Urs Gasche, vormals SVP-Regierungsrat und seit 2008 einziges Mitglied der neu gegrĂŒndeten BDP in der Berner Kantonsexekutive tritt nach 9 Jahren Arbeit als Finanzdirektor auf Ende Legislatur von seinem Amt zurĂŒck. Damit bringt er vor allem seine neue eigene Partei in ein Dilemma und nĂŒtzt er am ehesten seiner alten.
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Urs Gasche, seinerzeit fĂŒr die SVP in den Berner Regierungsrat gewĂ€hlt, jetzt fĂŒr die BDP politisierend, verĂ€ndert mit seinem RĂŒcktritt die Ausgangslage fĂŒr die bĂŒrgerlichen Parteien.
Die Ausgangslage fĂŒr die BDP, im Kanton Bern nach 2010 weiterhin eine Regierungspartei zu sein, hat sich verschlechtert. Denn die junge Partei befindet sich seit gestern in der ZwickmĂŒhle:
Setzt sie fĂŒr die Nachfolge von Urs Gasche die populĂ€re Thuner StĂ€dtrĂ€tin Ursula Haller ein, hat sie zwar die beste Chance, weiterhin Regierungspartei zu sein. Da Regieren im Kanton Bern ein Vollamt ist, mĂŒsste NationalrĂ€tin Haller aus dem nationalen Parlament zurĂŒcktreten. Wegen der seinerzeitigen Wahl Hallers auf der SVP-Liste hĂ€tte die BDP keinen Anspruch auf Nachfolge, womit sie der FraktionsstĂ€rke unter der Bundeskuppel verlustig ginge.
Setzt die Kantonalpartei auf eine andere Kandidatur (z.B. ParteiprĂ€sidentin Beatrice Simon oder Grossrat Lorenz Hess), schadet sie der Mutterpartei nicht, die fĂŒr das Generalsekretariat auf das Bundesgeld der Fraktionen angewiesen ist, risikiert sie aber aus der Berner Regierung auszuscheiden. Denn an die Stimmkraft von Ursula Haller, die eines der besten Ergebnisse im ganzen Kanton geliefert hatte, kommt wohl keine der möglichen BewerberInnen heran, die jetzt genannt werden. Da die BDP ĂŒber keine Hausmacht verfĂŒgt, die alleine nicht fĂŒr einen Regierungssitz ausreicht, ist sie jedoch genau darauf angewiesen.
Mit der neuen Situation vor den Regierungsratswahlen 2010 im Kanton Bern steigen die Chancen der anderen bĂŒrgerlichen Parteien, insbesondere der SVP, ihre Minimalziele zu erreichen, denn die neue Zusammensetzung auf der rechten Seite könnte 2 SVP und 1 FDP lauten. Gleichzeitig sinkt auch die Wahrscheinlichkeit (nochmals), dass es zu einer Wende in den MehrheitsverhĂ€ltnissen kommt. Gut möglich, dass RotgrĂŒn sogar das Finanzdepartement von Gasche ĂŒbernimmt.
So können sich SP und GrĂŒne mindestens fĂŒr die Regierungsratswahlen (erneut) die HĂ€nde reiben!
Claude Longchamp


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