Wahlen in den ZĂŒrcher StĂ€dten: Zentrum gestĂ€rkt, SVP ebenso, Linke geschwĂ€cht

Die Wahlen in die Parlament der 12 grössten ZĂŒrcher StĂ€dten sind vorbei. Gewinner sind die GrĂŒnliberalen, die SVP, die GrĂŒnen und die BDP, Verlierer die SP, die CVP, die FDP und die EVP. GestĂ€rkt wurde das Zentrum, geschwĂ€cht die Linke, wĂ€hrend die SVP nach einem kleinen Einbruch 2006 wieder wĂ€chst. Warum das alles? – Einige Arbeitshypothesen zur vertieften Diskussion.

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Quelle: Tagesanzeiger, 26. April 2010

Nach den Wahlen in der Kantonshauptstadt liegt nun die komplette Uebersicht ĂŒber die 12 Gemeindewahlen vor. Sie macht klar, dass die Bi-Polarisierung anhĂ€lt, wenn auch eingeschrĂ€nkt und nicht als alleiniges Muster der WĂ€hlerInnentscheidungen. Denn die SVP und die GrĂŒnen als am klarsten rechts resp. links positionerte Parteien haben nicht am meisten gewonnen.

Am meisten neue Sitze zu besetzen fĂ€llt diesmal der glp zu. Schliesslich ist die BDP kleine Siegerin. Beide neuen Gewinnerinnen im Kanton ZĂŒrich stehen fĂŒr den zweiten Trend: Wo neue Angebote es schaffen, glaubwĂŒrdig in Erscheinung zu treten, schaden sie den Parteien in ihrem Umfeld. Die GLP dĂŒrfte in den ZĂŒrcher StĂ€dten zu Lasten aller Verliererinnen zugelegt haben. Die BDP ihrerseits kann die SVP nicht stoppen.

Wer könnte von wem profitiert haben? Als Arbeitshypothesen seien formuliert:

. Die glp gewinnt von der SP, den GrĂŒnen, der FDP, der CVP und der EVP hinzu.
. Die SVP legt bei legt bei FDP, SP und CVP zu.
. Die GrĂŒnen gewinnen bei der SP, verlieren aber an die GLP.
. Die BDP wÀchst zulasten der FDP.

Die SP verliert an die GLP, die SVP und die GrĂŒnen. Die CVP hat AbgĂ€nge Richtung glp und SVP. Die FDP verliert an SVP, BDP und glp. Die EVP kann AbgĂ€nge an glp nicht vermeiden.

Vereinfacht ausgedrĂŒckt heisst das SVP verstĂ€rkt sich im bĂŒrgerlichen Lager, beschrĂ€nkt auch im linken. Die glp gewinnt im linken Lager wie auch im Zentrum und im bĂŒrgerlichen Lager hinzu.

UnĂŒbersehbar gestĂ€rkt wurde bei den diesjĂ€hrigen Stadtparlamentswahlen des bevölkerungsreichsten Schweizer Kantons das Zentrum gestĂ€rkt. Parteipolitisch ist es aber zersplittert. Die SVP bietet hierzu die Alternative an, wĂ€hrend die Linke darbt.