Aufgrund der Genfer Stimmbeteiligung zeichnet sich am 3. MĂ€rz 2013 eine leicht ĂŒber- durchschnittliche Stimmbeteiligung ab

Nirgends weiss man so viel ĂŒber aktuelle Stimmbeteiligungen wie im Kanton Genf. Denn an jedem Wochentag publiziert die Staatskanzlei der Zwischenstand der brieflich eingegangenen Stimmzettel. Der Vergleich der tĂ€glichen Teilnahmewerte lĂ€sst SchĂ€tzungen zu, was am 3. MĂ€rz 2013 in Genf und in der Schweiz in Sachen Beteiligung sein könnte.

Kanton Genf: Eingegangene Stimmzettel in Prozent der Stimmberechtigten nach Tagen

Quelle: Kanton Genf, eigene Darstellung
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Eines ist jetzt schon klar: Die Genfer Stimmbeteiligung zu Abzocker-Initiative, Familienartikel und Raumplanungsgesetz wird kein Extremfall. Weder ist sie so hoch wie bei Ausschaffungs- und Steuergerechtigkeitsinitiative (28.11.2010), noch so tief wie beim Tierseuchengesetz (25.11.2012). Vielmehr liegt sie, höchstwahrscheinlich dazwischen.

Aktuell haben 23 Prozent der Stimmberechtigten abgestimmt. Das jedenfalls vermeldete die Genfer Staatskanzlei gestern Abend. Das ist, auf den Vergleichstag bezogen, genau gleich viel wie bei der BVG-Entscheidung im FrĂŒhling 2010. Der Schlusswert fĂŒr die Genfer Beteiligung lag damals bei 49 Prozent.

Eine punktgenaue Prognose ist das nicht, denn die Dynamik in den Tageswerten hĂ€ngt auch von den Themenbehandlung im Abstimmungskampf ab. Atypisch war namentlich die Abstimmung ĂŒber die Biometrischen PĂ€sse 2010, die (zumindest in Genf) eine starke Schlussmobilisierung kannte.

Dennoch, ein starker Hinweis auf das, was in Genf am 3. MĂ€rz 2013 sein dĂŒrfte, ist der Zwischenstand bei der Stimmbeteiigung schon. Qualifizieren kann man die sich abzeichnende Mobilisierung im westlichsten Kanton der Schweiz als mindestens im „mittel“.
Nun liegt die Genfer Beteiligung meist ĂŒber der der Schweiz. Ein direkter RĂŒckschluss auf den eidgenössischen Teilnahmewert ist deshalb nicht zulĂ€ssig. Im Referenzfall lag dieser schliesslich bei 46 Prozent – einem ebenfalls leicht ĂŒberdurchschnittlicher Wert. Das deckt sich ĂŒbrigens exakt mit dem, was die zweite SRG-Befragung vor Wochenfrist fĂŒr die damalige Mobilisierung festhielt.

Spekulationen, die exemplarische Behandlung der EntschĂ€digung fĂŒr Daniel Vasella in den Medien mobilisiere ausserordentlich, finden damit (wenigstens vorerst) keine Nahrung. Wenn dem so bliebe, wĂŒrde das nur die These bestĂ€tigen, dass Massenmedien aufgrund des Newswertes von Prominenz auf entsprechende Ereignisse ĂŒbermĂ€ssig stark reagieren.

Claude Longchamp