Basellandschaft: Wo die GewÀhlten politisch stehen.

Wo stehen die Baselbieter Parteien stehen, beantwortet die Wahhilfe smartvote unter Einbezug der GewÀhlten. Das lÀsst eine brauchbare Analyse der Parteienlandschaft zu.

baselbiet

SVP (24,0%), FDP (15,2), BDP (5,5), CVP (9,3), GLP (4,5), EVP (4,7), GPS (13,7), SP (22.0). So lautet die Reihenfolge der GewÀhlten im Kanton Basellandschaft von Rechts nach Links (und so ist Anteil unter den WÀhlenden).

Insgesamt bestĂ€tigt sich damit das Bild in anderen Kantonen. Wo die BDP elektoralen Zuspruch hat, ist sich nicht einfach die kleine Schwester der SVP. Vielmehr ist sie die vierte bĂŒrgerliche Partei zwischen FDP und CVP positioniert. Der zweite Sieger, die GLP steht auf der Links/Rechts-Achse etwa an gleicher Stelle wie die EVP. Mal ist die eine Partei etwas linker, mal die andere. Im Baselbiet ist das die EVP.

Die Auswertung von smartvote tönt eine zweite Konfliktdimension an – die zwischen konservativ und liberal. Sie ist weniger stark ausgeprĂ€gt, weil es hier nicht wirkliche Pole hat. Zwar sind die GewĂ€hlten der SVP am konservativsten. Sie unterscheiden sich aber nur wenig von den LandrĂ€tInnen der EVP, der BDP, der CVP und der FDP. Liberal heisst aber nicht einfach wirtschaftsliberal, es umfasst auch gesellschaftsliberale Positionen. Da zeichnet nisch die GLP, die GPS und die SP stĂ€rker aus als das Mittel.

Die FDP im Baselbieter Landrat macht politisch am wenigstens Sinn. Nicht nur ist sie die Verliererin der Wahl; sie ist kennt auch die grösste Streuung unter den GewĂ€hlten. Alles sind rechts, selbstredend, die einen aber liberal, die anderen liberalkonservativ. Noch wenig gefestigt ist das Profil der BDP-LandrĂ€tinnen, und auch bei den Baselbieter GrĂŒnen gibt es ein erhebliches Spektrum.

Versucht man Cluster mit ĂŒberparteilichen Gemeinsamkeiten zu bilden, erkennt man schnell, dass heute FDP, CVP und BDP das bĂŒrgerliche Zentrum ausmachen. Die SVP erscheint davon etwas in rechtskonservativer Richtung abgesetzt oder auch etwas isoliert – je nachdem wie man sieht. RotgrĂŒn bildet ebenfalls einen Block mit Ueberschneidungen, wĂ€hrend GLP und EVP die eigenstĂ€ndigsten Positionen zwischen den Blöcken haben.

Die „BaslerZeitung“ entdeckt heute mein Thema vom Sonntag abend: Neu geordnet wurde bei dieser Wahl das Feld zwischen den Blöcken. Unter dem Druck der seit Jahren aufstrebenden SVP haben sich die Schwergewichte der bĂŒrgerlichen Parteien, insbesondere der FDP nach rechts entwickelt. BeschrĂ€nkt gilt dies im umgekehrten Sinne fĂŒr die GrĂŒnen. Ihre BindungkrĂ€fte in die Mitte sind geringer geworden. Das hat Platz gemacht fĂŒr neuen Gruppierungen, die Erfolg haben, auch wenn man ihre KandidatInnen nicht kennt. Hauptsache ist, sie lassen sich in die Blockbildung zwischen SVP einerseits, SP anderseits nicht einspannen. Das hat vor allem der FDP, beschrĂ€nkt auch der CVP Stimmen gekostet, und der BDP, der GLP neuen Chancen eröffnet.

Wenn man das alles zusammenfasst, gibt es nicht 5 Zentrumsparteien, wie teilweise analyisert wird, sondern vier: EVP. GLP, CVP und BDP. Eine „Miza“, Zusammenarbeit der Mitte, wie sie jetzt im Baselbiet diskutiert wird, macht aus meiner Warte nicht viel Sinn. Am ehesten noch erscheint mir plausibel, dass die BDP mit der CVP eine Fraktionsgemeinschaft eingeht, und die glp und die EVP sich zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammen finden, wenn auch wohl unter Ausschluss gesellschaftlicher Themen.

Claude Longchamp