(zoon politicon) In der gestrigen Vorlesung “Empirische Politikforschung in der Praxis” stiessen wir kurz auf den AufklĂ€rer David Hume. Er hat den Empirismus als Gegenposition zum Rationalismus von RenĂ© Desacartes begrĂŒndet. Dieser liess sich vom Mensch als vernunftbegabtes Wesen leiten, jener vom Mensch, der dank seiner Sinne die Welt erfahren kann. Bis heute sind beide erkenntnistheoretische Positionen, wenn auch in kritisch verarbeiteter und kombinierter Form bestandteil der Philosophie der Wissenschaften.
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Nachdenken ĂŒber Thomas Huxleys prĂ€gnante Aussagen zum Sinn der Tatsachen in der Wissenschaft empfohlen
Per Zufall bin ich heute auf den britischen Agnostiker Thomas Huxley (1825-1895) gestossen, der im 19. Jahrhundert lebte. Nicht weil er der Grossvater des bekannten Aldous Huxley (Schöne, neue Welt 1932) war, behielt ich ihn im Auge. Vielmehr viel mir auf, dass er mit wenige Worten das wissenschaftliche Denken, das Hume (“gegen die Macht der Gewohnheit”) entwickelt hatte, prĂ€gnant zusammenfasste; drei KernsĂ€tze seies deshalb hier zum Nachdenken ĂŒber den Empirismus in den Natur- und Sozialwissenschaften festgehalten:
âDie gröĂte SĂŒnde gegen den menschlichen Geist ist, Dinge ohne Beweis zu glauben.â
âJede neue Wahrheit beginnt ihren Weg als Ketzerei und beendet ihn als Orthodoxie.â
âDie Tragödie der Wissenschaft – das Erschlagen einer schönen Hypothese durch eine hĂ€Ăliche Tatsache.â
Schönes Wochenende (trotzdem)
Claude Longchamp


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