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	<title>Kommentare zu: Volksabstimmungen sind kaum käuflich, sagt Forscher Hanspeter Kriesi</title>
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	<description>Politikwissenschaft in der Praxis, das Blog von Claude Longchamp</description>
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		<title>Von: mds</title>
		<link>http://www.zoonpoliticon.ch/blog/6071/abstimmungen-sind-kaum-kauflich-sagt-forscher-hanspeter-kriesi/comment-page-1/#comment-2311</link>
		<dc:creator>mds</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 05:42:33 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank für die Erläuterungen zur Publikation «Manufacturing Consent»!

Für mich geht es bei Manufacturing Consent nicht allein um die Publikation desselben, deshalb im ersten Kommentar die Nennung ohne Anführungszeichen. Genauso kann man in der Schweiz beobachten, welche Interessen bei Abstimmungen und Wahlen siegen – die aktuelle Systemkrise hat vieles davon an die Öffentlichkeit gespült, auch sehr informativ sind jeweils die Parlamentsprotokolle. Schade, dass Kommissionssitzungen in schweizerischen Parlamenten üblicherweise geheim sind und mir als Bürger kaum Informationsansprüche offenstehen, damit würde noch viel mehr Wissen in dieser Hinsicht zugänglich werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für die Erläuterungen zur Publikation «Manufacturing Consent»!</p>
<p>Für mich geht es bei Manufacturing Consent nicht allein um die Publikation desselben, deshalb im ersten Kommentar die Nennung ohne Anführungszeichen. Genauso kann man in der Schweiz beobachten, welche Interessen bei Abstimmungen und Wahlen siegen – die aktuelle Systemkrise hat vieles davon an die Öffentlichkeit gespült, auch sehr informativ sind jeweils die Parlamentsprotokolle. Schade, dass Kommissionssitzungen in schweizerischen Parlamenten üblicherweise geheim sind und mir als Bürger kaum Informationsansprüche offenstehen, damit würde noch viel mehr Wissen in dieser Hinsicht zugänglich werden.</p>
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		<title>Von: cal</title>
		<link>http://www.zoonpoliticon.ch/blog/6071/abstimmungen-sind-kaum-kauflich-sagt-forscher-hanspeter-kriesi/comment-page-1/#comment-2308</link>
		<dc:creator>cal</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 08:38:51 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media&quot; wurde 1988 von Edward S. Herman and Noam Chomsky auf Englisch veröffenticht; 1993 erschien die deutsche Uebersetzung als &quot;Die Konsensfabrik&quot;.
Die Autoren werfen der Messenmedien vor, generell zur Propaganda zu verkommen. Die Distribution von Neuigkeiten unterliege heute Gesetzen der Oekonomie, was nicht ohne Folgen bleibe. Politisch gesprochen gestehe eine Nähe der Medien zur Macht im Staat und der Wirtschaft.
Die Autoren arbeiten fünf Filter heraus, welche zeigen, wie das geschieht:

   1. Grösse, Besitzverhältnisse und Profitorientierungen der Medien beeinflussen die Berichterstattung, denn sie selbst werden nicht thematisiert.
   2. Werbung beeinflusst die Berichterstattung, denn sie müsse die Erwartungen der Werbenden berücksichtigen.
   3. Autoritätsorientierung beeinflusst die Berichterstattung. denn sie gelten als glaubwürdiger.
   4. Verstärkungen, denn Meinungsmacher organisieren konforme Interpretationen.
   5. Ideologien als Kontrollmechanismen, denn Feindbilder (wie der Antikommunismus) beeeinflussen, was nicht verhandelt werden darf.

Edwards und Chomsky haben hiermit sicherlich den Nerv der Mediengesellschaft getroffen, denn es geht darum, in welchem Masse eine kritische Oeffentlichkeit möglich ist. Die Oekonomisierung der medialen Brichterstattung ist in den letzten 20 Jahren ohne Zweifel vorangeschritten, und Tendenzen der Verschmelzung von ökonomischer, politischer und medialer Macht sind verschiedenenorts zu beobachten.

Dennoch zweifle ich ein wenig an der Trifftigkeit der Analyse. Die ist das Werk zweier Intellektueller, die Anstösse zur Diskussion leisten wollen. Sie ist deshalb auch bewusst parteiisch. Das zeigt sich beispielsweise an der Kritik der Autoritätsorientierung der Berichterstattung. Die höhere Glaubwürdigkeit von Regierungsquellen folgt nicht einfach aus der Manipulation, sondern auch aus der Legitimierung der Macht, wenigsten durch Wahlen, die nach demokratischen Prinzipien erfolgten.

Am Buch störte mich auch, dass Belege, die passen, gleich als Beweise, während Belege, die widersprechen, werden weniger ernst genommen. Deshlab zähle ich es nicht als Ergebnis der Forschung, sondern als Anstoss zu ihr.

Bezogen auf Kampagnen könnte das durchaus eine sinnvolle Erweiterung der Fragestellung sein, die hier einzig auf den Faktor Geld in Abstimmungen untersucht wurde. Diese Fährte, so legen die Ergebnisse ja nahe, ist vorerst nicht besondern erfolgreich, wenn man die Manipulationsthese belegen so belegen will.

Für den Ansatz von Edwards und Chomsky könnte sich aber auch Probleme ergeben, denn Wahlen und vielmehr noch Abstimmungen unterliegen gewissen Spielregeln der Herstellung von Oeffentlichkeit, was bei der Bewältigung auftretender Issues nicht unbedingt der Fall sein muss. Diese schränken den Konsens ja bewusst sein. Bei Wahlen in der Schweiz ist das nur bedingt der Fall, bei Abstimmungen indessen fast schon systematisch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media&#8221; wurde 1988 von Edward S. Herman and Noam Chomsky auf Englisch veröffenticht; 1993 erschien die deutsche Uebersetzung als &#8220;Die Konsensfabrik&#8221;.<br />
Die Autoren werfen der Messenmedien vor, generell zur Propaganda zu verkommen. Die Distribution von Neuigkeiten unterliege heute Gesetzen der Oekonomie, was nicht ohne Folgen bleibe. Politisch gesprochen gestehe eine Nähe der Medien zur Macht im Staat und der Wirtschaft.<br />
Die Autoren arbeiten fünf Filter heraus, welche zeigen, wie das geschieht:</p>
<p>   1. Grösse, Besitzverhältnisse und Profitorientierungen der Medien beeinflussen die Berichterstattung, denn sie selbst werden nicht thematisiert.<br />
   2. Werbung beeinflusst die Berichterstattung, denn sie müsse die Erwartungen der Werbenden berücksichtigen.<br />
   3. Autoritätsorientierung beeinflusst die Berichterstattung. denn sie gelten als glaubwürdiger.<br />
   4. Verstärkungen, denn Meinungsmacher organisieren konforme Interpretationen.<br />
   5. Ideologien als Kontrollmechanismen, denn Feindbilder (wie der Antikommunismus) beeeinflussen, was nicht verhandelt werden darf.</p>
<p>Edwards und Chomsky haben hiermit sicherlich den Nerv der Mediengesellschaft getroffen, denn es geht darum, in welchem Masse eine kritische Oeffentlichkeit möglich ist. Die Oekonomisierung der medialen Brichterstattung ist in den letzten 20 Jahren ohne Zweifel vorangeschritten, und Tendenzen der Verschmelzung von ökonomischer, politischer und medialer Macht sind verschiedenenorts zu beobachten.</p>
<p>Dennoch zweifle ich ein wenig an der Trifftigkeit der Analyse. Die ist das Werk zweier Intellektueller, die Anstösse zur Diskussion leisten wollen. Sie ist deshalb auch bewusst parteiisch. Das zeigt sich beispielsweise an der Kritik der Autoritätsorientierung der Berichterstattung. Die höhere Glaubwürdigkeit von Regierungsquellen folgt nicht einfach aus der Manipulation, sondern auch aus der Legitimierung der Macht, wenigsten durch Wahlen, die nach demokratischen Prinzipien erfolgten.</p>
<p>Am Buch störte mich auch, dass Belege, die passen, gleich als Beweise, während Belege, die widersprechen, werden weniger ernst genommen. Deshlab zähle ich es nicht als Ergebnis der Forschung, sondern als Anstoss zu ihr.</p>
<p>Bezogen auf Kampagnen könnte das durchaus eine sinnvolle Erweiterung der Fragestellung sein, die hier einzig auf den Faktor Geld in Abstimmungen untersucht wurde. Diese Fährte, so legen die Ergebnisse ja nahe, ist vorerst nicht besondern erfolgreich, wenn man die Manipulationsthese belegen so belegen will.</p>
<p>Für den Ansatz von Edwards und Chomsky könnte sich aber auch Probleme ergeben, denn Wahlen und vielmehr noch Abstimmungen unterliegen gewissen Spielregeln der Herstellung von Oeffentlichkeit, was bei der Bewältigung auftretender Issues nicht unbedingt der Fall sein muss. Diese schränken den Konsens ja bewusst sein. Bei Wahlen in der Schweiz ist das nur bedingt der Fall, bei Abstimmungen indessen fast schon systematisch.</p>
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		<title>Von: mds</title>
		<link>http://www.zoonpoliticon.ch/blog/6071/abstimmungen-sind-kaum-kauflich-sagt-forscher-hanspeter-kriesi/comment-page-1/#comment-2302</link>
		<dc:creator>mds</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 18:56:19 +0000</pubDate>
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		<description>Manufacturing Consent funktioniert – auch in der Schweiz. Wer über Geld verfügt, ist dazu in der Lage – auch in der Schweiz. Nein, es gelingt nicht immer und nicht immer gleich gut, aber im Grossen und Ganzen funktioniert es, gerade die einseitige Politik jetzt während der Systemkrise zeigt deutlich, wer in der Schweiz unter anderem in der Lage dazu ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Manufacturing Consent funktioniert – auch in der Schweiz. Wer über Geld verfügt, ist dazu in der Lage – auch in der Schweiz. Nein, es gelingt nicht immer und nicht immer gleich gut, aber im Grossen und Ganzen funktioniert es, gerade die einseitige Politik jetzt während der Systemkrise zeigt deutlich, wer in der Schweiz unter anderem in der Lage dazu ist.</p>
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