Lehrbuch der empirischen Politikforschung

(zoon politicon) Volker Dreier ist Privatdozent an der UniversitĂ€t Köln. Er arbeitet am dortigen Forschungsinstitut fĂŒr Soziologie, und er ist Redaktor der renomierten Zeitschrift „Kölner Zeitschrift fĂŒr Soziologie und Sozialpsychologie“. Vor allem aber hat Volker Dreier 1997 eine der wenigen, auf Deutsch erschienen, umfassenden Uebersichten ĂŒber die Forschung in der empirisch ausgerichteten Politikwissenschaft verfasst.

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Volker Dreier, Soziologe mit Forschungsschwerpunkten, die mir durchaus zusagen, hat die massgebliche EinfĂŒhrung in die „Empirische Politikforschung“ auf Deutsch verfasst, die soeben in der 2. Auflage erschienen ist.

Dreier versteht sich als unorthodoxer Vertreter der empirisch-analytischen Politikforschung. Diese leitet er aus der allgemeinen wissenschaftlichen Forschung ab, die sich dem wissenschaftlichen Realismus verpflichtet fĂŒhlt. Sinnliche Erfahrungen, logische Theoriebildung und empirische UeberprĂŒfungen sind fĂŒr ein die massgeblichen wissenschaftstheoretischen Positionen.
Das Lehrbuch, strikte aufgebaut, sorgfÀltig geschrieben, mit Grafiken aufgearbeitet, sonst aber eher trocken, hat drei Teile:

. erstens, die Orientierungen der empirischen Politikforschung (mit der Begriffsbestimmung, den Grundfragen und den Grundelementen)
. zweitens, die wissenschaftstheoretischen Grundlagen (mit den formalen Grundlagen, den Begriffen und Aussagen, der logische Struktur einer empirischen Theorie, der Theoriekonstruktion, dem ErklÀren und/oder dem Verstehen)
. drittens, die Methoden und Modelle (mit dem Messen und der Sklaierung, den Modelle sowei den AblÀufen in der Forschung)

In vielen Teilen des Buches gibt es, fĂŒr sich gesehen, gleichwertige oder bessere Einzelabhandlungen. Was das Werk aber auszeichnet, ist der systematisch durchgehaltene ĂŒberischtliche Stil ĂŒber eigentlich alle Fragen, die sich dem/der empirischen PolitikforscherIn bei ihrer Arbeit und deren Kommunikation stellen.

Vielleicht, könnte man als einige Kritik anfĂŒgen, hĂ€tte man sich nach 586 Seiten noch ein WĂŒrdigung des Stand und der Entwicklung des Fachgebieten gewĂŒnscht.

Claude Longchamp