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Kurse, VortrÀge und Fernsehserie 2010

Diese Woche startet meine Lehrveranstaltung an der Uni St. Gallen. Doch bleibt dies nicht der einzige Kurs, den ich in nÀchster Zeit halten werde. Hier eine Uebersicht.

topelement

Kurse
18. MĂ€rz 2010 IDHEAP Lausanne (Fachhochschulniveau):
“Politische Meinungsbildung” (auf französisch) im Rahmen der Höheren Kaderausbildung des Bundes
Dieser Kurs wird allenfalls am 27. Mai 2010 wiederholt.

25. MĂ€rz 2010 MAZ Luzern (Fachschulniveau):
“Politische Lobbying” im Rahmen des CAS Medienarbeit

21. Juni 2010 IPMZ Transfer Uni ZĂŒrich (Uniniveau, Weiterbildung)
Politische Kampagnen und ihre Erfolgsaussichten im Rahmen der Weiterbildung “Politische Kommunikation fĂŒr Regierung und Verwaltung”

10./11. September 2010 ZhaW Winterthur (Fachhochschulniveau)
“Politische Meinungsbildung und Demoskopie” im Rahmen des Nachdiplomstudiums “Politische Kommunikation”

27. Oktober 2010 MAZ Luzern (Fachschulniveau):
“Politische Lobbying” im Rahmen des CAS Medienarbeit

18. November 2010 Wirtschaftsfachschule Bern (Fachschulniveau)
“Gemeindepolitik: technokratisch oder demokratisch?” im Rahmen der Ausbildung von GemeindepolitikerInnen

VortrÀge
Zu meinen Kursen kommen vorerst die nachstehenden VortrÀge:

24. April 2010: Generalversammlung von Foraus (Forum Aussenpolitik)
“Wie kann man die Agenda der Schweizerischen Aussenpolitik beeinflussen?”

30. April 2010 Weiterbildungsreihe des Klosters Disentis

“Direkte Demokratie: eine Eigenheit der Schweiz, die es Wert ist, richtig verstanden zu werden”

27. Mai 2010 Verein ZĂŒrcher Politologen
“Politikwissenschaft in der Praxis: Möglichkeiten und Grenzen der angewandten Politikforschung”

4. Juni 2010 Gemeinde Reinach (BL)
“Wieviel Bevölkerung ertrĂ€gt die Planung – wieviel Planung ertrĂ€gt die Bevölkerung?”

19. November 2010 Naturforschende Gesellschaft Winterthur

“Sind ‘Wahl- und Abstimmungsprognosen’ eine Wissenschaft?”

7. Dezember 2010: Rotary Club Bern

“Urbanes LebensgefĂŒhl in Bern: Was Ă€ndert sich fĂŒr die Politik?”

Bei den VortrĂ€gen haben ich fĂŒr im August bis Oktober 2010 noch einige Termine offen.

Fernsehserie
Schliesslich sei erwĂ€hnt, dass im Juli im Rahmen der “Sternstunde Geschichte” eine Fortsetzung der vierteililgen Fernsehserie zur Schweizer Geschichte vorbereitet wird, an der ich aktiv teilnehmen werde, die im Herbst 2010 ausgestrahlt werden wird.

Regiert Geld den politikwissenschaftlichen Geist?

(zoon politicon) JĂŒngst habe ich am IDHEAP in Lausanne ĂŒber politische Kampagnen referiert. Und bin ich dabei auf ein wenig reflektiertes PhĂ€nomen gestossen.

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Der Olympische Geist verkommt mehr und mehr zum GeldgeschÀft; verkommt jetzt auch der politikwissenschaftliche Geist zu zur unreflektierten Uebernahme von Marktkategorien in die Politikanalyse?

Das PhÀnomen
Nicht zum ersten Mal ist mir bei diesem oder einem mit ihm verwandten Thema aufgefallen, dass es dabei im studentischen Publikum nicht nur eine offizielle, sondern auch eine inoffizielle Leseweise gibt: Letztere lautet vereinfacht: Geld bestimmt Kampagnen, und Kampagne bestimmen die Politik. Also bestimmt Geld die Politik!

Ich muss da immer gleich nachfragen: Haben nicht die GrĂŒnen bei den jĂŒngsten Parlamentswahlen in der Schweiz klar zugelegt, mit der Klimapolitik ein neues Thema gesetzt und den Anspruch angemeldet zu haben, nach den zahlreichen Erfolgen in den StĂ€dte, Kantonen und auch im Bund Teil der Regierungsparteien zu werden? Und wares es nicht sie, die – mangels Geld – auf eine nationale Kampagne “im gekauften Raum” verzichtet haben? – Ist nicht die Annahme der Verwahrungsinitiative in der Volksabstimmung gegen den fast einhelligen Willen von Regierung und Parlament – und ohne eigentlichen Abstimmungskampf – ein deutlicher Gegenbeleg dafĂŒr, dass man auch ohne Geld politische Mehrheiten fĂŒr sich gewinnen kann?

Zu den Forschungsergebnissen
Die Wahl- und Abstimmungsforschung weltweit und auch in der Schweiz hat sich des Zusammenhangs angenommen. In den USA lassen sich positive Korrelationen nachweisen zwischen dem finanziellen Mitteleinsatz einerseits, und dem Wahlerfolg andererseits. Doch da hat das System: Die Geldbeschaffung ist eine Teil der Kampagnen. Sie ist ein Teil der vorherrschenden Kultur, auch in der Politik, die sich am rationalen Marktverhalten der Anbieter und Nachfrager ausrichtet. In der Schweiz sind die Belege fĂŒr die KĂ€uflichkeit von Wahlen und Abstimmungen deutlicher geringer. UnverĂ€ndert gilt das sibyllinische Bonmont des Berner Politologen Wolf Linder: “Dass Wahlen und Abstimmungen in Schweiz kĂ€uflich seien, ist bisher nicht bewiesen worden, – allerdings ist auch das Gegenteil nicht bewiesen worden.”

Zur Analyse
Ich habe eine andere These, fĂŒr die hidden agenda in der Wissenschaft, wenn es um den Einfluss von Geld in der Politik geht: Die AnsĂ€tze der politischen Oekonomie, die ein rationales Verhalten von Akteure annehmen, das sich auf materielle, sprich finanzielle Interessen reduzieren lasse, sind auch in der Politikwissenschaft zu vorherrschenden Deutungsmacht aufgesteigen. Der Vorgang verlĂ€uft mittlerweile kritiklos. Dabei ĂŒbersieht man die Konsequenzen, die sich aus der Uebertragung von Vorstellungen ergeben, die fĂŒr das Marktverhalten, das durch Angebot und Nachfrage resp. durch Geld als Kommunikationsmittel gesteuert wird, typisch sind.

Sozialphilosophisch inspirierte Theoretiker der europĂ€ischen Gegenwart – und zwar JĂŒrgen Habermas bis Niklas Luhmann – haben letztlich immer darauf bestanden, Politik und Wirtschaft, als Teilsysteme wie auch als Lebenswelten, in eigenen Termini zu denken und zu untersuchen. Denn sie folgen unterschiedlichen Logiken, die aus der Geschichte der Demokratie, auch auch aus der Differenzierung von Funktionen hergeleitet werden können.

Mein Wunsch
Das wĂŒrde dafĂŒr sprechen, bewusster mit Analysekategorien umzugehen. Geld ist das unbestrittene Steuerungsmittel der Wirtschaft, Macht jenes der Politik. Das sollte man auch in der Politikwissenschaft noch unreflektiert aufgeben, werde in den sichtbar-offiziellen, wie auch in den versteckt-inoffiziellen Deutungen!

Claude Longchamp

Les campagnes Ă©lectorales

Cours de Claude Longchamp Ă  IDHEAP

Le rÎle des autorités dans les campagnes électorales et de votation est devenu plus actif. Il devient de plus en plus important, standardisé à un nouveau niveau.
Quelles sont les possibilitĂ©s et les limites de la communication politique des autoritĂ©s Ă  l’occasion d’Ă©lections et de votations ? Le cours d’aujourd’hui Ă©tudie cette question.

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Qu’est-ce que c’est une campagne Ă©lectorales, et quelles sont ses effets? – Les questions qui sont traitĂ©es pendant ce cours.

Les autoritĂ©s ne sont gĂ©nĂ©ralement pas directement impliquĂ©es dans les campagnes Ă©lectorales; nous traitons cependant cet aspect, car les campagnes sont mieux Ă©tudiĂ©es et peuvent contribuer Ă  une meilleure comprĂ©hension de la communication politique des dĂ©cisions. Nous y apprenons les visions thĂ©oriques, que la psychologie, l’Ă©conomie et la science de la communication ont dĂ©veloppĂ©, connaissent et en discutent l’utilisation pour les Ă©lections du conseil national 2007.

Les autoritĂ©s sont plus ou moins engagĂ©es dans les campagnes de votation – soit du cĂŽtĂ© “pour” les rĂ©fĂ©rendums, ou (gĂ©nĂ©ralement) du cĂŽtĂ© des “contre” pour les initiatives populaires. Pour pouvoir comprendre les effets de la communication, nous apprenons Ă  connaĂźtre le dispositif, qui a Ă©tĂ© spĂ©cialement dĂ©veloppĂ© pour l’analyse dynamique des votations populaires. Nous apprenons Ă  dĂ©finir ce que sont les prĂ©dispositions des dĂ©cisions et comment on y a recours dans la communication de campagne.

Dans la troisiĂšme partie du cours, nous appliquons ce que nous avons appris sur la formation d’opinion Ă  la votation populaire pour l’adhĂ©sion de la Suisse aux accords de Schengen et Dublin, et discuterons des questions posĂ©es par les participants sur les conclusions de la gĂ©nĂ©ralisation.

Les documents du cours peuvent ĂȘtre consultĂ©s en allemand ou en français.

Claude Longchamp

Mein Stimmungsbericht