Archive for August, 2012

Politische Kommunikation in direktdemokratischen Kampagnen exemplarisch untersucht

Hanspeter Kriesi, eben von der Uni ZĂŒrich an die von Florenz gegangen, hat sein letztes in der Schweiz entstandenes Buch vorgelegt. Konzeptionell markiert es einen Meilenstein in der Abstimmungsforschung, datenmĂ€ssig bleibt es bescheiden, sodass man auch einige Folgerungen anders sehen kann.

Kampagnen zu Volksabstimmungen sind umstrittener geworden, denn es steht immer hĂ€ufiger im Raum, Abstimmungsentscheidungen könnten durch Eliten bestimmt werden. Genau diese PolaritĂ€t zwischen AufklĂ€rung und Manipulation greift Hanspeter Kriesi, weiland Professor fĂŒr Politikwissenschaft an der Uni ZĂŒrich, in seinem jĂŒngst erschienen Sammelband zur politischen Kommunikation in direktdemokratischen Kampagnen auf, um sie, unterstĂŒtzt von einem Forschungsteam an der Uni ZĂŒrich, einer vorlĂ€ufigen Antwort der Wissenschaft zuzufĂŒhren.

Die generelle These lautet, dass man Kampagneneffekte in direktdemokratischen Entscheidungen nicht an sich bestimmen kann. Denn sie hĂ€ngen von Verschiedenem ab: dem Kontext, dem Thema und den Kampagnen selber. Um das einzugrenzen, schlĂ€gt Kriesi neuerdings vor, zwischen dem Wettbewerbscharakter von Entscheidungssituationen, die Medienausstattung in der Demokratie und die BĂŒrgerInnen-Kompetenzen fĂŒr differenzieren.

Basis des breit angelegten Lesebuches sind drei vertieft untersuchte Fallbeispiele von Kampagnen vor Volksentscheidungen in der Schweiz: die Aslygesetzgebung, die EinbĂŒrgerungsfrage und die Unternehmenssteuerreform. Die Beispiele wurden typologisch ausgewĂ€hlt: Das erste gilt als einfache und alltagsnahe Entscheidung, das zweite als einfaches, aber nicht alltĂ€gliches Exempel, und das dritte erfĂŒllt keines dieser beiden Kriterien. Damit entsteht eine simple Rangierung fĂŒr Vorlagen, die den Test von Hypothesen zur Wirksamkeit von Kampagnen hinsichtlich der KomplexitĂ€t Abstimmungsthemen und der FamiliaritĂ€t der BĂŒrgerInnen zu erlauben soll. Generell gilt, je anschaulicher und einfacher das Thema, desto klarer dominieren BĂŒrgerInnen-PrĂ€ferenzen.

Zusammengefasst wird die Vielzahl an Untersuchungsergebnissen im 260 seitigen Buch in einem vorbildlich gegliederten Schlusskapitel. Hier meine Learnings:

Erstens, die Strategien der PolitikerInnen werden zunĂ€chst durch die Logik der direkten Demokratie selber bestimmt, die ist auf Mehrheitsbildung aus. Sie trifft, mindestens in der Schweiz, auf eine Parteiensystem, das durch ganz andere Determinanten wie Konkordanz und Föderalismus geformt wurde und eher schwachen Minderheitsparteien fĂŒhrte. Deshalb kommt hierzulande der Koalitionsbildung vor einer Volksentscheidung die erste grosse Bedeutung zu. Kriesis Schluss ist, dass die gemĂ€ssige Rechte – gemeint sind wohl FDP und CVP – die SchlĂŒsselposition einnehmen, denn sie können sowohl mit der populistischen Rechten (der SVP) wie auch der Linke (der SP, GPS) Allianzen eingehen. In der Regel gelinge es so die binĂ€re Logik von Volksabstimmungen zu durchbrechen. Was die Orientierung von Kampagnen betrifft, spricht Kriesi von einer erheblichen Ausrichtung an der Substanz. In der Regel seien die Kampagnen beider Seiten inhaltlich, denn es gelinge ihnen mindestens eine relevante Botschaft zu platzieren. Indes, die Bewertung dieser fĂ€llt gespalten aus, weil es nicht mehr eindeutig sei, ob es sich um eine BegrĂŒndung oder um eine Rahmung der Entscheidung handle. Genau letzteres mache es schwer, den Effekt von Kampagnen zu bestimmen. Denn in der traditionellen Analyselogik stelle man auf die FĂ€higkeit von Botschaften ab, Reaktionen der anderen Seite zu erzeugen. Wenn es jedoch gar keine Reaktionen mehr gĂ€be, versage diese Definition. Wirkungen von Kampagnen könnten dann nur noch anhand des Impacts auf Stimmabsichten gemessen werden. Das wiederum lasse sich nur formal messen, beispielsweise aufgrund der Dauer von Kampagnen oder dem Mitteleinsatz der Akteure. Ersteres sei in der Schweiz auch ohne gesetzliche Regelungen stark routinisiert: Entscheidend sei die Hauptphase, in der Regel die letzten drei Wochen vor dem Abstimmungstag, erweitert durch eine Vorphase, die 4 bis 5 Wochen vorgelagert sei. Sich dabei ein Plus zu verschaffen, hĂ€nge in erster Linie von den finanziellen Mitteln ab, denn diese determierten den relevanten Inserate- und Plakateeinsatz. Ob es dabei einen engen Zusammenhang zwischen Ressourcen und Ergebnissen gĂ€be, lasse sich bezweifeln, resĂŒmiert Kriesi. Richtig sei, dass die Rechte in der Regel ĂŒber mehr Geld verfĂŒge, aber keine Garantie fĂŒr Abstimmungssiege habe. Eine höhere Wirkung vermutet er einzig bei knappen Ergebnissen, wo die Mobilisierung durch Geld jene durch Botschaften ĂŒbertreffen könne.

Damit leitet die Buchbilanz zu den Medienstrategien ĂŒber. Der zweite Schluss Kriesis ist, auch Medienkampagnen seien routinisiert, bisweilen sogar auch ritualisiert. Insgesamt attestiert er den Schweizer Medien jedoch, einen hohen Aufwand zugunsten der direkten Demokratie zu betreiben, welcher primĂ€r der journalistischen Logik folge. Zudem glaubt er genĂŒgend Belege fĂŒr die spitze Folgerung gefunden zu haben, in AbstimmungskĂ€mpfen agiere die Politik, wĂ€hrend die Medien nur reagierten. Auch hinsichtlich der vielfach diskutierten Personalisierung von AbstimmungskĂ€mpfen fĂ€llt die denkbare Kritik zurĂŒckhaltend aus: Ausnahme machten letztlich nur die BundesrĂ€tInnen, die stark medialisiert, von ihrer Funktion her aber zur sachorientierten Vermittlung verpflichtet seien. Zugenommen habe dabei die Zuschreibung von individueller Verantwortung bei Niederlagen, was mit dem Kollegialsystem kollidiere, ohne aber zu erheblichen Problemen gefĂŒhrt zu haben. Negative VerĂ€nderungen im Mediensystem sieht Kriesi vor allem in der Boulevard-Presse, aber auch den Gratismedien. Deren aufklĂ€rungskritische Medienkultur werde aber dadurch relativiert, dass es keine substanziellen Hinweise dafĂŒr gĂ€be, dass man sich ausschliesslich ĂŒber diese Medium infomriere, um sich bei einer Abstimmung zu entscheiden.

Womit wir, drittens, bei den Bedingungen der BĂŒrgerInnen-Entscheidungen angelangt sind. Um diese zu analysieren, verwenden die ForscherInnen den Begriff der PrĂ€disposition, genau genommen der generellen politischen Erfahrung einerseits, der themenspezifsichen Involvierung anderseits. Wenn das gegeben sei, komme es zu frĂŒhen Entscheidungen, die Bestand hĂ€tten; ohne das seien situative Entscheidungen aber verbreitet – mit eigenen Bestimmungsfaktoren. Kriesi spricht dabei von drei Kampagnen-Prozessen: der VerstĂ€rkung anfĂ€nglicher Stimmabsichten, der Mobilisierung von allgemeinen PrĂ€dispositionen und der Bildung von neuen Meinungen durch Kampagnen. Generell sieht er zahlreiche Belege, dass Kampagnen individuelle Lernprozesse auslösen wĂŒrden. Wie sie sich auf Entscheidungen auswirkten, hĂ€nge von der anfĂ€nglich postulierten Typologie ab: VerstĂ€rkung finde sich vor allem bei eingefĂŒhrten Abstimmungsthemen, Aktivierung bei wenig bekannten, und Meinungswechsel komme namentlich bei Themen mit hoher Alltagsferne und betrĂ€chtlicher KomplexitĂ€t vor.

Was heisst das alles fĂŒr die Kardinalsfrage? Der Chef des Forschungsteams entscheidet sich ganz am Schluss des Buches eindeutig fĂŒr „AufklĂ€rung“. Das sei nicht nur die zentrale Aufgabe der politische Kommunikation in direktdemokratieschen Kampagnen, sondern auch die effektive Wirkung. Die ĂŒberwiegende Zahl der bisher untersuchten FĂ€lle sprĂ€che fĂŒr diese Vision der Abstimmungsdemokratie. Die exitierenden Abweichungen kĂ€men vor, wenn die KomplexitĂ€t hoch und die Vertrautheit der BĂŒrgerInnen gering sei, schreibt Kriesi. Dann ĂŒberwiege der Einfluss der Eliteentscheidungen, derweil diese sonst auf die PrĂ€ferenzen der Stimmberechtigten aufbauen mĂŒssten, um Erfolg zu haben.

An diesem Buch ĂŒberzeugt zunĂ€chst die Gesamtsicht der untersuchten Einflussgrössen. Dabei hat die konzeptionelle Erörtung von Abstimmungsentscheidungen in den letzten 20 Jahren betrĂ€chtliche Fortschritte erzielt, und sie hat sich von den Konzepten der Wahlforschung vorteilhafterweise gelöst. Es bleibt aber das Problem von Verallgemeinerungen. Letztlich basiert alles hier Beschriebene auf drei Fallbeispielen aus einem politischen System und in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum. Es kommt hinzu, dass eine, vielleicht massgebliche Unterscheidung fĂŒr die Analyse von Schweizer Volksabstimmungen gar nicht diskutiert wird: der Unterschied in der Logik von Oppositionsvorlagen und der von Behördenvorlagen. Bestimmend ist dabei die umgekehrte Beweislast von Kampagnen: Bei Referenden entstehen Vorlagen im Parlament, und sie wissen eine reprĂ€sentative Mehrheit hinter sich, wĂ€hrend dies bei Volksinitiativen in aller Regel nicht der Fall ist. Genau das bestimmt die sehr unterschiedlichen Annahmechancen, die mit den herausgearbeiteten Faktoren wie Koalitionsbildung, Medienwirkungen und BĂŒrgerInnen-Heuristiken fĂŒr Initiativen und Referenden separat erklĂ€rt werden sollten.

Meine Erfahrungen mit der dynamischen Betrachtung von Volksentscheidungen – bei zwischenzeitlich rund 100 Fallbeispielen aus 25 Jahren – lehrt mich, dass das der fundamentale Unterschied ist, auf dem man das Ganze nochmals durchspielen sollte. So könnte es denn auch sein, dass die eine oder andere der sehr positiven Wertungen der politischen Kommunikation in direktdemokratischen Entscheidungen etwas kritischer ausfallen wĂŒrde.

Claude Longchamp

Mein Vortragsherbst – (fast) ganz im Zeichen von Volksabstimmungen

Ich bin in diesem Jahr stark belastet mit meinen eigentlichen beruflichen Beanspruchungen, weshalb ich bei VortrÀgen etwas reduziert habe. Immerhin, bis Ende 2012 noch einiges zusammen. Hier die Uebersicht.

25.10.2012
TischgesprĂ€che im MĂŒllerhaus Lenzburg: Meinungsbildung in der direkten Demokratie. Stand der Dinge und Ausblick aufgrund der Schweizer Erfahrungen.

Weitherum sind Volksabstimmungen im Kommen, und vielerorts fragt man sich, wie sich Meinungen in der direkten Demokratie bilden. Ich habe hierzu eine Uebersicht verfasst, teste das Referat dieses Jahr bei verschidenen Exponenten der Schweiz, und will es ab 2013 gesamteuropÀisch einsetzen.

26.10.2012
Tagung Angestellte Schweiz, Olten: Hoffnungen und Aengste der Mittelschichten in der Schweiz

Die Mittelschichten sind in Bewegung – sie vermehren sind, und gleichzeit zeigen sich verschiedenste Trend mit Auf- und Abstiegsorientierungen. Angestellte Schweiz will sich als neue Interessenvertretung der Mittelschichten platzieren und widmet sich einen Tag dem Thema mit einer ganzheitlichen Perspektive.

6.11.2012
Politische Soziologie, UniversitĂ€t Bern (Gastvortrag im Rahmen der Vorlesung von Prof. Dr. Markus Freitag): VOX-Analyse eidg. Volksabstimmung – das bestetablierte Instrument der Abstimmungsanalyse in der Schweiz

Seit 1977 wurden in der Schweiz alle eidgenössischen Volksabstimmungen mittels Nachbefragungen eines reprĂ€sentativen Querschnitts der Stimmberechtigten befragt – weltweit eine einmalige Datenquelle. Den Stand der VOX-Analysen, aber auch denkbare Weiterentwicklungen beschreibe ich mit diesem Referat vor Studierenden der Politikwissenschaft und angehenden ForscherInnen.

15.11.2012
Kundenanlass Postauto Schweiz: Volksabstimmung zu Verkehrsfragen: Gefahr oder Chancen fĂŒr den öffentlichen Verkehr

TĂ€glich fahre ich Postauto – und die Anfrage, vor den Kunden von Postauto Schweiz sprechen zu können, konnte ich nicht ablehnen! Meine Analyse geht vom der Tatsache aus, dass die direkte Demokratie in der Schweiz substanziell um Fragen des Oeffentlichen Verkehrs herum entstanden ist, dieser zwischenzeitlich gelernt hat, mit Volksentscheidungen erfolgsversprechend umzugehen.

16.11.2012
Historischer Verein Zofingen: 20 Jahre Volksabstimmungen zu Europa-Fragen in der Schweiz – eine Bilanz

Am 6. Dezember 2012 sagte die Schweiz Nein zum EWR-Beitritt, 2001 wurde zudem der sofortige EU-Beitritt in einer Volksabstimmung verworfen. Angenommen wurden vom SouverĂ€n dagegen alle Vorlagen zum Bilateralismus zwischen der EU und der Schweiz. Was man daraus fĂŒr die europapolitischen MentalitĂ€ten in der Sprachregionen, entlang des Stadt/Land-Gegensatz, in den Parteilagern, sozialen Schichten und Generationen lernen kann, behandle ich in diesem Referat.

Hinzu kommen diverse Kurse an (Fach)Hochschulen:

14./15.9.2012
Fachhochschule Winterthur: BĂŒrgerInnen-Meinungen und Demoskopie

Mein bewÀhrtes Kursmodul im Rahmen der Ausbildung zur politischen Kommunikation

ab 20.9.2012
UniversitÀt St. Gallen, MIA Master: Analyse des Lobbyings in der Schweiz und der EU

Neuartiger Praxiskurs an der HSG, der renomierten Wirtschaftshochschule

ab 21.9.2012
UniversitÀt Bern, SVP Master: Weiterentwicklungen zur Abstimmungsforschung

Forschungsseminar, das angehende ForscherInnen mit dem Stand der Abstimmungsanalyse in der Schweiz vertraut macht

5.11.2012
MAZ – Die Schweizer Journalistenschule, Luzern: Lobbyismus – Interessenvertretung in der Demokratie

Praxisorientierte EinfĂŒhung in die Welt des Lobbyings, speziell fĂŒr VertreterInnen der Organisationskommunikation

Claude Longchamp

Weiter an der ReferendumsfÀhigkeit arbeiten

Meine Kurzanalyse der grössten Einzelgewerkschaft in der Schweiz fĂŒr die Zeitung „work“.

Mit der Fusion zur Unia entstand die mit Abstand grösste branchenĂŒbergreifende Gewerkschaft, deren erklĂ€rtes Ziel es ist, die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse innerhalb der Arbeitswelt zugunsten der Arbeitnehmenden zu verĂ€ndern. Dazu gehört auch, sich fĂŒr eine soziale und gerechte Gesellschaft politisch zu engagieren.

Wenn die Politikwissenschaft die Macht politischer Akteure zu beurteilen hat, greift sie in der Schweiz gerne auf die ReferendumsfĂ€higkeit zurĂŒck. Gemeint ist damit, in der Lage zu sein, in KĂŒrze 50 000 Unterschriften zu sammeln, öffentliche Kampagnen zu fĂŒhren und Volksabstimmungen zu gewinnen.
Das HerzstĂŒck der ReferendumsfĂ€higkeit ist das Veto gegen ParlamentsbeschlĂŒsse. Wer das mit Erfolg demonstrieren kann, hat seine Verweigerungsmacht bewiesen und kann damit an anderen Orten drohen. Denn kein Parlament will nach Jahren der Gesetzesarbeit eine Volksabstimmung verlieren. Also besteht die Tendenz, sich mit referendumsfĂ€higen Organisationen frĂŒhzeitig zu arrangieren.
Seit der GrĂŒndung der Unia haben die Gewerkschaften ihre ReferendumsfĂ€higkeit zwei Mal eindrĂŒcklich bewiesen: 2004 bei der 11. AHVRevision, 2010 bei der BVG-Revision. Die AHV-Revision scheiterte mit 68 Prozent Nein, die BVG-Reform mit rekordverdĂ€chtigen 73 Prozent. Ähnlich beurteilt werden kann die Mietrechtsrevision 2004, wo sich die Gewerkschaften Seite an Seite mit den MieterInnenverbĂ€nden durchsetzten.
Die Bilanz wĂ€re jedoch unvollstĂ€ndig, wĂŒrde man es dabei bewenden lassen. Denn in weiteren sechs Referendumsabstimmung versagten die Gewerkschaften mit ihrem Aufruf zum Widerspruch. 2006 bei der Arbeitsgesetzrevision, dem AuslĂ€nder- und dem Asylgesetz, 2008 bei der 5. IV-Revision und der Unternehmenssteuerreform und 2010 bei der Arbeitslosenrevision. Das alles relativiert die ReferendumsfĂ€higkeit der Schweizer Gewerkschaften erheblich. Auf den Punkt gebracht: Das Veto in sozialpolitischen Kernfragen gelingt in der HĂ€lfte der FĂ€lle. In wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen ist die Bilanz indes negativer.
Mein Schluss: Die Gewerkschaften – und damit die Unia – mĂŒssen an ihrer FĂ€higkeit, Referendumsabstimmungen zu gewinnen, weiterarbeiten. Was in zentralen Fragen gelingt, lĂ€sst sich jedoch nicht einfach verallgemeinern. Weniger hĂ€ufiger Widerstand, dann jedoch mit vehementem Einsatz, scheint mir die richtige Folgerung aus dieser Übersicht zu sein. So könnte die Unia ihre politische Macht stĂ€rken, und zum Vorteil bei den Anliegen der Arbeitnehmenden einsetzen.

Claude Longchamp

Forschungsseminar: „Volksabstimmungen in der Schweiz“ (Meine Lehrveranstaltung im Herbstssemester 2012 an der Uni Bern)

In einem Monat ist es soweit. Es beginnt das Herbstsemester 2012. Meine Lehrveranstaltung im Master „Schweizerische und vergleichende Politik“ ist der Abstimmungsforschung gewidmet. Hier die Uebersicht.

Die Lehrveranstaltung ist als Forschungsseminar auf der Masterstufe konzipiert. Erwartet werden ein abgeschlossenes Bachelor-Studium, vorzugsweise in Politikwissenschaft, Interesse fĂŒr das politische System der Schweiz, namentlich das Funktionieren der direkten Demokratie und gute Basiskenntnisse der empirischen Politikforschung.

Stand der Dinge

Generell ist der Stand der Abstimmungsforschung durch ein geringeres Niveau als etwas die Wahlforschung, aber auch die Partizipationsforschung gekennzeichnet. Namentlich die Entwicklung spezifischer Theorie blieb bisher zurĂŒck. Genau das ist fĂŒr die Politikwissenschaft der Schweiz eine Chance: Denn ausser in Kalifornien hat sich praktisch nur hierzulande eine kontinuierliche Abstimmungsforschung entwickelt, die sich auf die zahlreichen Volksentscheidungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene bezieht

Dabei sind in jĂŒngster Zeit auf verschiedenen Gebieten Fortschritte erzielt worden, so beispielsweise bei der visuellen Darstellung von Abstimmungsergebnissen im Vergleich, bei der PrĂŒfung von Auswirkungen der Konkordanz auf Konflikte in der direkten Demokratie, bei der Bestimmung von Elite/Basis-Konflikten bei der Untersuchung des Einflusses von Akteure auf Abstimmungsentscheidungen, bei der Messung von Kampagneneffekten und bei der Skizze der Autonomie und Determination von Entscheidungen der BĂŒrger und BĂŒrgerinnen.

Weitere Fortschritte kann man insbesondere dann erwarten, wenn drei Bedingungen erfĂŒllt sind: Es gibt ausreichend Daten; es werden gegenstandsspezifische Theorien entwickelt, die auf die historischen Voraussetzung des Gegenstanden Bezug nehmen, und es gibt eine vergleichende Einordnung in die allgemeinen Entwicklungen des Fachs.

Material zur und Vorgehen wÀhrend der Lehrveranstaltung

Ausgangspunkt des Forschungsseminars sind die amtlichen Statistiken zu Abstimmungsergebnissen, die namentlich in der Datenbank SwissVotes ĂŒbersichtlich aufgearbeitet sind. Im Weiteren gibt es eine Datenbank zu den VOX-Analysen eidg. Volksabstimmungen, die Volksentscheidungen auf Befragungsbasis analysieren. Seit Neuestem kommt PolitnetzCH hinzu, mit dem das Abstimmungsverhalten der Parlamentsmitglieder (vorerst nur Nationalrat) vertieft untersucht werden kann. Verweisen sei schliesslich sei auf Bestrebungen, systematische Kampagnenanalysen in die Untersuchungen einzubeziehen.

Das Forschungsseminar hat mehrere Teile: eine Einleitung, wĂ€hrend der die Fragestellung entwickelt wird, einen theoretischen Teil, der nach dem Stand der Erkenntnisse fragt, und einen praktischen Teil, bei dem es um Probleme bei der DurchfĂŒhrung sozialwissenschaftlicher Projekte geht. Diese Teile werden mit Kurzreferaten der Studierenden vorbereitet und im Plenum besprochen. Selbstredend hat das Seminar auch einen empirischen Teil, mit dem neue und gesicherte Befunde zur Abstimmungsforschung in der Schweiz erarbeitet werden sollen. Hierzu werden im Verlaufe des Forschungsseminars maximal 4 studentische Arbeitsgruppen gebildet, die ĂŒber die Planung resp. ausgewĂ€hlte Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit zuhanden der anderen Teilnehmenden berichten.

Programm des Forschungsseminars

Das Forschungsseminar umfasst 14 doppelstĂŒndige Sitzungen, die jeweils am Freitag zwischen 10 und 12 Uhr im Institut fĂŒr Politikwissenschaft stattfinden. Das vorlĂ€ufige Programm findet sich nachstehend:

1. Einleitung (2 Sitzungen)
. Entwicklung der ĂŒbergeordneten Fragestellung / Einordnung von Projektideen in Makro-, Meso-, und Mikro-Ebene der Forschung.
. Logik der Forschung: Hypothesenentwicklung, -prĂŒfung, GĂŒtekriterien
. PrÀsentation der Datenbanken (BfS, SwissVotes, VOX-Analysen, PolitnetzCH)

2. Stand der Abstimmungsforschung (in der Schweiz) (2 Sitzungen, Kurzreferate)
. Synthetische Ergebnisdarstellungen, Abstimmungsanalysen im Konkordanzsystem. EinflĂŒsse der Akteure auf Abstimmungsentscheidungen, Kampagnen-Effekte auf Abstimmungsergebnisse resp. Information und Beteiligung

3. Skizzierung studentischer Forschungsprojekte (3 Sitzungen, Plenumsdiskussion. Gruppenreferate)
. Diskussion von Forschungsvorhaben, Entscheidung fĂŒr maximal 4 Arbeitsgruppen
. PrÀsentationen der ArbeitsplÀne durch die Arbeitsgruppen (verteilt auf 2 Sitzungen)

4. AusgewÀhlte Probleme der Forschung (3 Sitzungen, Kurzreferate)
. Probleme im Entdeckungszusammenhang (bei der Entstehung von Forschungsprojekten)
. Probleme im BegrĂŒndungszusammenhang (wĂ€hrend der eigentlichen Forschungsarbeit)
. Probleme im Verwertungszusammenhang (bei der Vermittlung und Umsetzung von Forschungsergebnissen)

5. Diskussion erster Hauptergebnisse (2 Sitzungen, Gruppenreferate)
. PrÀsentation/Kritik aufschlussreicher Ergebnisse aus der Arbeitsgruppen (verteilt auf 2 Sitzungen)

6. Schlussdiskussionen (2 Sitzungen)
. ErtrÀge des Forschungsseminars
. Weiteres Vorgehen bei Abschlussarbeit

Leistungsbewertung

Der erfolgreiche Abschluss setzt zudem die regelmÀssige PrÀsenz in den Plenumsveranstaltungen, die aktive Mitarbeit im Seminar durch die Uebernahme von Kurzreferaten und die Beteiligung an einem studentischen Forschungsprojekt voraus. Eine Literaturliste, verbunden mit Kurzreferatsthemen, wird zu Beginn des Semesters abgegeben.

Jede Forschungsgruppe muss bis zum 31. Januar 2013 eine gemeinsam abgefasste Seminararbeit abliefern, die zusammen mit dem persönlichen Engagement als Leistungsbewertung dient; eine eigentliche SchlussprĂŒfung gibt es nicht.

Claude Longchamp

Ziggy Zaugg’s Dekonstruktion

Mit schrÀgem Witz und schwarzem Humor ist Dr. Marcel Zaugg zum ersten Helden des angelaufenen Abstimmungskampfes zum Nichtraucherschutz avanciert. Das könnte sich Àndern, denn seine Kampagne hat auch SchwÀchen!


Dr. Marcel Zaugg, der vermeintliche Kampagnenleiter gegen Volksinitiative der Lungenliga, heute auf der Redaktion des „Sonntagsblick“

Am 23. September 2012 stimmt die Schweiz ĂŒber den „Schutz vor Passivrauchen“ ab. Das Volksbegehren hierzu verlangt eine schweizweit einheitliche Regelung des Rauchverbots, welche die bestehende Gesetzgebung manchenorts verschĂ€rfen wĂŒrde. Erwartbar war, dass es zu einer Frontstellung zwischen Gesundheitsorganisationen und Tabakindustrie je mit ihren Supportern kommt.

Nicht erwartet wurde dagegen Dr. Marcel Zaugg. „Be free!“ ist seine offen vorgetragene Aufforderung, Rauchen sei der Lebensstil der Genussmenschen, seine frohe Botschaft. Alles andere hĂ€tten Gesundheitstalibans rund um die LĂŒgenliga erfunden, rĂŒppelt er gegen die Lungenliga und ihre VerbĂŒndeten. Damit spricht Zaugg jedem Raucher aus dem Herzen, aber auch ihren Propagandisten, die sich ĂŒber die schleichende, aber anhaltende Vermehrung von public health Kampagnen Ă€rgern, mit denen der Staat die Freiheit des Einzelnen systematisch einschrĂ€nke.

Indes, der Vorzeigeraucher ist gar kein Paffer, gar kein Lobbyist und auch gar kein Kampfhund, wie es manchem erscheinen mag. Denn Marcel Zaugg ist, wie ein erster Blick hinter die Kulisse zeigt, Schauspieler! Ein erfundener Lobbyistendarsteller! Eine Persiflage auf den politischen Gegner.

Zauggs BĂŒhne sind die neuen sozialen Medien: das Internet, die Blogs, Facebook und Twitter sind die Bretter, auf denen er tanzt. Sein Mittel ist die Direktheit in eigener Sache, die Uebertreibung, die Karikatur, das Stereotyp, wenn es um die der andern geht. Souffleur in diesem SpĂ€tsommertheater ist die Agentur Feinheit von Daniel Graf.

Gelungen ist der Eintritt in die politisch-mediale Arena: Im Nu ist Ziggy Zaugg zur Kultfigur des laufenden Abstimmungskampfes geworden. Verschiedene Fernsehstationen haben ihn interviewt, selbst die Tagesschau hat ihn kurz gezeigt, und morgen portrÀtiert ihn der Sonntagsblick. Kein Neu-Politiker hÀtte das in 10 Tagen geschafft!

Erste Zielgruppe der Spezialkampagne, mit der die Lungenliga Kampagne fĂŒhrt, sind die JournalistInnen. SchrĂ€g, witzig und unerwartet wirkt gerade im Boulevardjournalismus immer gut. Paradoxe Intervention könnte man das auch nennen, denn es folgt dem postmodernen AufklĂ€rungsmotto: Politik ist von A bis Z inszeniert, sodass die Dekonstruktion der falschen Welten die wahre Informationsarbeit ist! Basis hierfĂŒr ist, dass viele JournalistInnen nicht mehr an die politischen Akteure glauben, ĂŒber die sie berichten, sodass sie Freude haben, wenn sich jemand einen unterhaltsamen Spass draus macht. Es kommt hinzu, dass zwischenzeitlich ein relevanter Teil der heutigen Abstimmungskampagnen virtuell stattfindet, mit denen die Grenzen zwischen Gesehenem, Gehörtem und GeprĂŒftem immer mehr verschwindet.

Zweite Zielgruppe der Kampagne ist die Gegnerschaft. Sie soll personalisiert angesprochen und eingeschĂŒchtert werden, denn es droht ein jeder ihrer SchachzĂŒge bis am 23. September 2012 transparent gemacht und damit durchschaubar zu werden. Wenn PR Berater das untereinander wissen, mag das noch knapp angehen; wenn aber die breite Oeffentlichkeit via Medien mitschaut, ist das problematisch. Genau damit spielt Zaugg: den Widersacher durch tĂ€gliche Irritation zu lĂ€hmen.

Ob die Stimmenden eine sinnvolle Zielgruppe solcher Kampagnen sind, kann man bezweifeln. „Don’t think of an Elephant“ predigt der amerikanische Kommunikationsguru George Lakoff seit langem, um zu sagen: Bediene dich nie der Bilder des Gegners, wenn Du sie bekĂ€mpfen willst. Denn selbst wenn Du Dich von ihnen distanzierst, mobilisierst Du ihre emotionale Wirkung. Das ignorieren zwar Komiker mit Erfolg, weshalb viele ĂŒber sie lachen können. Doch ist politische Kommunikation etwas anderes, womit manchem, der sie falsch betreibt, das Lachen vergeht. Denn was hier als Fantasie erdacht wurde, wird mit solchen Kampagnen zur RealitĂ€t, der Ulk mutiert StĂŒck fĂŒr StĂŒck zur Wahrheit, bis das Spiel zur ernsten Sache wird!

Momentan bringt Ziggy Zaugg den Abstimmungskampf in Fahrt. Mit dem ĂŒberraschenden Auftritt hat die Lungenliga in der fast schon verloren geglaubten Sache das Gesetz des (medialen) Handelns an sich reissen können. Der Knalleffekt dĂŒrfte sich aber rasch abnĂŒtzen. Denn die Kampagne hat Schwöchen: Zum Beispiel sind die Inhalte der Lungenliga noch kaum platziert worden. Man kann sogar skeptisch sein, dass die arg stilisierte Figur dazu noch fĂ€hig sein wird. Doch jeder zynische Medienaufritt wird am Schluss der Ja-Kampagne aufgerechnet, was ihr PlĂ€tze kostet, die sie wĂ€hrend der Ueberzeugungsphase noch brauchen wird. Das wird man spĂ€testens dann merken, wenn es nicht mehr darum geht, Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern die Meinungsbildung zu steuern.

Vielleicht lĂ€uft die neue Art von Politikkampagnen auch an einer anderen SchwĂ€che auf, bricht sie doch mit dem tiefsitzenden Tabu, die PR in Kampagnen nicht mit PR in Kampagnen anzugreifen. Denn Ziggy Zauggs Dekonstruktion ruft seinerseits nach Dekonstruktion, was die Spirale der Transparenz zwar weiter befördern, gleichzeitig aber auch die Delegitimation der PR weiter steigern dĂŒrfte. Das kann nicht im Sinn der professionelle Oeffentlichkeitsarbeit auf Dauer sein.

Claude Longchamp

Trendbefragungen: zwischen Momentaufnahmen und Prognosen

Ich habe mehrfach kritisch Stellung bezogen, Vorbefragungen zu Abstimmung seien per se Prognosen. Zu recht, ist immer noch meine Überzeugung. Allerdings gibt es zwischen Prognosen und Momentaufnahmen einen Graubereich, indem wir uns meiner Meinung nach mit Trendbefragungen befinden. Eine KlĂ€rung, was Sache ist.

Das ist die alte Vorstellung: Man macht zu irgendeinem Zeitpunkt eine Umfrage zu einer Abstimmung, und man weiss, wie sie ausgeht. Das stimmt so mit Sicherheit nicht. Denn es setzt voraus, alle BĂŒrgerInnen hĂ€tten zu jedem Zeitpunkt in jeder Sachfrage eine ganz genaue Meinung, nach der sie stimmen. An dieser Annahme stimmt in dieser Absolutheit so ziemlich nichts.

Die bisherige Gegenposition lautet: Eine Umfrage zu einer Abstimmung ist eine reine Momentaufnahme – mehr nicht. Die erste HĂ€lfte der Aussage stimmt, wĂ€hrend wir die zweite immer mehr relativieren können.

Ausgangslage
Grafik anklicken, um sie zu vergrössern

Vorbefragungen im Zeitfenster rund 50 Tage vor einer Abstimmung legen die Ausgangslage fĂŒr die Pro und Kontra-Seite offen. Das ist schon mal was. Die Vielzahl an Umfragen, die wir seit mehr als 10 Jahren fĂŒr die SRG realisiert haben, erlaubt es uns, darĂŒber hinaus wahrscheinliche resp. mögliche VerlĂ€ufe der Meinungsbildung zu formulieren.

Punktgenaue Prognose sind das, ohne vorhergehende Kenntnisse ĂŒber Kampagnen, Interaktionen der Komitees und Mobilisierungsanstrengungen definitiv nicht. Es lassen sich aber EinschĂ€tzungen machen, in welchen Bereichen Ergebnissen höchst wahrscheinlich zu liegen kommen.

Am einfachsten zu formulieren ist die Erwartung zur Teilnahmeabsicht. Auf Dauer nicht sie in den letzten 7 Wochen vor einem Abstimmungstag im Schnitt um 5 Prozentpunkte und erreicht sie eine mittleren Teilnahmewert von 44 Prozent. Allerdings gibt es eine Varianz. Die Zusatzmobilisierung kann bisweilen auch ausbleiben; sie kann auch bis zu 10 Prozentpunkte ausmachen.

Bei Initiativen kennen wir den Verlauf der Stimmabsichten wĂ€hrend dieser Frist ebenfalls recht gut. Die Ablehnung nimmt fast immer zu, die Zustimmung fast immer ab. Im Mittel steigt Ersteres um 24 Prozentpunkte, wĂ€hrend sich zweiteres um 10 Punkte verringert. Auch hier gibt es eine Varianz, die vom Mass der UnschlĂŒssigkeit resp. der tendenziellen BefĂŒrwortung abhĂ€ngt. So kann der Nein-Anteil im Extremfall auch mal 35 Prozentpunkte zunehmen, und der Ja-Wert kann sich bis zu 20 Prozentpunkten verringert. Über die GrĂŒnde hierfĂŒr muss im Moment spekuliert werden.

Am schwierigsten bleibt es, Trenderwartungen bei Behördenvorlagen zu formulieren. Im Normalfall lautet das wahrscheinlichste Szenario: UnschlĂŒssige verteilen sich auf Ja- und Nein-Seite, wobei es keine im Voraus festlegbare Regel gibt, im welchem VerhĂ€ltnis das geschieht. Im Ausnahmefall kann Ein Szenario eintreffen, wie wir es ĂŒblicherweise von Initiativen kennen; nĂ€mlich dass die Zustimmungsbereitschaft sinkt. Der Grund ist hier gut bekannt. Diesen Trend erwarten wir immer dann, wenn die parlamentarische Allianz im Abstimmungskampf durch Umpositionierungen von Parteien zerfĂ€llt. Über das Ausmass aber kann man nur spekulieren.

Das alles hat eine Konsequenz. Der Ja-Anteil in (frĂŒhen) Vorbefragungen ist der geeignetere Wert, um richtige Trenderwartungen zu formulieren.

Die Tabelle in diesem Beitrag ist entsprechend aufgebaut. Sie unterscheidet zwischen Initiativen und Behördenvorlagen, und sie zeigt, in welchem Masse Meinungswandel zwischen der ersten Vorbefragung und dem Abstimmungstag stattgefunden hat. Sie beschrĂ€nkt sich auf unsere SRG-Befragungen aus dem laufenden Jahr – und ist dennoch etwas vom besten, wie man mittels Trendbefragungen falsche Erwartungen einschrĂ€nken und richtige fĂŒr die Zukunft vermehren kann!

> Dispositionsansatz zur Analyse von Vorbefragungen zu Volksabstimmungen

Claude Longchamp

Schutz vor Passivrauchen: Mehrheit der MĂ€nner klar dagegen, Mehrheit der Frauen knapp dafĂŒr

Warum ich das alles weiss? – Weil die Plattform politnetz seit anfangs dieser Legislatur einen ausgezeichneten Service zum Abstimmungsverhalten im Nationalrat liefert.

Man nehme: die Volksinitiative „Schutz vor Passivrauchen“. Im Parlament scheiterte sie recht klar. Im Nationalrat waren 52 VolksvertreterInnen dafĂŒr, 138 dagegen. Im StĂ€nderat lautete das Abstimmungsergebnis 7 zu 28. Die Kantone hĂ€tten genĂŒgend legiferiert, und die Initiative sei nur schwer umsetzbar, hiess es. Der konsequente Schutz vor Rauchen am Arbeitsplatz, im Extremfall auch an einem Einzelarbeitsplatz gab den Ausschlag Richtung Nein. Zu viel des Guten! Die Polarisierung im Nationalrat erfolgte weitgehend entlang der Parteigrenzen: SVP, FDP, CVP mit samt der BDP und GLP dagegen; SP, GPS und EVP dafĂŒr.


Grafik anklicken, um sie zu vergrössern

Diese Bilanz ĂŒberdeckt allerdings eine Besonderheit der Entscheidung im Nationalrat. Es war eine klare Mehrheit der MĂ€nner, welche die Vorlage verwarf, derweil eine knappe Mehrheit der Frauen sie annahm. Das belegt die Auswertung der Stimmabgabe nach Geschlecht, welche die Online-Plattform „politnetz“ auch in dieser Sache laufend vornimmt.

Der unterschiedliche Entscheid hat mehrere Ursachen: ZunĂ€chst sei an den Frauenanteil unter den befĂŒrwortenden Parteien erinnert; Mitte-Links hat mehr Frauen im Parlament als Mitte-Rechts. Und diese stimmten weitgehend einheitlich fĂŒr die Initiative; einzig die ZĂŒrcher SP-Vertreterin Chantal GalladĂ© votierte dagegen. VerstĂ€rkt wurden die SupporterInnen aus SP, GPS und EVP durch einige CVP-Frauen. Elisabeth Schneider und Christine Bulliard-Marbach drĂŒckten ihren Knopf zugunsten des Raucherschutzes, und Lukrezia Meier-Schatz und Barbara Schmid-Federer enthielten sich ihrer Stimme. So waren am Ende nur 4 der 8 CVP-Frauen gegen die Initiative. Bei den 21 CVP-MĂ€nnern im Nationalrat war alles ganz anders. 19 waren dagegen; Jacques Neirynck und Fabio Regazzi heissen die beiden BefĂŒrworter.

In umgekehrter Richtung wirkte eine weitere Konfliktlinie. Die Rechtslage im Herkunftskanton bestimmte das Stimmverhalten der VolksvertreterInnen ĂŒberwiegend, wenn auch nicht vollstĂ€ndig. So waren in Fribourg, Baselland und der Waadt zwischen 56 und 60 Prozent der stimmenden NationalrĂ€te fĂŒr die Initiative. Anders als sie verhielten sich jene aus St. Gallen, Wallis, Baselstadt, Neuenburg und Genf, die mehrheitlich ein Nein zur weiterfĂŒhrenden Volksinitiative empfahlen, obwohl auch in ihren Wahlkreisen ein entwickelter Nicht-Raucherschutz gilt.

Ich will damit gar nicht gross Stellung zur Initiative selber nehmen. Es geht mir mehr um eine VerstĂ€ndnis dafĂŒr, wie Meinungsbildung im Parlament geschieht, von Fraktion zu Fraktion und von Kanton zu Kanton. Weltanschauliche Positionen stehen im Vordergrund. Namentlich bei MĂ€nnern, weniger bei Frauen. Kantonale Entwicklungen korrigieren diese Polarisierung nur beschrĂ€nkt.

Uebrigens: Die tolle Innovation fĂŒr die Analyse der Entscheidungen im Nationalrat könnte bald schon auch im StĂ€nderat angewandt werden. Der hat nĂ€mlich entschieden, weg vom Dunkelkammer-Image kommen zu wollen, und sich selber zu durchleuchten. Die Plattform Politnetz wird bald fĂŒr noch mehr Transparenz sorgen können!

Claude Longchamp

Eine Woche Abstimmungsberichterstattung

Die eidg. Volksabstimmungen vom 23. September 2012 stehen an. Entschieden wird ĂŒber den Verfassungszusatz zur Jugendmusikförderung, ĂŒber die Volksinitiative «Sicheres Wohnen im Alter» und die zum «Schutz vor Passivrauchen». Diese Woche bereitet unser Institut die Auswertung der ersten ReprĂ€sentativ-Befragung vor, realisiert fĂŒr die SRG-Medien. Eine Uebersicht ĂŒber mein Programm.


Wie gross ist das Ja oder Nein und was an Ueberzeugungen steckt dahinter? – Das ist die Frage der Voranalysen zu Volksabstimmungen.

Montag
Die Daten der Befragung wĂ€hrend der vergangenen Woche treffen ein. Wenn, wie normal, alles plausibel ist, beginnt sofort die Verarbeitung: die statistische Datenanalyse einerseits, die Visualisierung der Hauptergebnisse anderseits. Martina Imfeld, Stephan Tschöpe und Sarah Deller leisten diese Vorarbeit gemeinsam. Meinerseits kĂŒmmere ich mich um eine erste schriftliche Kurzfassung der Ergebnisse, und ich ĂŒberprĂŒfe meine Arbeitshypothesen zum anfĂ€nglichen Stand der Meinungsbildung und zum erwarteten Abstimmungsausgang. Daraus entsteht die Einleitung zum Bericht, verbunden mit einem Anhang zur Theorie und zu den Daten, die der Studie zu Grunde liegen. Im Wesentlichen ist das noch Routine.

Dienstag
Das ist der eigentliche Tag der Berichterstattung. Martina schreibt diesmal die Kapitel zur Beteiligung(sabsicht) und zum Stand der Meinungsbildung beim Schutz vor Passivrauchen. Ich kĂŒmmere mich um die beiden anderen Vorlagen. Wir fragen uns jeweils: Wer ist (vorerst) dafĂŒr, wer (vorerst) dagegen? Wie gut kommen die Argumente der Kampagnen an? Wenn immer möglich, schauen wir uns auch Vergleichsabstimmungen in der Vergangenheit an, und was da die Analyse ergaben. Beim Eigenmietwert ist das am ehesten möglich; bei Passivrauchen kaum, den gesamtschweizerisch haben wir noch nie darĂŒber entscheiden können. Wenn es reicht, bereiten wir am Abend noch die PrĂ€sentationfassung in Grafikform vor. Gestört werden will ich an diesem spannendsten Tag von niemandem!

Mittwoch
Der Morgen beginnt mit LektĂŒre. Martina und ich lesen die KapitelentwĂŒrfe ĂŒbers Kreuz; eine kurze kollegiale RĂŒckmeldung wird erwartet. Danach schreibe ich die Synthese; alles Wichtige soll in verdichteter Form nochmals aufgelistet werden. Aufgezeigt werden soll, was noch unsicher ist, und es wird bewertet, was gesichert erscheint. Denn zum Schluss der Analyse geht es darum aufzuzeigen, was man von der kommenden Meinungsbildung im Abstimmungskampf erwarten kann. Martina kĂŒmmert sich parallel dazu um das Lektorat und Layout des Medienberichts. Dieser geht am Nachmittag an die SRG-Zentrale, welche allfĂ€llige Nachfragen aus journalistischer Sicht stellt. Am Mittwoch Abend löst sich bei uns meist einiges der Arbeitsanspannung in solchen Wochen.

Donnerstag
Das ist der Tag der internen Praesentation. Erwartet werden die JournalistInnen der beteiligten SRG-Unternehmenseinheiten. Am Morgen bin ich meist kurz beim Coiffeur, dann im BĂŒro, um mich einzustimmen. Die PrĂ€sentation von MedienvertreterInnen mache ich gemeinsam mit Martina. Diesmal wird sie ĂŒber den Schutz des Passivrauchens berichten – die Vorlage, welche die Oeffentlichkeit wohl am meisten interessiert. Ich nehme mich der beiden anderen Themen an. Danach gibt es Interviews und Statements, in Deutsch, Französisch und Englisch. Bis am Mittag sollten alle alles im Kasten haben, um an der journalistischen Umsetzung der Studienergebnisse zu arbeiten. Bei uns im BĂŒro werden Medienmitteilung gegengelesen, Blogs aufgesetzt und die Information via Internet vorbereitet. Meist ist am frĂŒhen Nachmittag Schluss – Zeit sich all dem zu widmen, was die ganze Woche liegen geblieben ist.

Freitag
Nach Aussen ist der Freitag der entscheidende Tag; nach Innen hoffen wir auf Ruhe. Meist bereiten wir das, was kommt, am Morgen ein wenig via Twitter vor. Mehr ist da nicht! Das wird auch diesmal so sein, denn ich bin den ganzen Tag ausser Haus. Die Spannung steigt nachmittags um 4 Uhr, denn dann verbreitet die sda die Ergebnisse bei ihren Abonnenten. Um 17 Uhr lĂ€uft die Sperrfrist aus, und es beginnt die Publikation via Online-Plattformen. Um 18 Uhr sind die ersten Radiosendungen, und um 1930 berichten die Tagesschauen der SRG-Medien. Der Rest hĂ€ngt von der Brisanz der Ergebnisse ab. Das gilt im Wesentlichen auch fĂŒr den Samstag, dem Tag, an dem die wichtigsten Ergebnisse auch in den Tageszeitungen nachzulesen sind.

Meine Arbeitshypothesen lauten ĂŒbrigens: Die Meinungsbildung zur Jugendmusikförderung ist noch kaum erfolgt; dafĂŒr fehlt es auch an einer frĂŒhen Aufmerksamkeit; mit einer Problematisierung von rechts ist aber noch zu rechnen. Konkreter wird das Ganze voraussichtlich bei den beiden Volksinitiativen sein: Zwar laufen die Kampagnen auch hier erst an; doch ist namentlich das „Raucher“-Thema bei vielen Menschen im Alltag ein Diskussionsgegenstand, was zur frĂŒhen (wenn auch nicht abschliessenden) Meinungsbildung beitĂ€gt. EingeschrĂ€nkt auf Hausbesitzer im mittleren und höeren Alter gilt dies auch fĂŒr die Vorlage zum Eigenmietwert. In welche Richtung sich das auswirkt, werden wir ja noch sehen!

Claude Longchamp

Ursachenforschung zur abgelehnten Managed-Care-Vorlage

Das ist ausgesprochen selten: Die WĂ€hlerschaften einer jeden Regierungsparteien lehnten gemĂ€ss VOX-Analyse bei der Gesundheitsreform „Managed Care“ eine Parlamentsvorlage mehrheitlich ab. Eine UrsachenklĂ€rung.

Heute erscheint die VOX-Analyse eidgenössischer Volksabstimmungen zu den Entscheidungen vom 17. Juni 2012. Verfasst wurde sie vom Institut fĂŒr Politikwissenschaften an der Uni Bern; Grundlage bildete eine Telefon-Befragung des Forschungsinstitut gfs.bern, nach dem Abstimmungssonntag bei gut 1500 reprĂ€sentativ ausgewĂ€hlten Personen realisiert.

Tagesschau vom 10.08.2012

AuffĂ€lligstes Ergebnis der Volksabstimmung und der Studie hierzu: Mit 76 Prozent Nein war nicht nur der Nein-Anteil exemplarisch. Sehr selten wird zudem eine Vorlage, die vom Parlament verabschiedet wurde, von der Basis aller Regierungsparteien abgelehnt. Bei der SVP waren 87 Prozent dagegen, bei der 72, bei der CVP 68 und bei der BDP geschĂ€tzte 64 von Hundert. Zur Erinnerung: Die Volks- und StĂ€ndevertreter aus den Reihen dieser Parteien hatten allesamt die Vorlage mehrheitlich unterstĂŒtzt. Einzig die SP hatte in der Schlussabstimmung die befĂŒrwortende Seite, der sie ursprĂŒnglich auch angehört hatte, schon damals verlassen. Ihre WĂ€hlerschaft quittierte das mit einem 68prozentigen Nein. Der Zerfall der parlamentatischen Reformallianz verstĂ€rkte sich zu Beginn des Abstimmungskampfes, als SVP und BDP das Lager wechselten, und nun legt die VOX-Studie nahe, dass der Support an FDP und CVP Basis bis zum Abstimmungstag weitgehend einknickte.

Eine wichtige Rolle als Entscheidungsgrundlage spielte die Verbreitung von Aerztenetzwerken. Denn wer so ins Gesundheitswesen integriert und damit zufrieden ist, stimmte der Vorlage stĂ€rker zu. Indes, auch hier ist der Anteil auf unter die HĂ€lfte eingebrochen. Mit anderen Worten: FĂŒr eine weitgehende Verbindlichkeit der Zugehörigkeit zu einem Aerztenetzwerk um mit den bisherigen PrĂ€mien rechnen zu können, wollten nicht einmal die etwas wissen, die bevorzugt gewesen wĂ€ren. Wer mit der Vorlage benachteiligt wurde, lehnte sie, fast selbstredend ab. Mit anderen Worten: Ausgereift war das Projekt trotz jahrelanger Vorarbeiten im Parlament nicht.

PopulĂ€rste Botschaft dasgegen war die erwartete EinschrĂ€nkung der freien Arzt- und Spitalwahl. 73 Prozent der Befragten rechneten mit dieser Konsequenz. 64 Prozent gingen davon aus, Managed Care werde einen weiteren PrĂ€mienanstieg nicht verhindern können. 62 Prozent befĂŒrchteten schliesslich das Entstehen einer Zwei-Klassen-Medizin – mit gut Verdienenden, die sich eine Top-Versorgung leisten können, und dem Rest, der zwangsversorgt werden wĂŒrde. Einziger mehrheitlich geteilter Punkt der Vorlage war der Risikoausgleich, der das Interesse der Kassen gesenkt hĂ€tte, vorwiegend Junge und Gesunde unter ihren Versicherungen zu haben.

Differenziert ist die eben vorgelegte Analyse zum Zusammenhang von Wissen und Entscheidung. Das Fazit lautet hier: Die Vorlagenkenntnisse seien im Vergleich zu anderen,. Ă€hnlich gelagerten Abstimmungen nicht auffĂ€llig tief gewesen. Indes, das neue KVG habe eine zu hohe materielle Fuelle enthalten. Das habe dazu gefĂŒhrt, dass der Abstimmungskampf und die AbstimmungsentscheiderInnen eine Reduktion der KomplexitĂ€t vorgenommen hĂ€tten, und die Entscheidung auf wenigen Aspekten der Reform erfolgt sei. Dazu zĂ€hlte, wie es sich schon im Voraus abzeichnete, die Folgen einer Annahme (resp. Ablehnung) auf die freie Arztwahl.

Thomas Milic, Hauptautor der VOX-Analyse (die auch die beiden anderen abgelehnten eidg. Vorlagen vom 17. Juni untersucht) vermittelte die zentralen Ergebnisse der Studie der „Tagesschau“ von heute ausserordentlich klar. Im Beitrag von Adrian Arnold macht er klar, dass die erwaretete Folgen der Vorlage und die Erfahrungen mit dem Gegenstand im Alltag von Belang waren, nicht aber die Parteiparolen. Mit anderen Worten: Zwischen der Diskussion in der Arena „Parlament“ und der Arena der StimmbĂŒrgerInnen gab es einen eklatanten Unterschied, der die exemplarische Verwerfung der Reform begrĂŒndet. Ein Forschungsergebnis, dass die Politik zu ihrem Vorteil zu Kenntnis nehmen sollte!

Claude Longchamp

Philosophische Follower der Philosophen

via drunks-and-lampposts

Es gibt einige StammbÀume der Philosophie, neu existiert auch eine Followeranalyse der PhilosophInnen untereinander. Dank Methoden, die sich in Twitter-Analysen bewÀhrt haben.

Man nehme die Wikipedia. Am besten die hochwertigste, englische Ausgabe. Man suche nach Philosophinnen, und man extrahiere den Term „beeinflusst von“. Daraus entsteht … eine Follower-Analyse – unter PhilosophInnen, die manvisualisieren kann, was Simon Raper auf dem Blog „DrunksÂŹLampposts“ geleistet hat.


Grafik anclicken, um sie zu vergrössern oder direkt auf Ursprungsblog gehen

Gelesen wird das riesige Netzwerk wie folgt: Je grösser ein Knoten, desto einflussreicher die Person. Je nĂ€her zwei Punkte, desto direkter der Einfluss. Beispielsweise beginne man bei Immanuel Kant, der auf Georg Hegel wirkte, mit Folgen fĂŒr grosse Denker wie Soren Kirkegaard, aber auch Karl Marx oder Friedrich Nietzsche. Damit nicht genug: Man kann auch bei Platon beginnen, genauso wie bei Achmad Sirhindi, Thomas von Acquin, Rene Descartes, David Hume, Gottfried W. Leibniz oder Jean-Jacques Rousseau. Geeignete Ausgangspunkte mit mehr Gegenwartsbezug sind Ludwig Wittgenstein, Jean-Paul Sartre, Michel Foucault, Noam Chomsky und viele andere.

Sicher, das ganze unterliegt EinschrĂ€nkungen: Skizziert wird nur, was die englische Wikipedia festhĂ€lt. Verzeichnet sich wurden auch bloss die direkten EinflĂŒsse, von Philosoph zu Philosoph. Indirekte, beispielsweise von Platon auf die Gegenwart, die nicht ĂŒber Aristoteles gehen, findet man nicht. Und schliesslich: Feine Verbindungen fallen der Uebersicht zum Opfer. Zudem haben frĂŒhe Vertreter der Philosophiegeschichte eine höhre Chancen, „gross raus“ zu kommen, denn Gegenwartsphilosophen wie JĂŒrgen Habermas oder Slavoj Zicek können per definitionem die gleiche Gefolgschaft entwickelt haben.

Und dennoch: Eine so komplette Uebersicht der Philosophiegeschichte, die einem rasch weithilft, wo man nicht selber Experte ist, kenne ich jedenfalls nicht.

Ein Fortschritt der visual data science, die mir Kenner und Können Martin Grandjean vermittelt hat! Und so frage ich, wann die erste Netzwerkanalyse der Politikwissenschft erscheint.

Claude Longchamp