Lobbying – eine neue politische TĂ€tigkeit wird bekannter

Lobbying galt lange als verpönt. Es fand unter Ausschluss der Oeffentlichkeit statt. Es war das politische TÀtigkeitsfeld, der grauen MÀuse.
Das Àndert sich rasant. Die TÀtigkeit wird öffentlich. Sie wird reglementiert. Und es beschÀftigt sich die Wissenschaft mit ihr.
Sie sieht im Lobbismus eine Form der zielgerichtete Interessenvertretung in der Politik, in der Interessengruppen die Exekutive und Legislative direkt oder indirekt vie Oeffentlichkeit und Medien beeinflussen. Hierzu unterscheidet man zwischen Strukturen (den Lobbies wie VerbÀnde, aber auch Firmen, Berater), Prozessen (Aufbau einer Stand-by-Struktur und operativer Aktionsformen) und Adressaten (EntscheidtrÀger, Vermittler, Massenmedien).
Doch damit nicht genug: Das Lobbying wird bei Non-Profit- und Profit-Organisationen immer mehr eine institutionalisierte TĂ€tigkeit, die neben die Unternehmenskommunikation oder das Marketing tritt. Sie soll, wie die beiden anderen Bereiche auch, den Auftritt einer Firma oder eines Verbandes verbessern, aber auch gegenĂŒber Oeffentlichkeit, Politik und Markt schlagkrĂ€ftiger machen. DafĂŒr braucht sie zusehends eine Koordination, die mit dem Campaigning geleistet werden kann.

Mit meinem Kurs „Lobbying – eine TĂ€tigkeit wird öffentlich“ will ich ins PhĂ€nomen einfĂŒhren, die TĂ€tigkeit der Lobbyisten beschreiben, aber auch analysieren, wie sich der Lobbismus vor allem in der Schweiz, aber auch in den USA und der EU entwickelt.

Angeboten wird dieser intensive Tageskurs nĂ€chstmals am 25. Januar auf der Weiterbildungsstufie des „MAZ – Die Schweizer Journalistenschule“. Die Teilnehmenden an diesem Kurs sind weniger JournalistInnen selber, sondern OeffentlichkeitsarbeiterInnen, die selber Lobbying betreiben, oder im Umfeld dieser zeitgenössischen politische TĂ€tigkeit arbeiten.

Claude Longchamp

Die BemĂŒhungen, Lobbying als politische TĂ€tigkeit bekannt zu machen, hat in der Schweiz vor allem der Freiburger Kommunikationsberaters Othmar Baeriswyl gefördert, der an der UniversitĂ€t Fribourg aus seiner reichhaltigen Praxis lehrt und einen Sammelband, verfasst von seinen Studierenden resp. von KollegInnen, herausgegeben hat.