Gekommen, um zu bleiben

Die Ansichten ĂŒber die Zukunft der BDP gehen weit auseinander: Die einen halten sie fĂŒr eine kurzfristige Erscheinung in der Schweizer Parteienlandschaft. Andere wiederum sehe sie zu schnell gewachsen, aber als anhaltendes Korrektiv zum Rechtspopulismus.

Eingeladen von der BDP des Kanton Bern habe ich mich seit lÀngerem mit dem Thema auseinander gesetzt. Vorgestern prÀsentierte ich meine These und meine Argumente. Hier die herausgeschÀlten Klippen, welche die BDP meistern muss, und die Richtung der LösungsansÀtze, wie ich sie der Partei empfohlen habe.

“Die grossen Herausforderung 2015 sehe ich bei den folgenden vier Punkten:
· die Positionierung als eigenstÀndige Partei
· die Etablierung im bĂŒrgerlichen Zentrum
· die Schaffung der Voraussetzungen fĂŒr die Wiederwahl Ihrer BundesrĂ€tin
· die Profilierung als Themenpartei
Die LösungsansÀtze hierzu sehe ich wie folgt:
· Sie haben sich entschieden, nicht mit der CVP die Mitte zu stĂ€rken. Das ist ein gefĂ€hrliches Spiel, fĂŒr das Sie sich entschieden haben. Jetzt mĂŒssen Sie aber die Vorteile aus dem Risiko nutzen. Sie mĂŒssen konsequent auf Ihre EigenstĂ€ndigkeit setzten und diese bei jeder Gelegenheit leben.
· Sie mĂŒssen Ihr VerhĂ€ltnis zu FDP.Die Liberalen, CVP und EVP justieren. Einmal sind Sie thematisch Verwandte, im anderen Fall sind sie konkurrierende Cousinen. Es muss klar sein, wo Sie mit wem zusammenarbeiten wollen, und welche Mittel Sie dafĂŒr einsetzen. Denn nur so, können sich denkbare WechselwĂ€hlende entscheiden, was Ihnen mehr zusagt.
· Es braucht eine klare Aussage zu Eveline Widmer-Schlumpf als BundesrĂ€tin. Auch wenn es fĂŒr die Schweiz wichtigere Fragen gibt als die personelle Zusammensetzung des Bundesrates: FĂŒr Sie ist entscheidend, ob Sie mit, allenfalls auch ohne Ihre BundesrĂ€tin die Rechnung machen dĂŒrfen.
· Sie mĂŒssen Ihr Trendsetting als Themenpartei klarer sichtbar machen. Jeder und jede muss wissen, was Sie massgeblich waren, dass ein Entscheid zustand kam oder nicht. Jeder muss vor der Wahl einschĂ€tzen können, warum es die BDP in der Schweiz braucht.”

Das ganze Referat samt Unterlagen findet sich hier.

Claude Longchamp