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Berner Ständeratswahlen: Was die Wahlbörse voraussagt

Ginge es nach den 261 H√§ndlerInnen der Wahlb√∂rse, w√ľrde am kommenden Sonntag nebst dem Bisherigen Werner Luginb√ľhl von der BDP der neue SP-Bewerber Hans St√∂ckli von der SP als Berner Vertreter in den St√§nderat gew√§hlt. Als Ueberz√§hliger ausscheiden w√ľrde Adrian Amstutz, gegenw√§rtiger Standesherr der SVP.

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Gross war das Lob an die Adresse der Wahlbörse nach den Nationalratswahlen. Haften blieb ein Mackel, existierten doch zahlreiche andere Tools zum Wahlausgang, an denen sich die Händler auf Wahlbörse orientieren konnten.

Die Evaluierung der Wahlb√∂rse bei den St√§nderatswahlen steht noch aus. Aufs Ganze gesehen wird mit Verlusten f√ľr die FDP gerechnet, und kleinen Verschiebungen im Minus f√ľr die CVP, resp. im Plus f√ľr die SP und Parteilose. Kein schlechter Tipp, w√ľrde ich sagen.

Die anstehenden St√§nderatswahlen im Kanton Bern sind, im zweiten Wahlgang, der erste Bew√§hrungsprobe f√ľr die Wahlb√∂rsen. Bei Werner Luginb√ľhl, bisheriger Berner Standesherr von der BDP, wetten die H√§ndler auf einen Unterst√ľtzungsanteil von 65 Prozent. Damit erscheint ihnen seine Wahl als gesichert. Spannend wird es danach: Hans St√∂ckli, neuer Kandidat der SP, kommt auf 60 Prozent gesch√§tzte Zustimmung und liegt 2 Prozentpunkt vor Adrian Amstutz, der es auf 58 Prozent bringt.

Im Wahlkampf f√ľr die zweite Runde steigern konnten sich Luginb√ľhl, seit dem 3. November ununterbrochen f√ľhrend, aber auch St√∂ckli, der am 13. November Amstutz √ľberholte. Dieser hatte unmittelbar nach dem 1. Wahlgang ein kleines Hoch; sein wahrgenommenen Chancen sinken seither langsam, aber kontinuierlich.

Wie gesagt, es ist ein erster Test f√ľr die Wahlb√∂rsen bei der Stichwahl zu St√§nderatswahlen. Das Ergebnis stimmt recht gut mit dem √ľberein, was man in den St√§dten zu Verlauf und Ausgang wahrnimmt: Der Trend verl√§uft zuungunsten von Amstutz, seit die BDP das Angebot ausschlug, zwischen Luginb√ľhl und Amstutz ein gemeinsames „P√§ckli“ gegen links zu schn√ľren.

Doch bleibt eine Ungewissheit: Gerade der Kanton Bern besteht nicht nur aus den Städten!

Claude Longchamp

Wahlbefragungen und Wahlbörsen im pragmatischen Vergleich

Nun ist sie wieder aufgebrochen, die Polemik zwischen Wahlbefragungen und Wahlb√∂rsen. Indes, es sind nicht die B√∂rsianer, die sie f√ľhren. Es sind gewisse Medienschaffende, die der Geschichte ihren Dreh geben. Zu unrecht, denn unter den Wahlanalytiker-Fans herrscht ein deutlich h√∂herer Pragmatismus vor.

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Drei typische Instrumente: eine Wahlbefragung, das Wahlbarometer, ein geschlossener Expertenkreis, der Prognosemarkt, und eine offene Wahlbörse, jene von SRF.

Zuerst: Herzliche Gratulation an die offene Wahlb√∂rse. Ihr ward hinsichtlich des Wahlausgangs genauer! Die mittlere Abweichung bei den 7 meist diskutierten Parteien betr√§gt beim Wahlbarometer 1,3 Prozentpunkte im Schnitt, bei den Wahlb√∂rsen mit 0,8 gut die H√§lfte davon. Die geschlossene Wahlb√∂rse mit 30 Experten liegt dazwischen, hat eine vergleichbare Abweichung zur Wahlbefragung. In unserer Umfrage ist der Wert f√ľr die SVP ausserhalb des Stichprobenfehlers, in der Wahlh√∂rse kann man jenen f√ľr die FDP diskutieren. Beim geschlossenen Prognosemarkt rangiert die FDP gar hinter der CVP.

Sodann: Es best√§tigen sich zwei Erfahrungen aus ausl√§ndischen Vergleichen: Erstens, kein Informationstool, das man zu Vorhersagen einsetzt, ist fehlerfrei. Es kommt darauf an, nicht die Schw√§chen zu betonen, sondern sie durch einen produktiven MIx zu verringern. Zweitens, die verschiedenen Tools haben ihre typischen Konjunkturen. In den USA sagt man: Makro-√∂konomische Prognosemodelle sind f√ľr l√§ngerfristige Vorhersagen brauchbar, Wahlabsichtsbefragung f√ľr mittelfristige, prozessbezogene Einsch√§tzungen, und Wahlb√∂rsen f√ľr kurzfristige Prognosen.

In der Schweiz kennt man ersteres nicht. Was den Vergleich von Wahlbefragungen und Wahlb√∂rsen angeht, kommt man zu einer vergleichbaren Einsch√§tzung. Dass BDP und GLP WahlsiegerInnen sein w√ľrden – und alle anderen Parteien verlieren k√∂nnten, vermeldete das erste Wahlbarometer vor just einem Jahr. Nachher setzte eine Dynamik der Meinungsbildung ein, bestimmt durch Medienthemen, Personendebatten und Bundesratsfragen, deren Wirkungen sich mit Wahlbefragung am besten analysieren liessen. Am Ende ging es um den Ausgang der Wahl, von den Wahlb√∂rsen besser bestimmt als von allem anderen Tools.

Schliesslich: Die Prognose ist die einzige Absicht der Wahlb√∂rsen. Man kann sie in der Schweiz auch bis zum letzten Tag vor der Wahl machen. Das alles ist bei Umfragen nicht der Fall. Sie d√ľrfen 10 Tage vorher nicht mehr publiziert werden. Faktisch waren sie am Wahltag 2011 15-25 Tage alt. Wahlbefragung sind gar auf die Vorhersage im engen Sinne beschr√§nkt. Sie sind aus der Wahlforschung entstanden, gem√§ss der es drei Fragen zu beantworten gibt: Warum w√§hlt wer wen? Wahlb√∂rsen k√∂nnen das nicht. denn sie beschr√§nken sich auf eine Frage: Wer wird gew√§hlt?

Vielleicht lernt man in der Schweiz, die St√§rken der Informationstools vor Wahlen besser einzusch√§tzen. Mir w√§r’s recht! Zum Beispiel durch unabh√§ngige Expertenbewertungen, die vom Nutzen der verschiedenen Instrumente √ľberzeugt sind, und das Beste aus dem M√∂glichen heraus zu holen. Da k√∂nnte die Schweiz vom Pragmatismus in der Wahlforschung des Auslands noch einiges lernen.
Statt sich auf die das Eine-gegen-das-Anders-Auszuspielen zu konzentrieren.

Claude Longchamp

Wahlbörsen zu den Ständeratswahlen teilweise in Bewegung

Seit Start der Wahlb√∂rsen haben die b√ľrgerlichen ZentrumskandidatInnen eher ehtwas zugelegt. Dennoch erwarten die Traders gerade hier Verluste im Vergleich zu 2007.

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Die Wahlb√∂rsen zu den St√§nderatswahlen finden eine wachsende Aufmerksamkeit. An jener im Kanton Z√ľrich beteiligen sich zwischenzeitlich 246 H√§ndlerInnen. Von den 13 offen M√§rkten haben nur 3 weniger als 100 Traders – Uri, Tessin und Waadt.

Seit meiner letzten Zwischenbilanz hat sich nicht alles verändert, einiges aber schon.
. Im Kanton Z√ľrich ist SP-Kandidat Hardegger vom 1. auf den vierten Platz zur√ľckgefallen. Knapp vorher kommen Diener (GLP), Blocher (SVP) und Gutzwiller (FDP).
. SP-Kandidat Cavalli ist im Kanton Tessin vom 1. auf den dritten Rang abgerutscht. Vor ihm liegen neu Lombardi (CVP) und Morisoli (Lega).
. Im Kanton Uri hat SVP-Bewerber Planzer den Spitzenplatz abgeben m√ľssen. Neu sind Stadler (GLP) und Baumann (CVP) vor ihm.
. Kleiner Aenderungen zeichnen sich im Kanton Aargau ab, wo gegenwärtig Giezendanner (SVP) vor Egerszegi (FDP) zu liegen käme.
. Im Kanton Thurgau hat zudem CVP-Bewerberin H√§berli-Koller SP-Kandidatin Graf-Litscher √ľberholt.

Keine der Bewerbungen, die nicht schon vor Wochenfrist √ľber dem absoluten Mehr war, ist es heute. Umgekehrt gilt, keine der Kandidaturen, die dar√ľber lag, ist nur unter dem Strich. Sehr nahe ist allerdings Pirmin Bischof im Kanton Solothurn. Da kann man nicht entscheiden, was Sache ist.

Uebers Ganze gesehen hat sich damit eine vorl√§ufig Stabilit√§t eingestellt. Die Ansichten der Trader-Gemeinschaft zu den St√§nderatswahlen sind nicht abschliessend, aber weitgehend gemacht. Generell haben die b√ľrgerlichen ZentrumskandidatInnen etwas Boden gut gemacht, meist zulasten der SP oder der SVP. Nur Giezendanner im Aargau trotzt diesem Trend.

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Stand: 18. Oktober 2011

Was die Wahlb√∂rsen zu den St√§nderatswahlen Wert sind, ist schwer einzusch√§tzen, denn der Test wird erstmals gemacht. Am Sonntag abend weiss man einiges mehr. Dann wird sich auch zeigen, ob die √ľbergeordneten Erwartungen stimmen. Gem√§ss dieser separaten Wetten w√ľrden, √§hnlich wie im Nationalrat, CVP und FDP verlieren (je drei Mandate Minus), am meisten an die SVP (+3) resp. etwas an SP, GPS und GLP (je +1). Das spricht, wenn es sich bewahrheitet, f√ľr eine zunehmende Polarisierung – und f√ľr einen Mehrheitsverlust von CVP und FDP.

Claude Longchamp

Wahlbörsen: Zwischenbilanz zu den Ständeratswahlen

Ich war heute in Bern einkaufen. In der Hauptstadt begegnete man zahlreichen KandidatInnen bei den anstehenden Parlamentswahlen. St√§nderatsbewerber Hans St√∂ckli, vormaliger SP-Stadtpr√§sident in Biel/Bienne, f√ľhrte Strassenwahlkampf. Und wollte wissen, ob man der Wahlb√∂rse von SRF trauen kann. Hier meine Antwort.

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Zunächst: Wahlbörsen gehören seit 1988 zu Wahlkämpfen. Erfunden wurden sie an der University of Iowa in den USA. Sie haben sich als Informationstool zum Stand der Meinungsbildung zu Parteien und Kandidaten nebst Wahlumfragen etabliert. Theoretisch basieren sie auf der liberalen Annahme, dass Märkte Informationen effizient und genau verarbeiten, denn Marktteilnehmender wollen keines Falls gewinnen, idealerweise gewinnen. Deshalb informieren sie sich umfassender als andere, bilden sich nicht nur eine eigene Meinung, sondern reflektieren auch, was die öffentliche Meinung ist.

Sodann: Wahlb√∂rsen sind nicht geeignet, die klassischen Fragen der Umfrageforschung zu beantworten. Diese lassen sich mit der www-Formel zusammenfassen: Wer (w√§hlt) wen warum? Wahlb√∂rsen eigenen sich aber, um die Frage zu beantworten; Wer gewinnt, wer verliert. Und das nicht nur f√ľr sich selber, sondern als Wette mit anderen.

Die SRF-Wahlb√∂rse funktioniert nach diesen Prinzipien. Die Gewinnaussichten sind indessen marginal. Und der Geldeinsatz ist symbolisch. Man kann es auch so sagen: Die Eintrittsschwelle ist un√ľblich tief. Das er√∂ffnete SpielerInnen, die Freude am Gamblen haben T√ľr und Tor. Auch politisch Interessierten, die als Gruppe versuchen, die B√∂rsen zugunsten ihrer FavoritInnen zu manipulieren.

Angesichts der Teilnehmendenzahlen bei den Börsen zu den Ständeratswahlen wiegt das umso schwerer, als die Wettgemeindschaften klein (geblieben) sind. Im Schnitt beteiligen sich rund 100 Personen an den Wahlbörsen. Das ist zwar nicht einfach wenig, Missbrauchsmöglichkeiten können aber nicht ausgeschlossen.

Die Grundaussage, die aus den Wahlbörsen zu den Ständeratswahlen entsteht, ist meines Erachtens nicht einfach falsch. Sie ist eine Diskussionsgrundlage. Wie genau so ist, wird sich erst erweisen, wenn der erstmalige Test abgeschlossen ist und die Kurswerte der KandidatInnen anhand der effektiven Ergebnisse evaluiert werden können. Nimmt man die vorläufigen Resultate zwei Wochen vor dem 1. Wahlgang zum Nennwert, kann man Folgendes festhalten:

Erstens, in vielen Kantonen kommt es zu zweiten Wahlgängen. Diese erscheinen in den grossen und mittleren Kantonen als Normalfall.
Zeitens, bisherige können nicht einfach damit rechnen, auf Anhieb wieder gewählt zu werden. Es sind sogar einzelne Abwahlen denkbar, wie das Beispiel Uri nahelegt.
Drittens, in den meisten Kantonen mit Konkurrenz hat es 3 bis 4 ernsthafte Bewerbungen, die es auf 30-40 Prozent der Stimmen bringen könnten.
Viertens, die Allianzbildung f√ľr den zweiten Wahlgang wird entscheidend sei, wie die kleine Kammer in der n√§chsten Legislatur aussieht.

Bedenken bestehen also. Ein besseres Informationstool als das gegenwärtige gibt es zu den Ständeratswahlen indessen nicht.

Mit den Schlussfolgerungen war Hans Stöckli jedenfalls sichtbar zufrieden.

Claude Longchamp

Wahlbörse: Erste Erwartungen zum Ausgang der Ständeratswahlen

Ginge es nach den Börsianer, wäre der nächste Ständerat etwas polarisierter zusammengesetzt und leicht linker als der bisherige. Mal schauen!

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Uebersichten zum Ausgang der Ständeratswahlen 2011 fehlen weitgehend. Deshalb bleibt die Unsicherheit gross, wie die Fraktionsstärken mit Blick auf die Bundesratswahlen sein könnten.

Ein Versuch, den wesentlichen Mangel der Wahlprognostik zu beheben, stellen die Wahlbörsen dar. Bei Nationalratswahlen werden sie durch die Wählerbefragungen konkurrenziert. Bei den Ständeratswahlen stehen sie weitgehend alleine.

2007 gab es hierzu noch keine Wahlbörsen. Deshalb kann man die Treffergenauigkeit des Instruments bisher auch nicht evaluieren.

Immerhin, die Wahlbörse von SRF klärt seit einigen Tagen die Erwartungshaltungen zu den Wahlen 2011 ab, zur Gesamtzusammensetzung des kommenden Ständerats, und zur den Ausgängen in den Kantonen Bern, Aargau und St.Gallen.

Was die Uebersicht betrifft, gehen die B√∂rsianer von je zwei Verlusten f√ľr CVP und FDP aus, zwei Gewinne werden der SP vorausgesagt, je einen der SVP und die GPS. Stabil w√ľrden die GLP und BDP bleiben.

Von der anfangs Jahr durch die SVP angek√ľndigte Macht√ľbernahme in der „Dunkelkammer“ der Nation h√§lt die Wettgemeinschaft demnach nicht viel. Eher noch gilt, dass es zu einer „nachholenden Polarisierung“ im St√§nderat kommt, verbunden mit einem leichten Linksrutsch.

Machtpolitisch w√ľrde sich nicht viel √§ndern: CVP und FDP h√§tten gemeinsam unver√§ndert eine Mehrheit, wenn auch nur noch eine ganz knappe. Daf√ľr bek√§me Mitte/Links die M√∂glichkeit, in Allianz die Abstimmungsg√§nge in der kleinen Kammer zu bestimmen.

Ob bewusst oder nicht, die B√∂rsianer verl√§ngern damit ziemlich genau den Trend bei den j√ľngsten St√§nderatswahlen.

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Nicht ausschliessen kann man zudem, dass in den gehandelten Erwartungen eine leichte Linkstendenz steckt. Bei den Nationalratswahlen jedenfalls ist die SRF-Wahbörse das Tool mit der linkesten Vorschau.

So bleibt als gegenw√§rtig wahrscheinlichste Annahme aufgrund der B√∂rse: Stabilit√§t mit bescheidenen Ver√§nderungen, leicht polarisierte Zusammensetzung mit m√∂glicherweise gest√§rkter rotgr√ľner Vertretung.

Oder jemand rechnet alle Ausgangslage nach dem Z√ľricher Modell einmal durch!

Claude Longchamp

Aktuelle Wahlbörsen im Vergleich

Wettbegeisterte k√∂nnen auf Parteist√§rken setzen und gewinnen oder verlieren. Mit ihrem Kalk√ľl helfen sie, Erwartungen zum Wahlausgang sichtbar zu machen. Doch die Methode hat auch Nachteile: Es gibt keine Gew√§hr, dass die Einsch√§tzungen nicht ins Kraut schiessen und alle Parteien nicht gesch√∂nt beurteilt werden.

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Zwei Wählbörsen zu den Nationalratswahlen 2011 gibt es (vorerst): neu diejenige des Schweizer Fernsehens und seit längerem diejenige von Wahlfieber.

Erwartete Wahlsiegerinnen sind die BDP und die GLP. Gemäss Börsianern können sie mit je 4 Prozentpunkten Zuwachs rechnen.

M√∂gliche Gewinner- oder Verliererinnen sind die beiden grossen rotgr√ľnen Parteien. Gem√§ss SF-B√∂rse w√ľrden SP und GPS zulegen, nicht aber gem√§ss Wettkonkurrent „Wahlfieber“.

Verluste w√ľrde es vor allem f√ľr die FDP, aber auch f√ľr die CVP und allenfalls auch SVP absetzen.

Das Hauptproblem der aktuellen Wahlbörsen ist, dass die addierten Kurswerte nicht auf 100 Prozent aufgehen. Erheblich ist das Problem bei der SF-Wahlbörse, wo die ausgewiesenen Parteistärken zusammen rund 106 Prozent ergeben. Bei Wahlfieber liegt man bei zirka 103 Prozent.

Das haben findige Börsianer zwischenzeitlich selber entdeckt, und sie rätseln fieberhaft, wie man der Schwäche beikommen solle.

Denn sie wissen: Ohne dieser Korrektur werden alle Prozentangaben relativiert, da sie automatisch in Bezug auf die Wählendenanteile bei den letzten Wahlen gesetzt werden. Doch gerade das täuscht, wenn das BfS auf 100 prozentuiert, die Wahlbörsen aber nicht.

Die beiden Wahlbörsen zeigen eine weitere Schwäche. Das Umfeld der Wette bestimmt die Teilnahme: Auf der populären Website von SF wetten 669 Personen, beim Aussenseiter Wahlfieber sind gerade mal 38. Das bestimmt die Einflussmöglichkeiten eines Traders, der taktisch vorgehen will. Seine Möglichkeiten sind bei der SF Wahlbörse deutlich geringer.

Keine Aussagen machen die B√∂rsianer im √ľbrigen zur Wahlbeteiligung. Daf√ľr lanciert die SF-Wahlb√∂rse heute abend einen neuen Markt f√ľr die Sitzzahlen der Parteien im St√§nderat. Gegen√ľber Wahlbefragungen gibt das einen echten Mehrwert.

Claude Longchamp

Kanton Luzern: Wahlbefragungen und Wahlbörsen im Vergleich.

Die Wahlen in Luzern sind ausgezählt Рein guter Moment, Wahlumfragen und Wahlbörsen vor der Wahl im Vergleich zu evaluieren.

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Gemäss Statistischem Amt des Kantons Luzern gewinnt die GLP (5,9%/+5,9 Prozentpunkte) bei den Parlamentswahlen am meisten, gefolgt von der SVP (22,3%/+3,2%), der BDP (1,7%/+1,7%), der GP (8,7%/+1,4%) und der SP (11,0%/+0,3%). Verliererin sind die CVP (31,3/-6,0%) und die FDP (18,9/-4,2%).

Die Wahlbefragung der Neuen Luzerner Zeitung kam der Sache beschränkt nahe. Falsch ist kein Trend. Verkannt wurde aber der Gewinn der SVP, die gemäss Umfrage wäre sie stabil geblieben. Verschätzt hat man sich auch bei der FDP, die mehr als erwartet verlor, bei der SP, die wenig gewann, und bei der GLP die mehr gewann.

Es kann gut sein, dass letzteres einen inneren Zusammenhang hat: Nachdem die GLP in Basellschaft und Z√ľrich zulegte und zum vorrangigen Medienthema wurde, k√∂nnten potenzielle FDP- und SP-W√§hlerInnen geschwenkt sein. Bei der SVP d√ľrfte eine andere Ursachenanalyse zutreffen, denn bei ihr gibt es, vor allem auf dem Land einen stillschweigenden Wechsel gerade aus CVP-Kreisen, den man kaschiert.

Die mittlere Abweichung zwischen Resultate und Befragung betrug bei der zweiten Welle 1,54 Prozentpunkte je Partei. Das ist mehr als bei der ersten, wo der Vergleichswert bei 1,3 lag. Das ist un√ľblich. Es spricht daf√ľr, dass sich verschiedene Probleme gemischt haben d√ľrften.

Den Vergleich nicht scheuen muss die Wahlb√∂rse von www.wahlfieber.at. Nimmt man hier den Tag vor der Publikation der Umfrage als Massstab (26.3.) betrug die Abweichung zum Ergebnis im Mittel 1,34 Prozentpunkte pro Partei. Die gr√∂sste Abweichung gibt es bei der FDP, f√ľr die die Wettgemeinschaft mehr Verluste erwartete, als es schliesslich der Fall war (2.2 Prozentpunkte Abweichung). Um je 2 Z√§hler √ľbersch√§tzt wurden dagegen GLP und GP. Damit war die Wahlb√∂rse trendiger als die Wahlbefragung. Wo sich was an Ver√§nderung abzeichnet, √ľbertrieb man.

Bis am Schluss legte sich das noch ein wenig. Der Prognosefehler am Vortag der Wahl reduzierte sich auf weniger als 0,8 Prozentpunkte Abweichung.

Das f√ľhrt mich zu folgenden Arbeitshypothesen:

1. Wahlbefragungen und Wahlb√∂rsen interagieren. Wahlb√∂rsen richten sich in einer fr√ľhen Phase an Wahlbefragungen aus; sie k√∂nnen jedoch auch zur Evaluierung der Sicherheit von Ergebnisse in Wahlbefragungen verwendet werden, insbesondere, wo man vergessene oder verschwiegene Antworten in Umfragen vermuten kann. Im aktuellen Fall betrifft das die SVP.
2. Trends in Wahlb√∂rsen erhellen das Bild der Entwicklungen in der Zeit, w√§hrend der keine Befragungen mehr gemacht werden d√ľrfen. Im aktuellen Fall betrifft das sie Sammlung hin zur GLP.

Claude Longchamp

Wahlbefragungen, Wahlb√∂rsen und Wahlergebnisse im Kanton Z√ľrich im Vergleich

Parteiwahlen sind einfacher vorherzusehen als Personenwahlen. Diese gut bew√§hrte Regel hat sich auch in Z√ľrich bewahrheitet. Die Umfrage von Isopublic f√ľr den Tagesanzeiger-Medienverbund lag bei der Kantonsratswahl mit beschr√§nkten Abweichungen richtig. Bei den Regierungsratswahlen ergeben sich aber relevante Abweichungen.

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Stellt man auf die Prognosef√§higkeit von Wahlbefragungen und -b√∂rsen 10 Tage vor der Wahl ab, schneiden die Umfrage und Wahlb√∂rse gleich gut ab. Beide Instrumente haben einen Abweichung von 1,25 Prozentpunkten pro Partei. Das ist mittlerer Werte f√ľr die G√ľte beider Instrumente.
Die Tagesanzeiger-Wahlbefragung t√§uschte sich bei der SP. Festgehalten wurden Gewinne, schliesslich resultierte ein kleiner Verlust. Die Differenz zwischen Befragung und Resultat betr√§gt 1,7 Prozentpunkte. Gr√∂sser noch ist die Abweichung bei der FDP, die schlechter als erwartet abschnitt. Daf√ľr gewann die BDP 1,7 Prozentpunkte mehr als angezeigt, und die SVP verlor 1,6 Prozent weniger als angenommen. Alle Abweichungen bleiben im Stichprobenfehler. Auf einen Nenner gebracht, kann man sagen: Die SVP wurde (wie h√§ufig) untersch√§tzt, und der Wechsel zu den neuen Parteien (insbesondere zur BDP) auch.

Die Börsianer irrten sich bei der GP. Da wurde 10 Tage vor der Wahl noch mit einem Verlust gerechnet, schliesslich resultierte ein kleiner Gewinn. In der Grössenordnung verschätzte sich die Wettgemeinde bei den Verlusten der SVP (2,5 Prozentpunkte weniger als angenommen) und der FDP (2,1 Prozentpunkte mehr als prognostiziert). Zu skeptisch war man hier auch bei der SP (1,4 Prozent negativer als effektiv), während mit dem Einbruch der CVP nicht wirklich angenommen wurde (1,1 Prozentpunkte geringer als in der Tat). Auch hier kann man vereinfachend festhalten: Die Börsianer sind in der Einschätzung der Linksparteien zu skeptisch.
Einen Tag vor der Wahl war die Wahlbörse dann genauer. Der mittlere Prognosefehler bei den acht grössten Parteien betrug 0.71 Prozentpunkte. Mit anderen Worten: Was in den letzten zwei Wochen geschah, hatte einen beschränkten Einfluss, der richtig bemerkt wurde. Ein Vergleich mit Befragungen ist hier nicht möglich, da die Standesregel des schweizerischen Branchenverbandes es untersagt, so kurzfristiger vor der Wahl Umfragen zu machen.

Schlechter stimmten die Befragungsergebnisse 10 Tage vor der Wahl mit den Resultaten der Regierungsratswahlen √ľberein. Der mittlere Prognosefehler liegt hier bei 6,1 Prozentpunkten. Das ist weit ausserhalb des Stichprobenfehlers. Da dies bei den Kantonsratswahlen nicht der Fall war, sollte man nicht einfach auf ein generelles Problem mit der Umfrage schliessen. Vielmehr kann man annehmen, dass ein Teil der relevanten Meinungsbildung bei dieser Wahl tats√§chlich in der Zeit nach der Befragung geschah.

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Denkbar ist die folgende Hypothese: Der b√ľrgerliche Schulterschluss gelang erst zuletzt, vor allem zwischen SVP (beide Kandidaten legen um +8 %punkte gegen√ľber Umfrage zu) und FDP (+6%punkte), jedoch nicht mit der CVP. Umgekehrt funktionierte das rotgr√ľne B√ľndnis beim effektiven Aufschreiben von Namen gut (+5%punkte bei Graf, +4%punkte bei Fehr). Das kann mit der Grosswetterlage zusammenh√§ngen, dem Linksrutsch in den St√§dten, aber auch Taktik sein, die sich aus der aktuellen Stimmungslage der einzelnen B√ľrgerInnen gegen√ľber den KandidatInnen ergibt.

R√§tselhaft bleiben die Resultate Regine Aeppli und Hans Hollenstein. Denn sie schneiden in der Wahl als einzige schlechter ab als in der Umfrage (je -5%). Einen Grund hierf√ľr kann man aus dem Geschehen am Ende des Wahlkampfes nicht ableiten, sodass Befragungeffekte bei einzelnen KandidatInnen hier nicht ausgeschlossen sind. Von aussen her kann man dazu aber nicht mehr sagen.
Bei Hans Hollenstein war das am Ende des Wahltages ausschlaggebend. Richtig erkannte die Umfrage, dass die Wahlchancen von Martin Graf (GP) stiegen, doch nahm man fälschlicherweise an, zulasten von Markus Kägi (SVP).

Eine minimale Schlussfolgerung sollten Demoskopen und JournalistInnen meines Erachtens jeweils schon im Voraus gerade bei Personenwahlen beherzigen: Zu Umfragen gibt es keine wirkliche Alternative. Wenn nun Hochrechnungen gepriesen werden, √ľbersieht man, dass deren Prognosewert 2-3 Stunden betr√§gt und damit kein Ersatz f√ľr Vorwahlbefragungen sind. Parteiwahlen k√∂nnen pr√§ziser befragt werden, weil die Meinungsbildung st√§rker l√§nger- und weniger kurzfristig erfolgt, w√§hrend bei Personenwahlen bis am Schluss Relevantes Vieles offen bleibt.
W√ľnschenswert w√§ren gr√∂ssere Stichproben, oder Befragungen bei B√ľrgerInnen mit einer Teilnahmeabsicht. Das w√ľrde die denkbaren Fehlerquellen verringern. Im aktuellen Fall w√§re es sicher besser gewesen, wenn man angesichts der Ereignisse eine repr√§sentative Umfrage vorher und nachher gehabt h√§tte; so blieb letztlich alles Spekulation.
Unabh√§ngig davon gilt: Umfragen sind deshalb nicht einfach falsch, wenn sie mit dem Ergebnis nicht identisch sind, denn sie werden aber √ľberinterpretiert, wenn sie in einem Meinungsbildungsprozess unbesehen zu Prognosen gemacht werden.

Claude Longchamp

Erstmals Wahlbörse zu den Berner Grossratswahlen

Erstmals prognostiziert eine Internet-Wahlb√∂rse die Berner Grossratswahlen und kommt zu einem √ľberraschenden Schluss: Gewinne f√ľr BDP, GLP und SP, Verluste f√ľr SVP, Gr√ľne und christlichen Parteien.

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Der Grosse Rat des Kantons Bern wird am 28. März 2010 neu gewählt. www.wahlfieber.at liefert bereits jetzt eine Prognose.

Wahlbörsen gelten vielerorts als Alternativen zu Umfragen von Wahlen. Anders als diese ermitteln sie nicht Stimmabsichten unter den Wahlberechtigten. Vielmehr erheben sie Erwartungen zum Wahlausgang. Das geschieht in Form einer Börse. Denn es geht um Geld, das man auf die Stärken von Parteien wettet. Wer am Schluss dem Ergebnis am nächsten kommt, gewinnt, wer daneben liegt, bezahlt.

1988 wurden solche Wahlbörsen erstmals bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen realisiert. Hinsichtlich der Prognose erreichten sie eine beachtliche Genauigkeit, sodass sie gerade im Internet weit verbreitet sind. Immerhin gab es auch zahlreiche Fehlschläge, denn die Leistungen der Wahlbörse hängt unter anderem davon ab, wie viele Börsianer mitmachen, und wie intensiv gehandelt wird. Je mehr dies der Fall ist, umso eher kommen die Aktienwerte der Parteien den Wahlabsichten nahe.

Die √∂sterreichischen Plattform „Wahlfieber.at“ f√ľhrt regelm√§ssig solch systematische Wetten auch bei Schweizer Wahlen und Abstimmungen durch. Erstmals ist das auch bei den Berner Grossratswahlen der Fall. Das Beispiel ist besonders interessant, weil h√§ufig eingewendet wird, die B√∂rsianer liessen sich durch Wahlumfragen beeinflussen – und solche liegen bei den Kantonswahlen in Bern nicht vor.

Nimmt man die gegenw√§rtigen Aktienkurse der Parteien, erscheint die SP als kleine Siegerin. Sie k√∂nnte 1 Prozentpunkt zulegen. Selbstredend geht die Wahlb√∂rse auch bei den neuen Parteien, der BDP und der GLP, von Gewinnen aus. Bei jener rechnet man mit einem W√§hlerInnen-Anteil von 5,3 Prozent, bei dieser mit einem solchen von 3,1. Kleine Verlierer w√§ren die FDP mit einem Verlust von 0,4 Prozent, die christlichen Parteien mit einem Minus von insgesamt 1,5 Prozent, gefolgt von den Gr√ľnen, die 2,5 Prozent verlieren k√∂nnten. Den gr√∂ssten Einbruch sehen die B√∂rsianer bei der SVP, bei der sie von einem Minus von 3,2 Prozent ausgehen.

Die Werte können jederzeit ändern, vor allem wenn der Wahlkampf in der Schlussphase ereignisreich sein sollte. Dann wird man sehen, ob eine anonyme Gruppe von Menschen, die via Internet miteinander um die Einschätzung der Parteistärken wetten, zuverlässig Wahlen prognostizieren können.

Und wer den jetztigen Stand f√ľr falsch h√§lt, kann sein Geld unmittelbar setzen, um die Aktienkurse beeinflussen zu suchen. Denn: Meckern lohnt sich hier nicht, etwas machen muss man!

Wahlb√∂rsen zu Deutschland: eher grosse als b√ľrgerliche Koalition

Die f√ľhrende Prognose-B√∂rse bei den deutschen Bundestagswahlen heisst ‚ÄěWahlstreet‚Äú. 9 Tage vor der Wahl haben CDU/CSU einen Marktwert von 33.7, gefolgt von der SPD mit 24.8 und der FDP, die auf 13.2 kommt. An viertes Stelle sind die Gr√ľnen mit 11.5, gefolgt von der Linken mit 10.8. Marktanteile in Wahlb√∂rsen entsprechen dem W√§hlerInnen-Anteil bei der effektiven Wahl.

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Wahlbörsen prognistizieren mit den Mitteln des Marktes Wahlausgänge recht zuverlässig, bieten aber keine Möglichkeit, das Wählerverhalten zu analysieren.

Betrieben wird die virtuelle Wahlb√∂rse f√ľr Deutschland vom Institut f√ľr Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universit√§t M√ľnchen, die damit ein Forschungsprojekts zur politischen Einstellungs- und Meinungsforschung durchf√ľhrt. Dabei setzt jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin ein Startkapital von maximal 50 Euro ein und kann mit diesem Einsatz Aktien der Parteien ihren Erwartungen zum Ausgang der Wahl handeln. Kommt es zu einem Tausch, stellt sich der Marktwert der Partei ein. Da sich die Aussch√ľttungen am Wahltag nach dem tats√§chlichen Wahlergebnis orientieren, besteht ein Anreiz f√ľr die H√§ndlerInnen, ihr eingesetztes Geld so zu investieren, dass ihr Depot m√∂glichst genau dem Wahlausgang √§hnelt.

Gem√§ss Wahlstreet verlieren bei der Bundestagswahlen 2009 sowohl SDP wie CDU/CSU. Es legen die drei kleineren Parteien ausserhalb der grossen Koalition zu. Am meisten profitieren w√ľrde die FDP.

Bez√ľglich der Koalitionsaussage vermittelt Wahlstreet das Bild eines offenen Rennens. Der Kurswert f√ľr eine CDU/CSU-Koalition mit der FDP liegt bei 48.4, jener f√ľr eine Fortsetzung der bestehnden Koalition bei 49.4.

Unterst√ľtzt vom Schweizer Fernsehen realisiert auch www.wahlfieber.ch eine vegleichbare Wahlb√∂rse. Deren H√§ndlerInnen sind bez√ľglich der CDU/CSU noch skpetischer, rangieren aber die Linke h√∂her. Koalitionsaussagen werden nicht gehandelt, doch reicht es letztlich nur f√ľr eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen CDU/CSU und SDP.

Claude Longchamp