalysen um Abstimmungskampf, werden helfen, das zu klÀren.

Was in der Schweiz Wahlen entscheidet

Kurzfassung des Datenblogs „Auf lange Sicht“, erschienen im RepublikMagazin vom 16. September 2019

Wer glaubt, dass Parteien einander WĂ€hler abjagen, kennt nur einen Teil
der Wahrheit. Das Zauberwort fĂŒr den Erfolg lautet: Mobilisierung. Das gilt umso mehr, als eine Partei einen Pol bildet.

Die Schweiz wĂ€hlt am 20. Oktober ihr Parlament fĂŒr die 51. Legislaturperiode. Bereits im Vorfeld versuchen Politikforscher mit verschiedenen Mitteln, das Resultat fĂŒr den Nationalrat vorwegzunehmen. Die drei verwendete SchĂ€tzungstools sind:

– eine systematische Auswertung aller Kantonsratswahlen innerhalb der letzten vier Jahre (vom Forschungsinstitut gfs.bern, im April 2019);
– das SRG-Wahlbarometer, basierend auf Onlinebefragungen (vom Forschungsinstitut Sotomo, erhoben im August 2019);
– eine Wahlbörse mit mehreren hundert Teilnehmern, die mit fiktivem Geldeinsatz auf die Ergebnisse der Wahlen wetten (von 50 plus 1, publiziert im September 2019).

Die voraussichtlichen Stimmengewinner und -verlierer
Diese Instrumente legen fĂŒr die sieben grössten Parteien der Schweiz Ă€hnliche VerĂ€nderungen bei den WĂ€hleranteilen nahe:

Abstrahiert man von den geringen Unterschieden auf die erwarteten neuen ParteistÀrken, zeichnet die Kombination der Tools ein klares Bild:

– Die GrĂŒnen (im Schnitt +2,7 Prozentpunkte) und die GLP (+1,8) erscheinen durchwegs als Gewinnerparteien.
– Die SVP (–2,4␣Prozentpunkte), die CVP (–1,2) und die BDP (–1,1) werden einheitlich als Verliererparteien gesehen.
– Die FDP und die SP werden nicht ganz eindeutig bewertet. Nimmt man auch hier den Mittelwert, könnte die FDP (+0,4 Prozentpunkte) leicht gewinnen und
die SP (+0,1) wÀre fast unverÀndert.

Damit es klar ist: Dies sind keine Angaben zur SitzverĂ€nderung. DafĂŒr wĂ€ren kantonale Analysen der ParteistĂ€rken mitsamt aller Listen- und Unterlistenverbindungen nötig. Nur sie erlauben eine Umrechnung von Stimmen in der WĂ€hlerschaf auf Mandate in der grossen Kammer.

Trotzdem lassen die Zahlen erste SchlĂŒsse zu auf die Machtverschiebungen zwischen den Parteien und auf deren Ursachen. Dazu einige Basics zur Interpretation von Wahlergebnissen.

Die grundlegenden Effekte

Verliert die Partei X bei einer Wahl 2,5 Prozent punkte und gewinnt die Partei Y zugleich 2,5 Prozentpunkte, so geht man intuitiv davon aus, dass eine entsprechende Anzahl von WĂ€hlerinnen von X zu Y gewandert ist.
Aktuell könnte das zum Beispiel heissen: Die GrĂŒnen gewinnen WĂ€hler von der SVP hinzu – möglicherweise bei den BĂ€uerinnen und Bauern, die mit der Haltung ihrer angestammten Partei in der Klimafrage unzufrieden sind.
Doch das ist hĂ€ufig ein Fehlschluss. Direkte Parteiwechsel sind nur zwischen zwei Parteien mit vergleichbarem Programm wahrscheinlich – also zwischen SP und
GrĂŒnen oder zwischen CVP und FDP.
Bei weltanschaulich gegensĂ€tzlichen Parteien spielt in der Regel ein anderer Effekt: Die Partei, die verliert, erfĂ€hrt eine Demobilisierung ihrer WĂ€hlerschaf, sprich, bisherige WĂ€hlerinnen werden zu NichtwĂ€hlerinnen, und die Gewinnerpartei rekrutiert ihr Plus vor allem bei NeuwĂ€hlern – sei es, dass diese zuvor noch kein Wahlrecht hatten, sei es, dass sie nach einer Pause wieder wĂ€hlen.
Folglich verliert die SVP wohl kaum Bauern an die GrĂŒnen, aber enttĂ€uschte ProtestwĂ€hlende aus dem Jahr 2015 an die politisch Abstinenten. Und bei den GrĂŒnen melden sich neuerdings WĂ€hlende, die vermutlich darauf zĂ€hlen, dass die Partei dank ihrer Stimme die ökologische Wende schafft.
Mobilisierung und Demobilisierung sind generell an den Polen der Parteienlandschaft wichtig – also bei SVP, SP und GrĂŒnen. Im Zentrum, etwa bei GLP und FDP, spielt dagegen der Stimmentausch eine grössere Rolle fĂŒr das Endergebnis.

Der kurzfristige Ausblick

Das jĂŒngste SRG-Wahlbarometer eröffnet als einziges Tool die Möglichkeit, dies nachzuprĂŒfen. In der folgenden Grafik sind die Angaben hochgerechnet: Pfeile
zwischen den Parteien zeigen Wechseleffekte an, Pfeile von aussen zu einer Partei hin zeigen Mobilisierungs- und Demobilisierungseffekte an.

Die Übersicht bestĂ€tigt die bekannten Muster zu weiten Teilen:

Erstens spielt die Mobilisierung an den Polen eine grössere Rolle:

– Eindeutig positive Mobilisierungseffekte haben die GrĂŒnen und die SP, in geringerem Masse auch die GLP. Schwach positiv sind sie bei der FDP.
– Eine eindeutige Demobilisierung zeigt sich bei der SVP. Weniger stark, aber auch nachteilig findet sich diese bei der BDP und minim bei der CVP.

Zweitens wechseln WĂ€hlerinnen primĂ€r innerhalb eines Lagers die Partei. Drei Parteien dĂŒrfen WechselwĂ€hler anziehen:

– Die GrĂŒnen: Sie legen namentlich zulasten der SP um 0,9 Prozentpunkte zu. Ein Teil des erwarteten GrĂŒnen-Wahlsiegs dĂŒrfe damit auf das Konto der SP gehen, die Anteile in entsprechendem Ausmass verliert.
– Die GLP: Sie gewinnt als einzige Partei von links und rechts, was in der Schweiz ausgesprochen selten ist. 0,6 Prozent‧punkte kommen von der SP, im zweitstĂ€rksten Wechseleffekt ĂŒberhaupt. 0,3 Punkte machen ehemalige WĂ€hler der BDP aus und je 0,2␣Punkte solche der CVP, FDP und SVP.
– Die FDP: Sie erntet vor allem Stimmen bei der CVP und der BDP. Die Wechslerbilanz von 0,5 Prozentpunkten zwischen FDP und CVP ist die drittstĂ€rkste ĂŒberhaupt. Allerdings franst die FDP an ihren RĂ€ndern ebenfalls aus – nirgends stark, aber ĂŒberall ein bisschen. Das ist typisch fĂŒr eine Partei, die sich kurzfristig neu positioniert hat und damit auch Verunsicherung auslöst.

Diese Auflistung relevanter WĂ€hlerbewegungen muss nicht abschliessend sein. Plausibel vermutet werden kann darĂŒber hinaus, dass es auch im rechten Lager
zwischen der SVP und der FDP Bewegungen gibt. Nur sind die Effekte in beide Richtungen Àhnlich stark, sodass die Bilanz hier neutral ausfÀllt.

Fazit
Die Detailanalyse der WÀhlerbewegungen fÀllt damit im Grossen und Ganzen so aus, wie es Wahlforscher erwarten. Die Faustregeln bewahrheiten sich: Mobilisierung entscheidet an den Polen, WechselwÀhlen im Zentrum.

Den ganzen Datenblog finden Sie im RepublikMagazin vom 16.9.2019 unter

Combining als neues Verfahren fĂŒr Wahlgewinne oder -verluste

Wie gross ist der WÀhlenden-Anteil der Parteien bei der kommenden Wahl? Wer kann mit Gewinnen rechnen, wer muss von Verlusten ausgehen? Ein neues Verfahren verspricht PrÀzisierungen der bisherigen Bilanzen und Prognosen.

Auf der Suche nach Antworten auf die Frage nach den ParteistĂ€rken kann man sich mit der LektĂŒre von Zeitungen begnĂŒgen. Man kann sich auch an eine(n) ExpertIn wenden. Beides bleibt jedoch schwach evidenzbasiert und subjektiv.

Neue Wege der Wahlforschung

Die Wahlforschung begeht seit 10 Jahren neue Wege. Combining heisst eine der neuen Methoden. Auf gut Deutsch: Kombination.
Kerngedanke des Vorgehens, das Scott Armstrong entwickelt und PollyVote popularisiert hat, ist: Jedes Verfahren hat einige StÀrken und SchwÀchen. Wenn man nicht weiss, welches Verfahren auf Dauer am sichersten ist, verbindet man am besten die verschiedenen Vorgehensweisen. Deshalb ist die unvoreingenommene Kombination die neutralste.
In der Schweiz stehen vier denkbare Instrumente zur VerfĂŒgung: reprĂ€sentative Wahlbefragungen wie das Wahlbarometer, Mitmach-Umfragen, wie die 20 Minuten Erhebungen, WĂ€hlbörsen, wie sie der Tagesanzeiger publiziert, und Extrapolationen kantonaler Wahlen, wie man sie vom ZdA und dem Institut fĂŒr Politikwissenschaft an der Uni ZĂŒrich kennt.
Wahlbörsen wÀren am ehesten Prognosen, aber wenig stabil. Umfragen lassen ausgefeilte Analysen zu, haben aber einen Unsicherheitsbereich. Und kantonale Wahlergebnisse liegen in aller Breite vor, sind am nationalen Wahltag aber veraltet.

Ergebnis der ersten Anwendung in der Schweiz

GemĂ€ss Combining sind Gewinne der FDP.Die Liberalen resp. der SVP am wahrscheinlichsten. Möglich sind Gewinne auch bei der SP. Verlieren dĂŒrfte dagegen die GPS. RĂŒckgĂ€nge sind auch bei CVP und BDP möglich. Generell gilt: Grössere Parteien können zulegen, kleinere werden geschwĂ€cht.

tabcombi
Tabelle anklicken, um sie zu vergrössern
ErlÀuterungen
Wbaro=SRG-Wahlbarometer, ReprÀsentativ-Befragung CATI, gfs.bern
20 min Umfrage= Mitmachumfrage online, sotomo
Wbörse: Wahlbörse, Wettplattform Tagesanzeiger (nur fĂŒr Teilnehmer zugĂ€nglich)
Kantonale Wahlen: ZdA/Daniel Bochsler
Kantonale Wahlen: IPW/Pirmin Bundi

Bei allen sechs Parteien stimmen kantonale und nationale Trends ĂŒberein. Moderiert wird durch die Kombination einzig das Ausmass an erwarteter VerĂ€nderung je Instrument. Zum Beispiel die FDP, die in den nationalen Instrumenten besser abschneidet als in den kantonalen. Das gilt nicht fĂŒr die GLP, denn da zeigen die Trends diametral Unterschiedliches an. In der Kombination resultiert denn auch ein Halten.
Generell gilt: Grössere Parteien können zulegen, kleinere werden geschwÀcht.
Die fĂŒr die Schweiz neue Methode hat auch den Vorteil, Ausreisser der verschiedenen Instrumente sichtbar zu machen: Bei der „20 Minuten“-Umfrage ist es der tiefe Werte fĂŒr die SP, bei der Wahlbörse der hohe fĂŒr die BDP. Kein wirklicher Ausreisser ergibt sich beim Wahlbarometer, obwohl er nur mit 17%-Anteil in die finale Hochrechnung einfliesst.

Was es in der Schweiz noch brÀuchte
Die bisherigen Erfahrungen mit der Methode in den USA und Deutschland sind bei Wahlen ĂŒberwiegend positiv.
Gut wĂ€re es in der Schweiz, wenn auch ökonometrische Modellrechnungen und systematische ExpertInnen-Befragung miteinbezogen werden könnten. Das wĂŒrde die Zahl der Instrumente erhöhen und die Wahrscheinlichkeit von PrĂ€zisierungen vergrössern. Zudem gibt es erheblich weniger Umfragen und Wahlbörsen als in anderen LĂ€ndern. Entsprechend haben wir hier nicht einen Teilindex je Methode gewĂ€hlt, sondern je einen fĂŒr die nationale und die kantonale Ebene.
Dennoch, die Schweizer Wahlforschung kann sich sehen lassen. Die mittlere Abweichung kurz vor Wahlen betrÀgt bei Umfragen gut 1 Prozent. Alles unter 1 Prozent gilt als Spitzenwert. Das heisst nicht, dass man nicht mehr tun soll. Unsere Erwartungen sind: Bei einer normalen Wahl verringerte sich die durchschnittliche Abweichungen. Nur bei einer ausserordentlichen Wahl mit starken Ereignissen in der Schlussphase des Wahlkampfs sind die kurzfristigen Instrumente geeigneter.
Die Situation in der Schweiz hat bis jetzt einen Nachteil. Es gibt zu wenig Instrumente, und es gibt je Instrument zu wenig Messungen. Die Kombination ist damit besser als die Einzelinstrumente. Mehr Material fĂŒr Kombinationen wĂ€re jedoch noch besser.

Claude Longchamp

PS:
Heute ist die neueste 20min-Umfragen erschienen, und die Wahlbörse wurde aufdatiert. Das neueste combining sieht wie folgt aus:
combininbg2
Die wesentlichste VerÀnderung betrifft die GLP, jetzt leicht Plus. Das SP-Ergebnis der 20min-Umfrage bleibt der markanteste Ausreisser.

Analysen, Analysen, Analysen

Gestern Abend erschien das SRG-Wahlbarometer des Forschungsinstituts gfs.bern. Entfacht wurde damit auch die Prognose-Diskussion. (M)eine Standortbestimmung.

Das Wort „Analyse“ beinhaltet (mindestens) drei Arten von AbklĂ€rungen: die Beschreibung, die ErklĂ€rung und die Prognose von Sachverhalten, Ereignissen oder Entwicklungen. Alle drei Operationen basieren auf Analysen. Indes, nicht jede Analyse eignet sich fĂŒr alle drei Operationen gleichermassen.

Umfragen sind unbestrittenermassen Bestandesaufnahmen. Je nach Machart liefern sie auch ErklÀrungen, oder haben sie prognostischen Wert.
Das gilt auch fĂŒr das gestern veröffentliche Wahlbarometer: Es benennt den Ist-Zustand beispielsweise bei den ParteistĂ€rken. Das ist in beschreibbaren Grenzen machbar. Es versucht zudem, ErklĂ€rungen zu geben, warum eine Partei gewĂ€hlt wird, beispielsweise aufgrund von Themen- und Personenorientierungen oder der Positionierung auf der Links/Rechts-Achse, dem Regierungsvertrauen und den kommunizierten Werthaltungen.
Prognostische Absichten verfolgt das Wahlbarometer dagegen nicht, denn der Weg hierzu ist steinig. Die grössten Brocken können aus dem Weg gerĂ€umt werden, wenn man Bestandesaufnahmen identisch gemacht wiederholt, sich daraus ein Trend ergibt, den man dann auf den Abstimmungstag hin extrapoliert. Je mehr Umfragen man hat und je mehr man dem Wahltermin nĂ€her rĂŒckt, desto eher wird das möglich. Aufgrund einer Umfrage ein Jahr vor den Wahlen macht das keinen Sinn. Und schon gar nicht weit im Voraus-
Hauptgrund: Die ErklĂ€rung von VerĂ€nderungen in den Wahlabsichten ĂŒber die Zeit hinweg erfolgt in erster Linie aufgrund des Wahlkampfes, dessen Funktion es ist, Meinungen zu bilden und zu mobilisieren. Solange man aber die zentralen Ereignisse in einem Wahlkampf nicht kennt, kann man beide Wirkungen eines bestimmten Wahlkampfes nicht vorhersagen, maximal mit Szenarien antizipieren.
Die meisten Parteien haben das zwischenzeitlich begriffen. Sie nehmen Wahlbefragungen als Tendenzen, als Orientierungsgrössen, ob der Trend stimmt oder nicht. Klar, gute Umfragewerte zu ParteistĂ€rke, Themenkompetenz oder PersonenglaubwĂŒrdigkeit hat man lieber als schlechte. Entscheidend ist das alles nicht, denn die Reaktionsart ist massgeblich: Man kann sich in Sicherheit fĂŒhlen, in AngstzustĂ€nde verfallen, oder Analysen als Anlass nehmen, etwas inskĂŒnftig besser zu machen.

Interessant zu sehen war gestern und heute, wie anders gewisse Massenmedien auf eine Wahlumfrage reagieren: Je zugespitzer die Aussage, umso eher verfĂ€llt man in die Prognose-Routine. Am schlimmsten war die SĂŒdostschweiz. Auf der Frontseite prangte: „Prognose: SVP verliert die Wahlen 2015.“ Dabei konnten wir im Vorfeld der Veröffentlichung noch einiges verbessern: „Wer gewinnt in einem Jahr, wer verliert? Und was heisst das fĂŒr den Bundesrat?“, waren die meist gestellten Fragen. Einige Ă€nderten nach GesprĂ€chen das Thema, und legten, von uns aus zurecht auf die ErklĂ€rung, was ist, und warum es ist.

Aus meiner Sicht ist heute nichts anderes angezeigt, wenn man Umfragen liesst. Das heisst indessen nicht, dass es keine Nachfrage nach Prognosen gibt, auf die man eintreten kann. Mitunter zu diesem Zweck habe ich vor einem Jahr an der Uni Bern auf der Masterstufe ein Forschungsseminar zu Wahlprognosen angeboten: zum Versuch, mit oder ohne Umfragedaten, Vorhersagen von Wahlen zu machen. Vom bestehenden Wahlbarometer unterscheiden sie sich in verschiedener Hinsicht: Entweder werden Analysetools aller Art, also auch Wahlbörsen, PrognosemĂ€rkte, Expertenpanels und Modellrechnungen systematisch genutzt, um Fehlerquellen, die ĂŒberall bestehen können, zu vermeiden, oder aber es werden, ĂŒber die hier genannten ErklĂ€rungsgrĂŒnde hinaus, weitere wie die EinflĂŒsse der Medienberichterstattung, Wahlwerbung, politisches Klima, Wirtschaftslage etc. beigezogen, um Prognosen machen zu können.
Am Ziel sind wir alle nicht. Entscheidend ist aber, dass wir Willens sind dazuzulernen. Am besten im herrschaftsfreien Diskurs mit weiteren Interessierten.

Claude Longchamp

Mit Combining zu besseren Prognosen

PollyVote in den USA! Pollyvote in Deutschland! Bald auch PollyVote in der Schweiz?

Das Beispiel war einleuchtend: Muss man sich in einer schwierigen Sache entscheiden, listet man Pro und Kontra auf, und fragt man sich, ob mehr dafĂŒr oder dagegen spricht. Schwieriger als das ist die Antwort auf die Frage, ob ein Argument alle anderen ĂŒbertrumpfe.

Vor diesem Hintergrund kritisiert Andreas Graefe am Freitag in einem Gastvortrag im Rahmen meines Forschungsseminars an der Uni Bern das gĂ€ngige Verfahren in der Prognosetechnik, wonach man relevante Determinanten aufgrund der bisherigen Erfahrung gewichtet, um eine gute Vorhersage machen zu können. Vielmehr empfahl der Referent, mehrere begrĂŒndbare Prognosen konstant nebeneinander laufen zu lassen, und aus ihnen systematisch ungewichtete Mittelwerte zu bilden.

„Ist das Wissenschaft?“, habe ihn Prognose-Guru Michael Lewis-Beck nach seinen ersten Vortrag vor Spezialisten gefragt, und er habe die Antwort gleich vorweg genommen: zu simpel, um wahr zu sein! Doch der Nachwuchsforscher liess sich nicht ins Boxhorn jagen und rechnete nach: Neun Modelle kennt insbesondere die amerikanische Forschung zu PrĂ€sidentschaftswahlen. Wirtschaftsleistung und PopularitĂ€t des Amtsinhabers kommen in allen vor; danach unterscheiden sich die Indikatoren aber, sodass man immer weider von neuem versuche, mittels raffinierter Gewichtung optimale Modellierung zu erhalten. Mitnichten, meinte der MĂŒnchner Gast, denn: Addiere man die 27 Indikatoren aller Modell ungewichtet auf einmal, erhalte man die beste Prognose.

Graefe zĂ€hlt Umfragen, Wahlbörsen, Modellrechnungen, Indices zu Themen- und Personeneigenschaften sowie ExpertInnen-EinschĂ€tzungen zu den an sich validen Prognoseinstrumenten. Kein Tool sei perfekt, sodass man sich auf nur eines verlassen könne. BerĂŒcksichtige man aber alle gleichermassen, reduzieren man die Wahrscheinlichkeit, durch einen unvorhersehbaren Ausreisser ungewollte beeinflusst zu werden.

pollyvote
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PollyVote nennt Graefe das Verfahren. Sein Papagei verstehe nichts von Politik, plappere aber alles nach, was die anderen sagen, und kenne die Mittelwert-Berechnung. Das reiche!

2013 arbeitete der Oekonom, der an der Uni MĂŒnchen forscht, so, um den Ausgang der Bundestagswahlen vorauszusagen. Dabei zeigten sich StĂ€rken und SchwĂ€chen der Methode. Dass es die AfD nicht schaffe, war fĂŒr Graefe klar. Wie alle anderen Instrumente auch, prognostizierte auch seines aber, die FDP schaffe die 5-Prozent-HĂŒrde.

Der Grund ist einfach: Die Wahlbörsen waren teilweise durch die SympathisantInnen der AfD manipuliert; genau das fiel im Vergleich der Instrumente untereinander schnell auf. Anders bei FDP: Weil sich alle in die gleiche Richtung tÀuschten, entdeckte das Graefe-Verfahren die gemeinsame SchwÀche nicht.

Dennoch zeigte sich der Referent aufgrund US-amerikanischen Erfahrungen ĂŒberzeugt: Auf die Dauer werden Prognosen genauer, wenn man verschiedene bewĂ€hre Verfahren unvoreingenommen verbindet, und die Kombi-Methode ist die Beste, nicht weil sie fehlerfrei ist, sondern die Fehlerwahrscheinlichkeit systematisch minimiert.

Ich werde mir das zu Herzen nehmen, und es in der Schweiz ebenso versuchen!

Claude Longchamp

Wer wie genau war, bei der Prognose der deutschen Bundestagswahlen

Ueber das Prognose-Tool PollyVote_de habe ich schon vor den deutschen Bundestagswahlen berichtet. 2013 durchlief es sein Probephase – und bestand sie, wenn auch nicht ganz problemlos. Mein Bericht.

WÀre es nach den verschiedenen Wahlbörsen gegangen, wÀre die AfD in den Bundestag gelangt und die FDP drin geblieben. Das war gleich gleich zweimal falsch. Bei der AfD lagen die PrognosemÀrkte als einzige daneben, bei der FDP gerieten alle Prognoseverfahren bei den diesjÀhrigen deutschen Wahlen in Schwierigkeiten.

Nun kann man Vorhersagen nicht auf die Frage reduzieren, wer der Eintrittsschwelle in den deutschen Bundestag scheitert resp. sie ĂŒberwindet. Das ist zwar qualitativ von Belang, doch gehen alle Prognoseverfahren quantitativ vor. Fairer ist es deshalb, sie daran zu messen, wie gross mittlere Abweichung bei allen Parteien ist.

PollyVote hat denn auch die quantitative GĂŒte der verschiedenen Tools im Nachhinein verglichen. Ergebnis:

. PrognosemÀrkte waren am ungenauesten;
. etwas besser waren ExpertInnen;
. noch prÀziser waren Umfragen und
. am geeignetsten, die Wahl vorauszusehen, waren Modellrechnungen.

PollyVote ging noch darĂŒber hinaus. Im Claim der Plattform heisst es, „Prognosen gut kombiniert“. Will heissen: Am besten ist der Mix aus der vier genannten Verfahren. In der Tat wurde das Versprechen eingelöst, denn noch einen Hauch besser als die Modellrechnungen war PollyVote selber.

Damit bestĂ€tigt sich in Deutschland, was in sich in der amerikanischen Wahlforschung vor kurzem eingebĂŒrgert hat. Statt auf eine Umfrage zu achten, schaut man auf alle. Statt Umfragen alleine beizuziehen, lĂ€sst man sich von allen serösen Instrumenten beraten.

Der mittlere Fehler dieses doppelten Kombis betrĂ€gt 0,97 Prozentpunkte pro Partei. Das Hauptproblem betrifft die CDU/CSU, gefolgt von den GrĂŒnen. Erst dann kommen die FDP und die AfD an die Reihe. Weitgehend unproblematisch waren die EinschĂ€tzungen von von PollyVote bei der SPD, den Piraten und der Linken.

Alles klar? Wie immer bei solchen Aggregatoren, die vom Schnitt ausgehen, sind einige Teilinstrumente ungenauer resp. genauer als das Mittel. Am genauesten von allen war die Website „election_de„. Denn sie lag praktisch ĂŒberall richtig; mittlerer SchĂ€tzfehler: sensationelle 0,1 Prozent pro Partei.

Das Dumme nur: Die Statistiker dahinter verraten fast nichts, wie sie vorgegangen sind. Man erfĂ€hrt nur, dass sie die zitterhaften Umfragen mit den langfristigen Trends kombinieren, und ĂŒber die Wahlkreise vorgehen, um die ParteistĂ€rken zu prognostizieren. Wie genau das geht, bleibt ihre Mysterium.

Claude Longchamp

Lassen sich Schweizer Wahlen prognostizieren?

Mit Blick auf die Schweizer Wahlen 2015 wage ich ein fĂŒr die Schweiz neuartiges Experiment in der Wahlforchung.

Umfragen zu den Wahlabsichten vor Schweizer Nationalratswahlen sind heute weitgehend eingefĂŒhrt und sie werden medial und politisch vielfach verwendet. Insgesamt haben sie sich bewĂ€hrt, und einen im internationalen Vergleich brauchbaren Stand erreicht. Es bleiben aber zwei Probleme: Befragungen kurz vor einer Entscheidung vermitteln einen leicht „zittrigen“ Eindruck, denn die Schwankungen der Messergebnisse im Zufallsbereich bleiben bei allen methodischen Verbesserungen bestehen. anderseits sind Umfragen weit vor einer Wahl eher Momentaufnahmen denn Vorhersagen, denn es fehlt ihnen die BerĂŒcksichtigung der Meinungsbildung, die erst noch kommt.

Die internationale Wahlforschung der letzten 15 Jahre ist genau deshalb neue Wege gegangen. Sie prĂŒft alternative Instrumente wie Wahlbörsen oder ExpertInnenbefragungen, und sie hat Modellrechnungen entwickelt, um beispielsweise mit ökonomischen Indikatoren oder medialen Themenanalysen Wahlprognosen erstellen zu können. Andere VertreterInnen der neuen Wahlforschung verfolgen den Pfad, Umfrageergebnisse zu qualifizieren, indem sie mit anderen Messgrössen kontrolliert, spricht justiert werden.

Genau diesen neuen Möglichkeiten der Wahlprognose nimmt sich mein neu gestaltetes Forschungsseminar an der UniversitĂ€t Bern an. Ziel ist es, ein Instrumentarium zu entwickeln, das mit oder ohne Umfragen zu Wahlabsichten 2015 eingesetzt werden könnte, um den Ausgang von National- und StĂ€nderatswahlen vorherzusehen. Auf diesem Weg gibt es in der Schweiz bisher nur wenig; erwĂ€hnt seien Extrapolationen kantonaler Wahlen – mit der EinschrĂ€nkung, dass die Trends aber nicht gleich verlaufen. Zu StĂ€nderatswahlen gibt es noch weniger – mit Ausnahme erster Forschungsarbeiten, die ich 2011 an der Uni Bern angeregt habe.

Diese LĂŒcke will das Seminar fĂŒllen. Es richtet sich an Studierende auf der Masterstufe. Vorausgesetzt werden gute Kenntnisse der Schweizer Wahlen und ein grundlegendes Wissen zu den Theorien und Methoden der Wahlforschung. Die Lehrveranstaltung selber besteht aus mehreren Teile: einer EinfĂŒhrung mit den Erarbeitung der Zielsetzung: eine Bearbeitung der relevanten Literatur aus den USA und aus Deutschland; der Bildung von Projektgruppen, die je ein Instrument entwickeln mĂŒssen und der Diskussion erster Ergebnisse aus der neuen Forschung. Als externen Referanten habe ich zudem Andreas Graefe von der Uni MĂŒnchen eingeladen, der ein vergleichbares Projekte zu den Bundestagswahlen 2013 realisiert.

An die studentischen Projekte stelle ich eine Anforderung: Die Intuition, die hier sehr wohl eingesetzt werden kann, soll durch ein systematisches und methodisch kontrolliertes Vorgehen ersetzt werden. Die Arbeiten aus dem Seminar mĂŒssen bis Ende Januar 2014 abgeben werden, mit konkreten VorschlĂ€gen, wie neue Instrument der Wahlprognoseforschung jenseits der eingefĂŒhrten aussehen und wie sie mit Blick auf die Wahlen 2015 realisiert werden könnten. Interessierte der Uni Bern erfahren ĂŒbere Ilias mehr dazu.

Ich hoffe, hier nicht nur Neuland zu beschreiten, sondern auch festeren Boden unter den FĂŒssen zu bekommen!

Claude Longchamp