WĂ€hlerprozent und Elektorenstimmen

“Obama ĂŒberholt McCain”, “Palin-Effekt wirkt”, “McCain in der Defensive” oder “Finanzkrise lĂ€sst Obama siegen”. Dies und Ă€hnliches bekam in den letzten Tagen ĂŒber die amerikanischen PrĂ€sidentschaftwahlen zu hören. Die Nominationsversammlungen der Parteien liegen zurĂŒck, der Wahlkampft ist in vollem Gange, und die Medien veröffentlichen im Tagesrhythmus Wahlumfragen. Doch was sagt das alles aus?

Darstellung der demokratischen und republikanisch stimmenden Staaten bei den amerikanischen PrÀsidentschaftswahlen, gewichtet nach BevölkerungsstÀrke.

Darstellung der demokratischen und republikanisch stimmenden Staaten bei den amerikanischen PrÀsidentschaftswahlen, gewichtet nach BevölkerungsstÀrke.


Von der Hektik sollte man sich indessen nicht zu stark beeindrucken lassen. Zwar finden die Wahlen in den ganzen Vereinigten Staaten statt, doch gibt jeder Bundesstaat seine Stimmen geschlossen nur fĂŒr einen der beiden Bewerber ab. Man erinnert sich: Al Gore kam im Jahr 2000 auf 49 Prozent der Stimmen; er lag damals vor George W. Bush. Doch dieser erhielt 4 Elektorenstimmen mehr als sein Kontrahent und gewann so die damaligen Wahlen.

Um zum amerikanischen PrÀsidenten gewÀhlt zu werden, braucht es 270 Elektoren. Das ist eins mehr als die HÀlfte der Abgeordenten im ReprÀsentantenhaus und im Senat zusammen. Denn jeder Bundesstat hat soviele Elektoren wie Vertreter in Washington.

Zwischenzeitlich gibt es zahlreiche Uebersichten ĂŒber die Umfragen, die auf der Ebene der Bundesstaaten durchgefĂŒhrt wurden. Sie alle systematisieren entweder die eigenen oder alle Umfragen und klassieren die Staaten aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass demokratisch oder republikanisch stimmen werden.

Zwar differieren auch hier die Plattformen in den genauen Zahlen. Das hĂ€ngt damit zusammen, wie man die Staaten mit erwartetem knappen Ausgang klassiert. Doch eines ist allen Uebersichten gemeinsam: Es fĂŒhrt Barack Obama. Nachgeschlagen werden können die Uebersichten beispielsweise auf wikipedia.

Claude Longchamp

PS:
So berechtigt solche Uebersichten fĂŒr die USA sind, so wenig sagen sie in der Schweiz aus. Zwar finden die schweizerischen Parlamentswahlen auch in den Kantonen statt, doch bei der Bestimmung der ParteistĂ€rken zu den Nationalratswahlen kommt das Proprozsystem zum Tragen, das sich erheblich vom Wahlverfahren in den USA unterscheidet.