They cantÂŽt get no satisfaction!

Die Hochrechnung zur Sitzverteilung im britischen Unterhaus verspricht politische Spannung: Die Tories können mit 305 Sitzen rechnen. Labour kĂ€me auf 255 Abgeordnete und die Liberaldemocrats auf 61. Alle ĂŒbrigen Parteien wĂŒrden 29 Sitze auf sich vereinen können.

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Wahlsieger David Cameron, Leader der Tories, steht in der TĂŒre zu politische Macht, doch ohne Hilfe der Liberalen schafft er es nicht bis in ihr Innerstes.

GemĂ€ss den exit polls zu den britischen Unterhauswahlen hĂ€tte die Konvervativen nicht nur am meisten Abgeordnete. Sie wĂŒrden auch rund 100 dazu gewinnen. Doch ist das nur der halbe Sieg, denn fĂŒr die absolute Mehrheit reicht dies selbst unter Einschluss von 10 möglichen Unionisten aus Nord-Irleand nicht.

Das heisst allerdings nicht, dass Gordon Brown weiter regieren kann. Alleine geht das sicher nicht mehr. Doch auch die ins Auge gefasste Koalition wird nicht automatisch reichen. Denn sowohl seine Labour-Party als auch die LibDems verlieren Sitze, sodass es selbst gemeinsam nicht fĂŒr die Mehrheit im Unterhaus reichen wird.

Noch sind nicht alle Wahlkreise definitiv ausgezÀhlt; doch die vorliegenden Endresultate bestÀtigen in hohem Masse die Projektion aufgrund der exit polls.

Damit kann sich der Leader der Konservativen nicht als wirklicher Wahlsieger feiern lassen. Denn nur eine Koalition mit den Liberalen wĂŒrde ihm und seiner Partei eine sichere Mehrheit im Parlament sicher. Doch das wird kaum dier erste Option in den Verhandlungen sein. Gordon Brown, der aktuelle Primeminister, wird traditionsgemĂ€ss als Erster versuchen, eine Regierung zu bilden, mit der er sich am 27. Mai die Mehrheit sichern könnte, sei es als Koalitionentscheidung oder als Duldung einer Minderheitsregierung durch Drittparteien.

Scheitert Brown, wird Cameron zum Zug kommen. Sollte auch er scheitern, dĂŒrfte es zu Neuwahlen kommen.