Börsianer wetten auf ein Nein zur Minarett-Initiative.

„56 Prozent Nein, 44 Prozent Ja“ lautet die gegenwĂ€rtige Wette der Börsianer zur Minarett-Initiative auf der Plattform „Wahlfieber“.

Nebst Umfragen zum Stand der Meinungsbildung haben sich Börsen als Instrumente der Abstimmungsforschung in der Schweiz etabliert. Wahlfieber, eine in Oesterreich betriebene Plattform mit schweizerischen Themen, gehört dazu.

Verlauf und aktueller Stand der Erwartungen an der Börse „Wahlfieber“ zur Minarett-Abstimmung

Demnach rechneten die Börsianer zu jedem Zeitpunkt mit einem Nein zur „Minarett-Initiative„. Der aktuelle Wert der gegnerischen Aktie liegt bei rund 56, jeder der BefĂŒrworterInnen bei ungefĂ€hr 44. Das kann man auch als Prozentwerte der momentanen Prognose nehmen.

Wahlbörsen haben gegenĂŒber Umfragen Nachteile: Sie erlauben es nicht, die Frage zu beantworten, wer warum so stimmen will. Denn sie geben keine AuskĂŒnfte ĂŒber individuelle Entscheidungen. Sie eignen sich nur, um kollektive Entscheidungen vorweg nehmen zu können.

Ihr Vorteil ist es, der Logik zu folgen, die aus der „Weisheit der Vielen“ entsteht. Namentlich Politökonomen halten das fĂŒr die rationalste Form der Informationsverarbeitung. Einzelne, so ihre Kritik, bleiben in ihren EinschĂ€tzungen zum Ausgang einer Entscheidung immer unsicher und subjektiv, sodass nur ein Markt diese Annahmen systematisieren und damit objektivieren kann.

Der Verlauf der EinschÀtzung durch den Markt zur Minarett-Initiative zeigt die typischen Schwankungen, die aus dem Tagesgeschehen hergeleitet werden können. Börsen sind dann unbrauchbar, wenn sich zu wenige HÀndler beteiligen.

Genaueres weiss man am Abstimmungssonntag!

Claude Longchamp