Kein Wahlfieber

Die Börse auf Wahlfieber zum Passivraucherschutz in der Schweiz will nicht richtig in Schwung kommen. Wer bisher mitmachte, setzt auf ein Ja.


Wahlfieber-Prognose (im Zeitverlauf) zur Volksinitiative “Schutz vor Passivrauchen”

Seit einigen Jahren gibt es Wahlbörsen. Die einen schwören auf sie, andere schenken ihnen keine Beachtung. Selber sehe ich mich irgendwo dazwischen.

Bei Wahlen haben sich Wahlbörsen im In- und Ausland als valable ErgÀnzung um Umfragen etabliert. Bei Abstimmungen fÀllt das Urteil durchzogener aus. Die meisten Beispiele stammen aus der Schweiz, und die zeigen, dass vieles, vielleicht sogar zu vieles, von der Mitmachbereitschaft abhÀngig, die ihrerseits vom Interesse am Thema, dem Konflikt vor der Entscheidung und der Werbung auf Massenplattformen abhÀngt.

Bei den anstehenden, schweizerischen Volksabstimmungen scheint alles noch etwas krasser zu sein. Zu den drei Entscheidungen gibt es gerade in einem Fall eine Börse (auf Wahlfieber). Und selbst die wurde erst in den letzten Tagen freigegeben.

Ihr vorlĂ€ufiges Fazit: die Volksinitiative “Schutz vor Passivrauchen” wird angenommen. Sie wĂŒrde Volks- und StĂ€ndemehr schaffen. Bei ersterem zeichnet sich ein Prognosewert von 65-66 Prozent Ja ab, bei zweiterem ein StĂ€ndemehr von 20-21 (Halb)Kantonen.

Alles schon gelaufen? – Man kann diesmal auch skeptischer sein als sonst. Momentan wetten gerade mal 16 Börsianer. “Kein Wahlfieber” in Sachen Nicht-Raucherschutz ist denn auch meine Zusammenfassung. Denn die kleine Teilnahmezahl ist deutlich tiefer als sonst, womit der Einfluss einer oder einiger Person(en) auf das SchĂ€tzergebnis klar steigt.

Der vorhergesagte Ja-Wert orientiert sich wohl am stÀrksten an den Ergebnissen der diversen kantonalen Entscheidungen. Und er ist, last but not least, noch einiges höher als bei der SRG-Umfrage anfangs der laufenden Kampagne.

In gut zwei Wochen weiss man sicher, was Sache ist; am kommenden Mittwoch, wenn die letzte Vorbefragung erscheint, kann man die nĂ€chste EinschĂ€tzung machen. Es wird interessant sein, zu sehen, ob sich die wenigen Börsianer von den bekundeten Stimmabsichten der BĂŒrgerInnen anstecken lassen, oder ob genau deshalb noch mehr ihre Wette kund tun wollen!

Claude Longchamp