Jugendbarometer: Die Spider-Generation in der Schweiz und darĂŒber hinaus

Jugendliche bewegen sich in den Kommunikationsnetzte selbstverstĂ€ndlich und zielsicher wie Spinnen in ihren Netzen. Dennoch sind nicht alle 16-25jĂ€hrigen in der Schweiz gleich. Das erste Jugendbarometer, erstellt vom Forschungsinstitut gfs.bern fĂŒr die Credit Suisse und heute publiziert, erhellt die Werthaltungen, Denk- und Verhaltensweisen der Jugendlichen in der Schweiz, den USA und Brasilien..

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Wichtige Werte der Jugendlichen in der Schweiz sind Freunde, Partnerschaft. DarĂŒber hinaus zeichnen sich starke Trends zum Beruf und Lebensgenuss ab. Eine guter Schweiz, eine gute Schweizerin zu sein, steht gar nicht im Vordergrund. Die Kombination aller Antworten lĂ€sst systematisch Typen von Werthaltungen unter den Schweizer Jugendlichen aufscheinen. Dieheute veröffentlichte Studie von gfs.bern identifiziert 6 davon:

. Fleissige IndividualistInnen (26 % unter den Schweizer Jugendlichen): Aus- und Wertbildung, Beruf sind ihnen besonders wichtig. Sie suchen öffentliche Anerkennung, und setzen hierfĂŒr auch ihr Aussehen ein. Zu Politik haben sie kaum eine Verbindung
. Erlebnisorientierte (19 %): Reisen in alle Welt, sind ihnen ganz wichtig. Sie setzen auch auf Konsum. Sie leben in StÀdte, wechselnden Wohnformen, stammen selber aus bildungsnahen Haushalten. Politisch sind sie sozialliberal ausgerichtet.
. BĂŒrgerliche (19%): Sie sind in hoher Zahl bereits berufstĂ€tig, haben eine feste Partnerschaft und leben in einer eigenen Wohnung. Politisch richten sie sich an einem bĂŒrgerlich-konventionellen Leben aus.
. Aktive Materialisten (15%): Geld und Genuss sind ihnen am wichtigsten. Umweltschutz finden sie ĂŒberholt, spannende Diskussionen sind nicht nötig. Politik interessiert sie kaum
. Ethische PostmaterialistInnen (14%): Umweltschutz und Selbstentfaltung sind ihnen am wichtigsten. Geld ist obsolet, Aussehen unwichtig, politisch stehen sie verstÀrkt links.
. Resignierte (7%): Sie haben in der Erwachsenenwelt nocht kaum Fuss gefasst. Es fehlt an Geld, an Zielen, an Integration. Nichts erscheint wirklich erstrebenswert.

Das 1. Jugendbarometer hat das gfs.bern fĂŒr die Credit-Suisse realisiert. Es ist aus dem Sorgenbarometer hervorgegangen, wird aber anders produziert. ZunĂ€chst wurde ein neuer Fragebogen entwickelt, der Hoffnungen und Aengste Jugendlichen gleichmĂ€ssig aufnimmt. Sodann wird die Erhebung nicht nur in der Schweiz gemacht, sondern auch im Ausland. 2010 fand ein Testlauf in den USA und Brasilien statt, ein weiteres Dutzend LĂ€ndern sollen das nĂ€chste Jahr hinzu kommen. Das hat zur Folge, dass die Erhebung der Daten via Internet erfolgt, gesteuert durch eine spezielle Stichprobenbildung. Den ganzen Bericht zur Schweiz und zum internationalen Vergleich kann man hier einsehen.

Claude Longchamp