Adam, Bedam, Cedam, Dedam, Edam, Fedam, Gedam

Wer heute morgen das Berner Rathaus betrifft, sieht schon Zahlen fĂŒr den Ausgang der Regierungsratswahlen. Doch gibt es keine Namen dazu. Der beste Moment um die Auslegeordnung zu machen.

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Was ist heute möglich? 4 Bisherige aus dem rotgrĂŒnen Lager treten gegen 2 Bisherige und 3 Neue von bĂŒrgerlicher Seite an. Zudem gibt es noch 7 weitere BewerberInnen, doch werden ihnen kaum Chancen eingerĂ€umt. Vereinfacht ausgedrĂŒckt gibt es drei Szenarien, die auch der Analyse der Hochrechungen zugrunde liegen. Hier sind sie:

Szenario 1: 5 Rechte, 2 Linke oder “Totaler Sieg der vereinigten BĂŒrgerlichen”:
Alle 5 KandidatInnen aus SVP, FDP und BDP werden gewĂ€hlt. Der Jura-Sitz wechselt so automatisch nach rechts. Es scheitert aber auch ein zweiter linker Regierungsrat. Am ehesten wird erwartet, dass es SP-Volkswirtschaftsdirektor Rickenbacher treffen könnte. Weniger wahrscheinlich ist, dass dies der GrĂŒne Pulver oder die SP-Frau Egger wĂ€re.

Szenario 2: 4 Rechts, 3 Linke oder “Sieg der vereinigten BĂŒrgerlichen”:
Ein Bisheriger aus dem linken Lager wird abgewĂ€hlt. GrundsĂ€tzlich gibt es hierfĂŒr zwei Varianten: Die erste lautet, dass der Jura-Sitz von SP-Perrenoud an Astier von der FDP geht. Die zweite geht von einer Abwahl einem oder einer der drei linken RegierungsrĂ€tInnen aus dem Restkanton ab. Am ehesten dĂŒrfte wiederum Rickenbacher betroffen sein. Die drei ĂŒbrigen aus dem bĂŒrgerlichen Lager können sich verschieden zusammensetzen: Rein von der ParteienstĂ€rke wĂ€ren noch 2 SVP und 1 FDP zu erwarten. Nicht auszuschliessen ist aber auch je eine Vertretung aus den drei Parteien des Lagers, wobei es bei der SVP grundsĂ€tzlich beiden Bewerbern gelingen kann, gewĂ€hlt zu sein. Und ebenfalls nicht ganz unmöglich ist, dass die BDP die FDP verdrĂ€ngt, und nebst der SVP in die Berner Regierung einzieht.

Szenario 3: 4 Linke, 3 Rechte oder “Sieg der vereinigten Linken”:

Alle Bisherigen von rotgrĂŒner Seite werden wieder gewĂ€hlt, womit die Linke ihre Mehrheit in der Regierung erfolgreich verteidigt. Die bĂŒrgerliche Wende bleibt ganz aus. FĂŒr ihre drei GewĂ€hlten gilt die gleiche Auslegordnung wie in der zweiten Variante des zweiten Szenario.

Szenarien sind keine Wunschprogramme; sie basieren auf Wahrscheinlichkeiten. Szenarien sind keine direkte Prognose. Zwar trifft wohl eine hier skizzierten Varianten heute ein. Welche es ist, weiss man nicht; letztlich kann man nur spekulieren, wie das gegenwÀrtig im Wahlbistro geschieht. Doch wird man bald mehr wissen.

PS:
Eingetroffen ist das dritte Szenario, bei der Verteilung im bĂŒrgerlichen Lager bekam jede Partei einen Sitz. Bei der SVP setzte sich der Bisherige gegen den Neuen durch. Im Wahlbistro hat einzig Harald Jenk richtig getippt. Gratulation!